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Star Wars: Die letzten Jedi – Review

Die lang ersehnte Fortsetzung der berühmt berüchtigten Saga geht weiter. Selbstverständlich spielen sowohl Carrie Fisher (Prinzessin Leia) als auch Mark Hamill (Luke Skywalker) erneut einen großen Teil in dem neuen Kinohit.

Die Story

Mit der Zerstörung des Hosnia-Systems und somit des Hauptsitzes der Neuen Republik und des Galaktischen Senats ist nun auch der letzte Stützpunkt des Widerstands in Gefahr. Die Erste Ordnung möchte den Widerstand mit allen Mitteln zerstören. Doch dank des waghalsigen Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac) können die letzten Widerstandskämpfer fliehen, unter ihnen auch General Leia Organa (Carrie Fisher) und Finn (John Boyega), ein Überläufer. Um die Erste Ordnung jetzt noch besiegen zu können, brauchen sie Hilfe des wohl letzten Jedi: Luke Skywalker (Mark Hamill).

Luke hat sich jedoch vor vielen Jahren von jeglichen politischen Konflikten abgeschirmt. Nach dem Verlust seiner Jedi-Schule und all seiner Schüler plagt es ihn noch immer, dass sein mächtigster Schüler, Ben Solo (Adam Driver), zur dunklen Seite der Macht hingezogen wurde. Doch Lukes Exil ist nicht von langer Dauer, da die junge Rey (Daisy Ridley) ihn aufsucht, um die Kräfte der Macht und der Jedis zu erlernen. Trotz der riesigen Kräfte, die in Rey darauf warten, genutzt zu werden, fürchtet sich Luke davor, erneut Lehrer zu sein.

Zur selben Zeit steht der letzte Kreuzer des Widerstandes davor, zerstört zu werden. Dies würde das sofortige Ende der Rebellion bedeuten. Der einzige Ausweg scheint, dass sich Finn und die junge Technikerin Rose (Kelly Marie Tran) auf eine waghalsige Expedition begeben, um das Unvermeidliche aufzuhalten – denn die Macht der Ersten Ordnung, unter Leitung des Obersten Anführers Snoke, scheint immer weiter zu wachsen. Das Gleichgewicht der Macht ist im Wanken.

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Die 'lustige' Seite der Macht

Nachdem J. J. Abrams mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ eine deutliche Hommage an die klassische Trilogie lieferte, wagt sich nun Rian Johnson, der hier die Rolle des Regisseurs und des Drehbuchautors in sich vereint, an eine relativ neue Thematik. Der Fokus liegt nicht mehr wirklich auf den Figuren, welche die Macht beherrschen, sondern zeigt lieber so viele Teilgeschichten wie möglich, die am Ende zusammenlaufen sollen. Untermalt wird dies mit einem konstant humoristischen Unterton. Leider schlägt dieser nicht immer so an, wie es sich Johnson vermutlich vorgestellt hätte. Obwohl witzige Bemerkungen und coole Sprüche bereits in vorherigen Teilen verwendet wurden, kam nie das Gefühl auf, dass diese erzwungen oder einfach nur schlecht platziert seien. So ist es aber in „Die letzten Jedi“. Es fühlt sich viel zu überladen an und wirkt, als ob man den Zuschauer dazu zwingen möchte, einfach mal zu lachen. Bedauernswerterweise ist dies für Star Wars sehr unpassend.

Seine Filme wurden schon mit zahlreichen Nominierungen für etliche internationale Filmpreise geehrt, unter anderem 2011 für einen Oscar. Doch erst seit „The Lobster“ spielen wahre Hollywood-Stars in seinen Werken mit, so auch Colin Farrell.

Während man bei einem Epos wie Star Wars über einen fehlplatzierten Witz noch mit Leichtigkeit hinwegsehen könnte, ist das unglaublich flache Drehbuch hingegen schwieriger zu ignorieren. Das Aufteilen der Geschichte in einzelne Handlungsstränge kann zwar eine sehr gute Idee sein. Die Umsetzung in „Die letzten Jedi“ ist jedoch mehr als fraglich. Obwohl jede Geschichte alleine für sich genommen einen wirklich schönen Plot darstellt, ist die Zusammenführung am Ende ein eher liebloser und erfolgloser Versuch. Auch die Einführung neuer Charaktere, wie zum Beispiel von Rose, wirkt eher tölpelhaft und unpassend, wenn man sie im gleichen Zug mit altbekannten Helden auf der Leinwand sieht.

