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„The Room“ ist zurück – in „The Disaster Artist”

So schlecht, dass er zum Kult wurde: Die Faszination um den Film „The Room“ (2003) hält noch immer an und bald kommt mit "The Disaster Artist" seine Entstehungsgeschichte in die Kinos.

Der ursprüngliche Film “The Room“ aus dem Jahr 2003 handelt von einem Beziehungsdrama zwischen dem Banker Johnny und seiner zukünftigen Frau Lisa (Juliette Danielle). Diese hat aber keine Gefühle mehr für ihren Verlobten und fängt nicht nur eine Affäre mit seinem besten Freund Mark (Greg Sestero) an, sondern verbreitet zu allem Übel auch noch das Gerücht, Johnny hätte sie geschlagen („and he did not hit her, that is bullshit, he did not!“). Die Geschichte nimmt ihren verhängnisvollen Lauf, bei dem auch Football und ein Drogendeal eine mehr oder weniger große Rolle spielen.

Die Hauptrolle Johnny wird von Tommy Wiseau gespielt, der ebenfalls das Drehbuch schrieb und bei dem Drama die Regie führte. Er gelangte zusammen mit seinem Werk „The Room“ zu internationaler Berühmtheit wegen der durch und durch schlechten Kritiken (beispielsweise aktuell auf IMDb: 3,6/10 oder bei Rotten Tomatoes: 2,9/10). Bemängelt werden unter anderem die Handlungslöcher, unfreiwillig komische Dialoge und die Unerfahrenheit der Schauspieler. Dadurch hat es der Film aber 14 Jahre später zum Kultstatus geschafft und wird auch gerne als „bester schlechtester Film aller Zeiten“ oder auch „The Citizen Kane of Bad Movies“ betitelt.

„A bona fide classic of midnight cinema, Tommy Wiseau’s misguided masterpiece subverts the rules of filmmaking with a boundless enthusiasm that renders such mundanities as acting, screenwriting, and cinematography utterly irrelevant. You will never see a football the same way again.“
Rotten Tomatoes

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Dreifache Franco-Ladung bei "The Disaster Artist"

Mit “The Disaster Artist” kommt bald die Entstehungsgeschichte hinter dem Kult-Klassiker ins Kino, basierend auf dem Bestseller „The Disaster Artist: My Life Inside The Room, the Greatest Bad Movie Ever Made“ (2013) von Greg Sestero. Mit viel Humor beschreibt der Schauspieler mithilfe des Schriftstellers Tom Bissell in diesem Buch seine Erfahrungen bei dem Dreh zu „The Room“ und wie es dazu kam.

Nach wahren Begebenheiten erzählt, treffen der etwas eigene und mysteriöse Tommy Wiseau (gespielt von James Franco,“127 Hours”) und der ehrgeizige Nachwuchsschauspieler Greg Sestero (Dave Franco, “Nerve”, “Die Unfassbaren – Now You See Me”) in einer Schauspielschule aufeinander. Nach einer Weile werden die beiden unterschiedlichen Charaktere nicht nur Freunde, sondern beschließen auch, ihrem Traum einer Karriere in Hollywood gemeinsam etwas auf die Sprünge zu helfen. Nämlich mit dem Dreh eines eigenen Films, „The Room“.

Gesagt, getan. Tommy übernimmt das Schreiben des Drehbuchs und investiert sein eigenes Vermögen in Equipment und Crew, damit die Produktion so schnell wie möglich starten kann. Dass er, Hauptdarsteller, Regisseur, Produzent und Autor in einer Person, aber eigentlich keine Ahnung vom Filmemachen hat, macht die ganze Sache nicht unbedingt einfacher.

„A delightful tribute to the joy and madness of making movies[.]“

firtshowing.net

James Franco übernahm in „The Disaster Artist“ nicht nur die Hauptrolle des Tommy Wiseau, sondern führte auch Regie. Francos Einfluss und Kontakte merkt man auch bei der Besetzung der weiteren Rollen. So wird beispielsweise die dritte Hauptrolle des erfahrenen Script Supervisors Sandy Schklair von Seth Rogen (“Bad Neighbors”, “Das ist das Ende”) gespielt, der schon für mehrere Filme mit James Franco zusammenarbeitete.

Zusätzlich sind noch viele weitere namhafte Schauspieler mit von der Partie, wie Zac Efron (“Bad Neighbors 2”), Josh Hutcherson (“the Hunger Games”), Ari Graynor, Alison Brie, Jacki Weaver, Zoey Deutch oder Melanie Griffith. Sogar der dritte Franco-Bruder, Tom Franco („Basket Case 2“), hat eine Rolle in der Komödie ergattert und auch der echte Tommy Wiseau tritt in einer Nebenrolle auf.

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Nominierung für einen Oscar?

Bisher konnte „The Disaster Artist“, im Gegensatz zu seinem porträtierten Vorbild, sehr viel bessere Bewertungen sammeln (beispielsweise überzeugte er 94% der Kritiker bei Rotten Tomatoes) und besonders James Francos Performance wird hochgelobt. Da er für die Hauptrolle bereits jetzt verschiedene Nominierungen und Preise erhielt (z.B. bei den Critics‘ Choice Movie Awards, den Gotham Awards, den Satellite Awards oder den Independent Spirit Awards), halten es viele der Kritiker für möglich, dass er auch für einen Oscar nominiert werden könnte.

Was den Film auszeichnet, ist die ungewöhnliche Charakterstudie und die Zeichnung eines sturen Werdegangs, der sich selbst im Scheitern nicht aufgehalten sieht.

The movie is a bizarre story, unlike any Hollywood story, and Tommy is unlike anybody in Hollywood history. But at the same time it’s a very common story of people coming to Hollywood to follow their dreams, feeling like outsiders and fighting to get their vision across. Basically, this is the upside-down of ‘La La Land.’
James Franco

“The Disaster Artist” ist in den USA bereits am 01. Dezember angelaufen, in Deutschland muss man sich aber leider noch etwas gedulden. Hierzulande startet der Film erst am 01. Februar 2018 in den Kinos. Genügend Zeit also, sich mit „The Room“ bereits auf den Film einzustimmen.

Sarah Häring


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