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Happy Deathday – Review

Täglich grüßt das Murmeltier. Nur gibt es da einen kleinen Haken: Am Ende des Tages wirst du sterben!

Die Story

Die Kirchturmuhr läutet und der Wecker klingelt. Eigentlich beginnt der Tag für Theresa ‚Tree‘ Gelbman (Jessica Rothe) wie jeder andere. Doch heute verläuft er etwas anders. Als sie ihre Augen aufschlägt, findet sie sich nicht in ihren gewohnten vier Wänden wieder, sondern in einer Studentenwohnung. Diese gehört anscheinend einem Jungen, der auf tölpelhafte Art und Weise versucht, ihr beim Aufstehen behilflich zu sein. Zusätzlich hat Tree einen riesigen Hangover. Und das musste ihr ja ausgerechnet an ihrem Geburtstag passieren.

Total verkatert versucht ihre Verbindungsleiterin Danielle (Rachel Matthews), die nichts von Trees Geburtstag weiß, ihr den Tag zur Hölle zu machen. Nur Lori (Ruby Modine), ihre Mitbewohnerin, scheint von ihrem Freudentag zu wissen und versucht sie ein bisschen aufzuheitern. Doch all ihre Bemühungen scheinen vergebens, da Tree ein stressiger Tag bevorsteht. Vorlesungen, Verbindungstreffen und am Abend ist noch eine Party bei einer der Jungenverbindungen geplant.

Doch es kommt alles anders, als Tree es sich zu träumen gewagt hätte. Mit etwas Verspätung versucht sie noch pünktlich zur Feier zu erscheinen und wählt eine Abkürzung. In einer Unterführung erwartet die Studentin eine unheimliche Überraschung: Eine kleine „Happy Birthday“-Spieluhr, die traurig und allein ihre Musik spielt. Ihre Neugierde wird Tree zum Verhängnis und sie tappt in die Falle eines maskierten Mörders, der sie kurzerhand ersticht. Schwärze.

Die Kirchturmuhr läutet und der Wecker klingelt…

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Wer steht dahinter?

Unter den Darstellern befinden sich so einige Newcomer. Darunter auch Jessica Rothe, die sich in kurzer Zeit zu einer gefragten Hauptdarstellerin in Hollywood entwickeln konnte. In ihrer letzten großen Rolle stellte sie Alexis in „La La Land“ (2016) dar und schon bald wird sie in „Forever My Girl“ erneut als Hauptdarstellerin auf der großen Leinwand zu sehen sein. Die Hauptfigur Tree in „Happy Deathday“ wird von Rothe auf eine wunderbar authentische Art und Weise verkörpert. Durch den sich ständig wiederholenden Albtraum durchlebt sie nämlich regelrecht eine charakterliche Verwandlung. Diese nicht ganz so einfache Rolle bringt Rothe dem Zuschauer glaubwürdig näher.

Für Israel Broussard ist die Figur des Carters allerdings tatsächlich eine seiner ersten größeren Rollen. Bisher spielte er zwar schon in einigen kleineren Filmen mit, doch auch dort sah man ihn eher in den Nebenrollen. Broussard wird 2018 im Science-Fiction-Thriller „Extinction“ eine weitere große Rolle einnehmen, welche er vermutlich seiner Leistung als Carter in „Happy Deathday“ zu verdanken hat. Als vertrottelter Nerd ist er die erste Person, die Tree jeden Morgen aufs Neue sieht. Seine leicht schusselige und tapsige Art macht es einem nicht besonders schwer, ihn zu mögen. Auch wenn er davon nichts weiß, entwickelt er sich zu einem Ruhepunkt in den schrecklichen, sich wiederholenden 24 Stunden von Tree.

Viele der anderen Schauspieler haben nur wenig Zeit auf der Leinwand und scheinen somit nicht ganz so wichtig, wie die Handlung es gerne vorsehen würde. Das gilt sowohl für Trees Vater (Jason Bayle), ihrem Lover Gregory (Charles Aitken) und sogar auch für ihre Mitbewohnerin Lori (Ruby Mondine). Oftmals scheinen diese Figuren nur dafür da zu sein, um eine kleine Lücke in der Geschichte zu füllen.