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Die Charaktere

Eine der Figuren, auf die sich Fans am meisten gefreut haben, war Luke Skywalker. Wie bereits in der klassischen Trilogie ist dieser wieder von Mark Hamill verkörpert worden. Doch was ist aus dem einst so ikonischen Helden der Rebellen geworden? Ein alter, gebrochener Mann, der Angst vor Fortschritt hat und lieber aufgibt. Obwohl Hamill auch ein weiteres Mal zeigt, dass er sich den Platz in der Kinofilmgeschichte verdient hat, ist seine Figur einfach nur traurig gezeichnet. Hamill selbst meint in einem Interview mit ABC News, dass er komplett enttäuscht über die Entwicklung von Luke sei. Ein wahrer Jedi würde nicht wollen, dass das Zeitalter der Jedi beendet werden muss, so Hamill. Ein schwacher Luke, gespielt von einem großartigen Mark Hamill.

Daisy Ridley und John Boyega zeigen als Rey und Finn erneut eine starke Leinwandpräsenz. Die schauspielerische Qualität der beiden ist einfach überwältigend. Wie schon in „Das Erwachen der Macht“ gibt es kaum Ansätze, an denen man die Figuren und deren Schauspieler kritisieren könnte. Parallel ist es aber etwas traurig, dass Oscar Isaac als Widerstandspilot Poe Dameron viel zu kurz kam. Das Dreigespann bot eine amüsante und erfrischende Neuerung im Star-Wars-Universum. Doch der Fokus sollte nun wohl mehr auf Rey und Finn liegen.

Kelly Marie Tran ist eins der komplett neuen Gesichter. Trotz ihrer guten Leistung hatte ihr Charakter ein ähnliches Problem wie Luke: keine ersichtliche Entwicklung, schwache Dialoge, eine beinahe aufgezwungen traurige Hintergrundgeschichte und keine wirklich gute Einleitung. All dies führt dazu, dass man teilweise gar genervt ist, wenn sich eine weitere Szene mit der Mechanikerin Rose Tico anbahnt. Ihre Rolle in der Handlung wird selbst gegen Ende des Filmes nicht deutlich, doch hier soll nicht gespoilert werden. Ein großes ungenutztes Potenzial.

Zu guter Letzt sollte eine wahre Heldin des Star-Wars-Universums gewürdigt werden: Carrie Fisher. In ihrer letzten Rolle spielte sie erneut General Leia Organa. An ihrem Können sowie an ihrer Rolle gibt es fast nichts zu bemängeln. Jede Szene mit Fisher ist eine wahre Augenweide und lässt einen vereinzelt sogar Gänsehaut bekommen. Carrie Fishers Tod ist ein Verlust für das Star-Wars-Universum sowie all deren Fans gewesen. Ob, wie und vor allem wer diese Lücke in den kommenden Teilen füllen darf, wird sich noch herausstellen. Doch diese Aufgabe wird nicht sehr einfach sein. Möge die Macht mit dir sein, Carrie Fisher!

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Kritik

Wie bereits vermehrt angesprochen, ist die Story und die Entwicklung vieler Charaktere einfach deprimierend. Einige Figuren stören die Handlung und können sich dadurch nur schlecht etablieren. Auch wenn man mit viel Humor versucht, die Spannung etwas aufzulockern, wirkt dieser einfach fehlplatziert und unlustig. So etwas ist man von einem Klassiker wie Star Wars nicht gewohnt.

Auch wenn die Handlung nicht wirklich verblüffen konnte, ist die grafische und musikalische Inszenierung erneut ein Meisterwerk. Viele neue Planeten und Kreaturen hinterlassen ein ähnliches Gefühl, wie es bereits die klassische Trilogie erschaffen konnte. Die Liebe zum Detail wird mit jeder Szene deutlicher, in der eine nicht komplett animierte Figur durch das Bild stapft. Auch die musikalische Untermalung von John Williams ist erneut einfach traumhaft. Von ruhigen und nachdenklichen Klängen bis hin zu den kraftvoll geladenen Kampfelementen verkörpert die Musik genau das, was man als Fan liebt und schätzt.

Fazit

Alles in allem ist „Die letzten Jedi“ zwar ein guter Film, jedoch kein guter Star Wars. An die Erfolge seiner Vorgänger kann er trotz der großartigen Schauspieler, der musikalischen Komposition und der nahezu perfekten Spezialeffekte nicht ankommen. Grund dafür sind die Schwächen der Handlung, welche die 180 Minuten teilweise sehr in die Länge ziehen. Hoffentlich ist Episode VIII die Ruhe vor dem Sturm.

Bewertung

1,5/5

– Felix Heiderich


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