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PROGRAMMTIPP: BATMAN-SPECIAL – WAS MACHT EINEN HELDEN WIRKLICH AUS?

Die Nächte werden wieder länger und die Schatten immer dunkler – passend zum Herbstanfang präsentiert uns TNT Film eine Sonderprogrammierung rund um den düsteren Wächter des verruchten Gotham City.

Was macht einen (Super-)Helden eigentlich aus? Lange Zeit stellte man sich darunter eine Figur vor, die übermenschliche Fähigkeiten besitzt und/oder mit besonderen Technologien ausgestattet ist, mit welchen sie klassischerweise das Böse bekämpft. Nicht selten gehört dazu ein charakteristisches Kostüm, z.B. ein flatterndes Cape, unter welchem sich ihre wahre geheime Identität verbirgt, und natürlich ein edles, selbstloses und furchtloses Herz. Diese archetypische Schwarz-Weiß-Definition von Gut und Böse wurde in den letzten Jahrzehnten kräftig erschüttert – unter anderem durch Batman.

„I‘m Batman!“

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Geboren 1939 aus den Federn von Autor Bill Finger und Zeichner Bob Kane, lösten Batmans Konzept und Charakter heiße Diskussionen aus – trotz, oder gerade wegen der Abwesenheit diverser oben genannten Eigenschaften. Denn Batman (alias Milliardär, Frauenheld und Philanthrop Bruce Wayne) verfügt über keinerlei Superkräfte. Seine kämpferischen und taktischen Fähigkeiten sind Ergebnisse harten körperlichen und mentalen Trainings. Batman ist nicht einmal furchtlos, doch er stellt sich seiner Angst und nutzt sie, um aus ihr die Kraft zu schöpfen, mit der er Schurken wie den Joker, den Pinguin oder Bane in die Knie zwingt. Dieses Heldenkonzept übt erstaunliche Anziehungskraft aus, denn es zeigt uns: Jeder kann ein Held sein.

Die Ambivalenz seiner Figur erstreckt sich auch auf seine Motivation, Gotham City vom Verbrechen zu säubern. Sein Edelmut ist leidenschaftlich umstritten, leistete er den Schwur dazu schließlich nach dem tragischen Tod seiner Eltern, die vor seinen Kindesaugen in einer Gasse erschossen wurden. Gerechtigkeitssinn und Rachegelüste halten sich bei dem Dunklen Ritter oft die Waage, seine Methoden sind meist fragwürdig. Doch gerade das löst bei uns Faszination für ihn aus: Immer wieder wurde er sowohl als Comic-Held als auch in Realverfilmungen neu erschaffen und neu interpretiert.

Selbst sein Kostüm vollzog über die Jahrzehnte mehrere Transformationen. Aus dem Strumpfhosenheld im graublauen Spandexanzug mit gelbem Emblem, wie es von Adam West in der 60er-Serie und im Film ‚Batman hält die Welt in Atem‘ 1966 verkörpert wurde, ist mittlerweile eine düster angehauchte Figur entstanden. Darauf haben auch die Regisseure Tim Burton und Christopher Nolan nicht unbeträchtlich Einfluss gehabt. Oft in tiefem Schwarz, mit einschüchternden Fledermausohren und Hightech-Equipment ausgestattet, gehört Batman heute zu den beliebtesten Superhelden bei Comic- und Filmfans.

Quo vadis, Batman?

Die letzte Neuadaption des Dunklen Ritters erfolgte 2016 in ‚Batman v Superman: Dawn of Justice‘ unter der Regie Zack Snyder, als Teil des DC Extended Universe (DCEU), welches unabhängige Crossover-Handlungen zwischen verschiedenen Figuren der DC-Universen ermöglichen soll. Trotz sehr gemischter Kritiken (6,6 auf IMDb) – unter anderem wurde Batmans untypisch rabiate Vorgehensweise von verschiedenen Kritikern bemängelt – spielte der Film letzten Endes mit ca. 850 Millionen US-Dollar ein gutes Vielfaches des Filmbudgets ein und die beiden Hauptdarsteller Ben Affleck (Batman) und Henry Cavill (Superman) erhielten viel Lob für ihre schauspielerischen Leistungen (Stand Mai 2016).

Anknüpfend daran soll nun unter Warner Bros. und DC der Standalone-Film ‚The Batman‘ erscheinen – das Ganze verläuft aber nicht ohne Tumult. Ben Affleck beteiligte sich diesmal als Co-Drehbuchschreiber und Darsteller, sogar als Regisseur, trat jedoch im Januar 2017 zurück. Ersetzt wurde er durch Matt Reeves (Let Me In, Planet der Affen: Revolution), der erst kürzlich mit einer missverständlichen Aussage über Batmans Rolle im DC Extended Universe von sich reden machte. Viele Fans hatten sich auf einen traditionelleren Batman gefreut, den Affleck versprochen hatte, und sahen diese Hoffnung wieder zerstört. Reeves klärte jedoch auf, dass er lediglich betonen wollte, dass es sich um eine eigene Batman-Geschichte handeln solle, wo nur dieser statt der anderen Figuren (Justice League) im Mittelpunkt stehen dürfe. Es bleibt also alles noch ein wenig ungewiss, aber das schwarze Cape wird auf jeden Fall weiterhin über Gotham Citys Dächern flattern.

Da bis zum Filmrelease noch Zeit sein wird, entführt uns TNT Film am 1. und 2. September mehrfach nach Gotham City.