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Kritik

Jason Blums Produktionsfirma hat es einmal wieder bewiesen. Man braucht kein Riesenbudget, um einen guten Film zu kreieren. Filme wie Split (2017), Get Out (2017) und auch Insidious (2011), über dessen Fortsetzung wir erst neulich berichteten, verfügten alle über ein ähnlich niedriges Budget. Regisseur Christopher Landon musste mit gerade einmal fünf Millionen Dollar arbeiten und setzte diese auch sehr gut um. Landon, der neben der Regie mit Scott Lobdell das Drehbuch geschrieben hat, konnte vermutlich von seinen bisherigen Erfahrungen mit „Blumhouse Productions“ profitieren. Bereits in vier von fünf „Paranormal Activity“-Teilen saß er im Regiestuhl und ist somit für eine der bekanntesten Horrorfilm-Reihen mitverantwortlich.

„Happy Deathday“ ist ein sehr leichter Slasher-Horror. Zu Recht ist er ab 12 Jahren freigegeben und stellt einen guten Einsteiger für alle dar, die gerne mit dem Horror-Genre starten möchten. Das Grundprinzip des Films ist schon sehr lange bekannt. Den sich immer wiederholenden Tag kennt man bereits aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) und „Edge of Tomorrow“ (2014). Letzterer benutzt auch den Tod als ‚Neustart‘. Interessant ist aber die Umsetzung ins Horror-Genre. Anstatt herauszufinden, warum sich der eine Tag immer wiederholt, muss die Protagonistin ihren wahren Mörder finden und zur Strecke bringen. Ein weiteres unbekanntes Feature ist, dass die vergangenen Tage einen leichten Einfluss auf die Protagonistin haben. Mit jedem Tod fühlt sie sich etwas schwächer und hat Schmerzen an den Stellen, die ihren Tod verursachten. Es wurde somit nicht lediglich ein altes Prinzip aufgegriffen, sondern neu interpretiert.

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Anstatt auf viele „Jump Scares“ oder blutige Szenen zu setzen, lebt der Film von einem leichten schwarzen Humor. Auch wenn man mit Sicherheit weiß, dass Tree am Ende des Tages sterben wird, weiß man noch immer nicht, wie dies geschehen wird. Das erzeugt Spannung, die durch gut platzierte und humoristische Elemente gestützt wird. Man fiebert und lacht bis zur letzten Minute mit.

Man sieht es dem Film nicht wirklich an, dass er eine Low-Budget-Produktion ist. Das könnte daran liegen, dass sich der Film teilweise selbst nicht zu ernst nimmt. Unverkennbare Referenzen auf die Inspirationsquellen, wie zum Beispiel „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) und „Scream“ (1996), zeigen dies sehr deutlich.

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Die jungen Newcomer überzeugen mit sehr guten und authentischen Leistungen. Es ist beinahe eine Freude, Tree jeden Morgen aufs Neue aufwachen zu sehen und ihre Reaktion abzuwarten. Trotz der geringen Filmerfahrungen sind die schauspielerischen Leistungen mehr als bemerkenswert.

Soundtrack und Setting sind leider sehr repetitiv gehalten und dadurch teilweise etwas langweilend. Einige Szenen wirken somit in die Länge gezogen und absichtlich gestreckt.

Fazit

„Happy Deathday“ ist ein solider Film, der sein Budget gut einzusetzen wusste. Das bekannte Prinzip des ‚Loop Days‘ wurde in einer erfrischenden Art und Weise wiederbelebt. Horror- oder Splatter-Fans werden vermutlich nicht auf ihre Kosten kommen, da er im Gegensatz zu anderen Streifen aus dem Genre sehr sanft ist. Alles in allem wird „Happy Deathday“ nicht in die Filmgeschichte eingehen, ist jedoch perfekt für einen Familien-Filmabend.

Bewertung

2,5/5

– Felix Heiderich

© Photo Credit: © 2017 UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL. ALL RIGHTS RESERVED
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