Filme, Programmtipp

Jason Blum: Kleines Budget, gigantische Filme

Horrorfans ist das Studio „Blumhouse Productions“ schon lange ein Begriff. Gründer und Eigentümer Jason Blum hat mit vielen seiner Werke Filmgeschichte geschrieben. Wir haben die bemerkenswertesten Streifen herausgesucht.

Mit „Happy Deathday“ kommt Jason Blums neuer Erfolgshit am 16. November in die deutschen Kinosäle. In Amerika konnten Horrorfans den Film bereits seit Oktober sehen und er ist schon vor der Deutschland-Premiere ein gewaltiger Hit. Ein weiteres Mal konnte Jason Blum beweisen, dass man kein riesiges Budget benötigt, um einen erfolgreichen Film zu produzieren. Seine umfangreiche Filmographie zeigt deutlich, dass „Happy Deathday“ keineswegs ein Zufallstreffer ist. Wir haben fünf Wunder aus der Kiste von „Blumhouse Produtions“ ausgewählt und für euch zusammengefasst.

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Paranormal Activity (2007)

Das junge Pärchen Katie (Katie Featherston) und Micah (Micah Sloat) führen ein friedliches Leben in ihrem Haus in San Diego. Da Katie nachts durch ungewöhnliche Geräusche geweckt wird, beschließen die beiden, in ihrem Haus Überwachungskameras anzubringen.

Das Medium Dr. Fredrichs glaubt, eine Art Dämon wahrzunehmen, der in dem Haus des Paares sein Unwesen treibt. Als wäre das noch nicht schlimm genug, scheint er von Katie angezogen zu werden, sodass ein Umzug die Lage der beiden nicht verbessern würde. Ungeachtet dieser Informationen nehmen die Kameras in den folgenden Nächten tatsächlich einige paranormale Aktivitäten auf. Doch das ist noch lange nicht das Ende…

Mit dem ersten Film aus der Produktion von „Blumhouse Productions“ ging „Paranormal Activity“ auch gleich in die Filmgeschichte ein. Der Stil des Found-Footage-Formats konnte die Produktionskosten auf gerade einmal 15.000 Dollar senken. Keiner hatte jedoch erwartet, dass bereits am Startwochenende um die 20 Millionen Dollar eingenommen werden konnten. Weltweit erzielte der Film ganze 193 Millionen Dollar und gehört somit zu einem der erfolgreichsten Low-Budget-Produktionen aller Zeiten. Auch wenn Found-Footage ein gewöhnungsbedürftiges Format ist, lohnt es sich „Paranormal Activity“ zu schauen.

The Purge: Election Year (2016)

Einen ganzen Tag keine Gesetze und Regeln. Ein verlockender Gedanke. Wie schon der erste Teil der Reihe beginnt „The Purge: Election Year“ im Jahre 2022. Während der alljährlichen Purge-Nacht wird die Familie der jungen Charlie Roan (Elizabeth Mitchell) vor ihren Augen blutrünstig ermordet.

Achtzehn Jahre später brechen in Amerika Proteste und Unruhen gegen die Regenten des Landes und auch gegen die Purge (auf Deutsch: Säuberung) aus. Charlie ist inzwischen Senatorin und möchte Präsidentin der Vereinigten Staaten werden, um die Purge abzuschaffen. Doch das gefällt der Regierung gar nicht und so plant sie kurzerhand, Roan in der baldigen Purge-Nacht sterben zu lassen. Gleichzeitig bereitet sich der junge Geschäftsinhaber Joe Dixon (Mykelti Williamson) darauf vor, sein Geschäft ganz alleine zu verteidigen. Für beide könnte es die letzte Nacht sein. Ein Wettlauf gegen die Zeit, randalierende Teenager und „Mord-Touristen“ beginnt.

Mit „Election Year“ geht „The Purge“ in die dritte Runde. Normalerweise sind die Sequels von Horrorfilmen eher schwächer und verlieren oftmals an Publikum. Dies gilt anscheinend nicht für Filme aus dem Hause „Blumhouse“, denn auch der dritte Teil des Horror-Slashers fand einen riesigen Anklang bei den Filmfans. Das Budget von 10 Millionen Dollar wurde durch Einspielergebnisse von über 118 Millionen mehr als eingeholt. Kein Wunder, dass für 2018 ein weiterer Teil geplant ist. Dieser soll als Vorgeschichte dienen und erklären, wie es zu der Purge gekommen ist.

Split (2017)

Das Leben für die beiden Mädchen Claire (Haley Lu Richardson) und Marcia (Jessica Sula) könnte nicht besser sein. Ihr größtes Problem ist, dass sie zu ihrem Geburtstag unbedingt die Außenseiterin Casey (Anya Taylor-Joy) einladen mussten. Doch das ist ganz schnell vergessen, nachdem die drei von einem unheimlichen Fremden gekidnappt und entführt werden.