Am Freitag, den 1. September, geht es um 20:15 Uhr los mit Tim Burtons „Batman“ (USA/UK 1989), ein Film der Superlative in jeglicher Hinsicht. Batman (Michael Keaton) trifft hier auf seinen Erz-Nemesis, den wahnsinnig gewordenen Joker (Jack Nicholson), der die ganze Stadt mit toxischen Chemikalien auslöschen möchte. Zeitgleich gerät Batman selbst ins investigative Kreuzfeuer, da man seine geheime Identität herausfinden will. Gar nicht so einfach, wenn man eine Liaison mit einer Journalistin (Kim Basinger) beginnt, die es sich zum Auftrag gemacht hat, ihn zu enttarnen.

Nicht nur die starken Leistungen der Starbesetzung überzeugte die globale Filmwelt von einem neuen ikonischen Batman auf der Leinwand. Die Kulissen brachten dem Film einen Oscar ein und Danny Elfmans Musik gewann einen Grammy – ein künstlerisches Erlebnis für alle Sinne.

Michael Keaton als Batman
Michael Keaton als Batman

Um 22:20 Uhr folgt die Fortsetzung „Batmans Rückkehr“ (USA 1992), welche die Atmosphäre des ersten Films perfekt weiterträgt. Hier trifft Batman (weiterhin Michael Keaton) auf direkt drei Gegenspieler: den korrupten Industrieriesen Max Shreck (Christopher Walken), den psychopathischen Pinguin (Danny DeVito) und Catwoman (Michelle Pfeiffer), mit welcher ihn eine ewige Hassliebe verbindet. Wiedermal sind die Pläne der Verbrecher maßlos. Die Stadt soll durch ein riesiges Kraftwerkmonopol unter Kontrolle gebracht, die Erstgeborenen ermordet und natürlich Batman zur Strecke gebracht werden. Auf welche Seite wird sich Catwoman am Ende stellen?

Auch wenn der Film kommerziell nicht ganz an den Vorgänger anknüpfen konnte, ist er künstlerisch wieder grandios gelungen. Burton wurde freie Hand gelassen – und das sieht man. Ein düsterer Augenschmaus mit geballtem schauspielerischen Können.

Um 0:30 Uhr gibt es ein wenig Abwechslung mit „Batman & Robin“ (USA/UK 1997), eine mittlerweile rar gewordene Adaption, die Batman (George Clooney) als Duo mit Robin (Chris O’Donnell) auf die Leinwand rückt. Das ist vielleicht auch nötig, denn wieder muss der Held es mit drei Widersachern aufnehmen: die Giftexpertin und Öko-Terroristin Poison Ivy (Uma Thurman), dem Kryologen Mr. Freeze (Arnold Schwarzenegger) und Bane (Jeep Swenson). Viel Eis und Wissenschaft und ein dramatisches Beziehungs-Intermezzo auch bei den Verbrechern untereinander, zumal auch noch Batgirl (Alicia Silverstone) kräftig mitmischt.

Am 2. September läutet TNT Film den Samstagabend um 20:15 Uhr mit „Batman Begins“ (USA/UK 2005) ein, Christopher Nolans vielfach gelobter Trilogie-Auftakt mit Christian Bale in der Hauptrolle. Nolan setzt noch einmal neu an, Bruce Waynes Weg zu Batman zu inszenieren. Zur Seite stehen ihm sein treuer Butler und Mentor Alfred Pennyworth (Michael Caine), Entwicklergenius Lucius Fox (Morgan Freeman) und Polizist James Gordon (Gary Oldman). Der Film wurde für die Realitätsnähe und den Tiefgang hoch gewürdigt, vor allem der sehr persönliche Einblick in Batmans Charakter gilt als meisterlich umgesetzt.

Besondere Erwähnung verdienen der Einsatz von Christian Bale, der eine harte körperliche Transformation durchmachen musste und letztendlich alle Stunts selbst durchführte, sowie das optisch extraordinäre „Batmobil“, eine tatsächlich fahrtüchtige Mischung aus einem Hummer, einem Lamborghini und einem Tarnkappenbomber.

Um 22:35 Uhr folgt die Fortsetzung und zugleich Senderpremiere „The Dark Knight“ (USA/UK 2008), vor dem dritten Teil der wohl erfolgreichste und gefeierteste Batman-Film überhaupt. Zu Batman (weiterhin Christian Bale) und Gordon (Gary Oldman) gesellt sich noch Harvey Dent (Aaron Eckhart), die sich den perfiden Spielchen des psychopathischen Jokers (Heath Ledger) aussetzen müssen, der plötzlich überall seine kriminellen Finger im Spiel hat und brutale Wellen des Chaos verbreitet. Das Spiel wird am Ende sehr persönlich, denn der Joker zwingt Batman dazu, in seine tiefsten Abgründe zu blicken. Die Dreiecksbeziehung zwischen Dent, Batman und seiner Jugendliebe Rachel Dawes (Maggie Gyllenhaal) führt zu weiteren tragischen Entwicklungen.

Filmgeschichte: Heath Leadger und Christian Bale - für viele waren sie die perfekte Besetzung als Joker und Batman.
Filmgeschichte: Heath Leadger und Christian Bale – für viele waren sie die perfekte Besetzung als Joker und Batman

Über 81 Auszeichnungen hat der Film erhalten, darunter zwei Oskars. 32 davon gehen auf die Kappe von Heath Ledgers, der eine Meisterleistung in dem letzten Film vor seinem Tod hinlegte. Der Film rangiert auf sämtlichen Bestenlisten, unter anderem werden der wendungsreiche Plot und Batmans emotionale Ambivalenz positiv bewertet. Ein absolutes Must-see!

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© Photo Credit: © 1989 DC Comics Inc. All Rights Reserved. & TVN/WB
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