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PROGRAMMTIPP TNT FILM: DIE EINZIG WAHRE SPIDER-MAN-TRILOGIE MIT TOBEY MAGUIRE

Unfassbare 15 Jahre ist es her, dass Chad Kroeger – heute besser bekannt als Frontmann der Band Nickelback – am 1. März 2002 die Single "Hero" zu Spider-Man mit Tobey Maguire in der Hauptrolle veröffentlichte.

Seitdem hat sich rund um den von einer genmutierten Spinne gebissenen Marvel-Superhelden einiges getan. Nicht nur durfte Tobey Maguire ganze drei Mal in den blauroten Spandexanzug schlüpfen, es folgten auch Versuche, das Franchise rund um Spider-Man zu rebooten.

So stürzte sich vor rund 5 Jahren Andrew Garfield als The Amazing Spider-Man durch die Hochhäuser von New York und begegnete in insgesamt zwei Filmen starken Kontrahenten, die es zu besiegen galt. Es scheint verschiedene Gründe zu geben, warum es nie zu einem dritten The-Amazing-Spider-Man-Film gekommen ist, darunter die schlechten Einspielergebnisse des zweiten Teils oder gar, dass Garfield auf einem Promotion-Event von Sony Pictures zum dritten Teil offenbar erwartet wurde und nicht teilnahm (Quelle: Independent.co.uk).

Letzten Endes kann man das Ergebnis des Franchise-Martyriums in Spider-Man: Homecoming ab dem 13.07.2017 in allen Kinos sehen. Denn dann schließt sich der Kreis und Spider-Man zieht mit Tom Holland endgültig in das seit Iron Man (Robert Downey Jr.) im Jahr 2008 von Marvel aufgebaute Marvel-Universum mit einem eigenständigen Film ein.

Doch ist das alles nötig? Die erste Trilogie mit Tobey Maguire, welche am kommenden Freitag, den 07.07.2017 ab 20.15 Uhr auf TNT Film zu sehen ist, war ein grundsolides cineastisches Erlebnis mit einem überzeugenden Cast.

Spider-Man (2002):

Mit Willem Dafoe (John Wick), James Franco (127 Hours) und – wenn auch nur durch die gefärbten Haare – Mary Jane Watson (gespielt von Kirsten Dunst), konnten die Schauspieler im Teil 1 der Trilogie mehr als nur überzeugen. Spider-Man stellt sich in diesem Teil dem Green Goblin, welcher durch ein tragisches Experiment von Norman Osborn Besitz ergreift und New York kräftig dem Erdboden gleichmachen möchte. Ob ihm das gelingt? Seht es selbst am Freitag ab 20.15 Uhr auf TNT Film.

Lange bevor Marvel 2008 mit Iron Man den Begriff des Blockbusters neu definieren sollte, wagte Sony Pictures mit dem ersten Teil der Trilogie von Spider-Man diesen Schritt und traf mehr als nur ins Schwarze.

Tobey Maguire überzeugt in der Rolle als „Underdog“, der in der Schule gemobbt wird, in das Mädchen von nebenan (Mary Jane) scheinbar hoffnungslos verliebt ist, bei Tante und Onkel liebevoll nach dem Tod seiner Eltern aufgenommen lebt und sich täglich tapfer durch sein Leben schlägt.

Kein Wunder, dass der Film gleich für zwei Oscars in den Kategorien Best Visual Effects und Best Sound nominiert wurde (Quelle: ImdB). Insbesondere die visuellen Effekte des ersten Spider-Man-Teils können sich heute noch mit den aktuellen Kinofilmen durchaus messen.

Schrieb Filmgeschichte: Der Kuss zwischen Tobey Maguire und Kirsten Dunst in Spider-Man (2002)

Am einprägsamsten scheint aber vielen begeisterten Fans die legendäre Spider-Man-Kuss-Szene mit Mary Jane bei strömendem Regen im Gedächtnis geblieben zu sein. Dabei hängt Tobey Maguire kopfüber und küsst Mary Jane als Spider-Man zum ersten Mal. Bemerkenswert: Durch den Regen füllten sich beim wiederholten Drehen der Szene Maguires Nebenhöhlen zunehmend mit Wasser! Doch Maguire hielt tapfer durch. (Quelle: ImdB)

Faszinierend scheint auch der Fakt, dass Maguire vor Bestätigung der Rolle des Spider-Man noch nie einen Comic des Superhelden in die Hand genommen hatte, sondern ihn schlichtweg das Skript derart überzeugte, die Rolle anzunehmen. Eine Aussage, die zwar ehrlich war, aber auch viel Kritik auslöste. (Quelle: ImdB)

Dass er Spider-Man-Qualitäten auch als „normaler“ Mensch besitzt, zeigt er besonders in einer Szene: Achtet drauf, wenn Peter Parker in der Cafeteria Essen auf einem Tablet auffängt. Ihr denkt bestimmt, das war alles nur getrickst und mit visuellen Effekten versehen? Nein, nach vielen Takes und mit Hilfe von etwas Kleber zwischen Tobey Maguire und dem Tablet hat er den Stunt komplett eigenständig durchgeführt: Wahnsinn! (Quelle: Ranker.com).