Ihr Entführer, Kevin Wendell Crumb (James McAvoy), scheint mehr als nur gestört zu sein. Schnell finden die drei heraus, dass in seinem Kopf mehrere Persönlichkeiten ihr Unwesen treiben. Casey versteht schnell, dass sich diese unterschiedlich leicht beeinflussen lassen. Sie versucht, einen Weg in die Freiheit zu finden, bevor ‚Die Bestie‘ erscheint – eine Persönlichkeit, die noch nie aus Crumb hervorgetreten ist. Jedoch fürchten sich die anderen ‚Charaktere‘ in seinem Kopf vor dieser dunklen Bedrohung, die sie erwarten.

Nicht nur eine gute Bewertung von 7,3 auf ImdB konnte sich „Split“ durch die innovative Handlung und den außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler verdienen. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 278 Millionen Dollar gehört der Film zu einem der Top-Werke von „Blumhouse Pictures“ und das bei einem Budget von gerade einmal 20 Millionen Dollar. Dabei ist der Einfluss von Regisseur und Drehbuchschreiber M. Night Shyamalan (The Sixth Sense, Unbreakable) auch nicht zu verkennen. „Split“ ist somit auf jeden Fall sehenswert und sollte von Horror-Psycho-Fans nicht ausgelassen werden.

Get Out (2017)

Seit rund fünf Monaten sind Rose Armitage (Allison Williams) und Chris Washington (Daniel Kaluuya) ein paar. Jetzt steht erstmals ein Besuch bei Roses Familie an. Doch Chris hat die Befürchtung, dass die ihn aufgrund seiner Hautfarbe (er hat afroamerikanische Wurzeln) nicht mögen könnten. Trotz der Versicherung, dass ihre Eltern sehr tolerant und offen seien, bleibt er skeptisch.

Ein freundlicher Empfang und eine herzliche Begrüßung wischen beinahe alle seine Zweifel weg. Nur die zwei schwarzen Angestellten verursachen bei Chris noch etwas Kopfschmerzen: Irgendetwas stimmt mit ihnen nicht. Als Missy, Roses Mutter, ihn dann auch noch hypnotisiert, ist es schon beinahe zu spät. Chris realisiert, er muss abhauen…

Ein wunderbar kreativer und innovativer Mystery-Horror-Thriller aus dem Hause „Blumhouse“. Wer könnte da schon Nein sagen? Kritiker und Kinobesucher konnten es nämlich nicht. Mit durchgehend guten Bewertungen und Einspielergebnissen von 253 Millionen Dollar reiht sich „Get Out“ in die bekanntesten Werke unter Jason Blums Einfluss. Auch wir haben uns den Film vor seinem Release genauer angeschaut und bewertet. Den Link zu unserer Review findet ihr hier.

Happy Deathday (2017)

Die Kirchturmuhr läutet und der Wecker klingelt. Eigentlich beginnt der Tag für Theresa ‚Tree‘ Gelbman (Jessica Rothe) wie jeder andere. Doch heute wird alles anders. Als sie ihre Augen aufschlägt, findet sie sich nicht in ihren gewohnten vier Wänden wieder, sondern in einer Studentenwohnung. Diese gehört dem nerdigen Carter (Israel Broussard), der ihr etwas unbeholfen in den Tag hilft.

Warum muss ihr so etwas ausgerechnet am Geburtstag passieren? Doch es kommt alles noch viel schlimmer. Auf dem Weg zu einer Party sieht sich Tree gezwungen, eine Abkürzung zu nehmen. Doch diese führt nicht zu ihrem gewünschten Ziel, sondern schickt sie direkt ins Grab. Eine maskierte Gestalt ersticht sie an ihrem großen Freudentag. Alles wird dunkel. Die Kirchturmuhr läutet und der Wecker klingelt…

Auch der neuste Film von Jason Blum erweist sich als Kassenschlager. Das Budget von etwa fünf Millionen Dollar konnte schon am ersten Wochenende von dem Einspielergebnis mehr als nur übertroffen werden. Über 88 Millionen Dollar erzielte der Film in den ersten Tagen weltweit und kommt jetzt auch in die deutschen Kinos. Das Konzept des sich als Loop wiederholenden Tages ist zwar bereits bekannt, doch überzeugt „Happy Deathday“ durch eine komplett neue Rahmenhandlung. Wir haben den Horror-Slasher bereits unter die Lupe genommen und unser Urteil findet ihr hier.

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Obwohl dies nur eine sehr kleine Auswahl ist, repräsentiert sie bereits das Spektrum an Kreativität von „Blumhouse Productions“. Ob komplett neue Konzepte oder ältere, aber überarbeitete Formate, nichts lässt den Erfolgszug von Jason Blum aufhalten. Seine Arbeit mit geringem Budget und die in Relation dazu enormen Einspielergebnisse machen ihn zu einem der erfolgreichsten Filmproduzenten unserer Zeit. Wir sind gespannt, was uns noch so alles aus dem Hause Blum erwarten wird.

– Felix Heiderich


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