Weiter geht es auf TNT Film mit Spider-Man 2 (2004) am kommenden Freitag um 22.15 Uhr:

Bereits zwei Jahre später kehrte Tobey Maguire zusammen mit James Franco, Kirsten Dunst und Rosemary Harris (als liebevolle Tante May Parker) zurück und erfreute weltweit Spider-Man-Fans mit der damals heiß ersehnten Fortsetzung. Sein Widersacher in Teil 2 ist dabei kein geringerer als Alfred Molina (Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes), der als selbstloser Wissenschaftler von Dr. Otto Octavius zu Doc Ock mutiert. Insbesondere Molina glänzt in seiner schauspielerischen Leistung derart mit Authentizität, dass der Charme des ersten Films noch weiter angehoben wird. Kein anderer hätte die Rolle eines passionierten Wissenschaftlers besser verkörpern können, der – ganz ähnlich im ersten Teil Norman Osborn – bereit ist alles für seine Forschungsergebnisse zu tun, selbst wenn es heißt, das eigene Leben zu gefährden. Generell macht sich im zweiten Teil noch deutlicher der Hang zu Wissenschaftlern bemerkbar, die durch ihre eigenen Erfindungen getötet wurden, wie zum Beispiel Marie Curie durch die Entdeckung der Radioaktivität.

Im Vergleich zu Tobey Maguire war Alfred Molina von seiner Rolle als Doc Ock noch ein Stück begeisterter, da er selbst bekennender Fan der Marvel Comics ist. Dafür durfte er auch ordentlich schuften, denn seine Ausrüstung als Doc Ock wog mehr als 35 kg. (Quelle: ImdB)

Gekonnt spielt auch dieser Film in seiner Handlung mit den grundlegend guten moralischen Werten von Peter Parker alias Spider-Man, die letztendlich zum großen Endkampf zwischen Doc Ock und Spider-Man führen.

Bei Fans und Kritikern übertrumpfte Teil Zwei sogar den ersten an positiven Bewertungen. So erzielte der Film einen Metascore von 83/100 und erfreut sich bis heute einer Bewertung von 7,3/10 möglichen Punkten bei der Internet Movie Database von amazon, welche auf dem Durchschnitt von mehr als 440.000 bewertenden Fans beruht.

Habt ihr euch die beiden ersten Teile der Trilogie angesehen, heißt es auf zu Spider-Man 3 (2007) um 00.25 Uhr am kommenden Freitag auf TNT Film!

Während sich die ersten beiden Teile vorwiegend mit Spider-Man und den Problematiken der Anerkennung als Superheld, aber auch mit Peter Parker als Mensch in seinem Umfeld beschäftigten, beleuchtet der dritte Teil der Trilogie vor allem die dunklen Seiten eines Superhelden.

So bekommt es Tobey Maguire in Teil 3 gleich mit drei verschiedenen Bösewichten zu tun. Alle haben dabei gemeinsam, dass sie mehr oder weniger unfreiwillig in die Situation des Schurken geraten sind. Ein faszinierendes Konzept für den dritten Teil der Spider-Man-Reihe. Da es derart von Bösewichten und Handlungen wimmelt, überlegte Screenwriter Alvin Sargent sogar kurzerhand den Film in zwei eigenständige Teile aufzuspalten, da er keinen rechten Spannungsbogen für einen vierten Teil sehen konnte. (Quelle: Ranker.com)

Dass man mit den endlosen Möglichkeiten des dritten Teils hinsichtlich seiner Handlung scheinbar überfordert war, zeigte sich auch daran, dass eine sehr große Anzahl von Szenen weder auf DVD noch im Kino erschienen sind, bis heute aber abgedreht in Archiven schlummern. (Quelle: Ranker.com)

Insgesamt arbeiteten die Filmemacher um Director Sam Raimi rund zwei Jahre und 10 Monate an dem Meisterwerk, das dennoch – wirft man einen Blick auf Kritiken und Bewertungen der Filmfans – als schlechtester Teil der Trilogie abschnitt.

Trotzdem werden wichtige Handlungskreise, vor allem in Bezug auf Harry Osborn und Peter Parker, einfühlsam geschlossen und man kann als Filmfan nach Ende des dritten Teils auch verkraften, dass Tobey Maguire nie mehr in das Spinnenkostüm geschlüpft ist.

Fazit

Die originale Spider-Man-Reihe überzeugt vor allem durch wenig Schnelllebigkeit und glänzt mit hervorragenden Charakteren, welchen stets genug Zeit gegeben wird sich zu entwickeln. Als Zuschauer ist es somit möglich, sich mit den Charakteren auseinanderzusetzen und zu identifizieren. Dieses Konzept verleiht allen drei Teilen in Zeiten schneller und von visuellen Effekten überladener Filme einen Charme, den man heute und auch zukünftig noch vergeblich bei vielen Superhelden-Filmen suchen wird.

Maguire kann vor allem deshalb überzeugen, weil er authentisch in die Rolle des „Underdog“ schlüpft und, auch nachdem er zu Spider-Man wird, permanent mit der Verantwortung und Anerkennung als solcher zu kämpfen hat. Dagegen wirkt Andrew Garfield als Peter Parker fast schon überheblich in den beiden The-Amazing-Spider-Man-Teilen.

Auch die Kontrahenten Spider-Mans sind in allen drei Teilen glaubhaft und stimmig verkörpert. Das gute Casting wird weiterhin durch die taktvoll und präzise eingesetzten visuellen Effekte und den einmaligen Soundtrack ergänzt, der bis heute eingängige Melodien und Songs umfasst.

Darum kann es kaum ein neuer Spider-Man mit der ersten Trilogie aufnehmen – in dieser war übrigens zum ersten Mal auch das Marvel-Logo zu sehen, welches sich aus den umgefalteten Marvel-Comic-Buch-Seiten bildet.


© Photo Credit: TNT Film
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