Eröffnung des 44. Internationalen Filmwochenendes Würzburg

Es handelt sich bei dieser Veranstaltung um eines der ältesten Filmfestivals Europas, das rein ehrenamtlich organisiert wird. Vom 25. bis 28. Januar können hier mehr als 70 verschiedensten Kurz-, Land- und Dokumentarfilme genossen werden, die alle fernab des Mainstreams einzuordnen sind. Auch in diesem Jahr werden sich wieder einige der Produzenten unter das Publikum mischen. So auch Thomas Heinemann, der am Donnerstag um 20 Uhr die Uraufführung seiner Filmkomödie „Perfect Silence“ feiern möchte.

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„Träum weiter“ als Eröffnungsfilm

Eingeleitet wurde das Wochenende mit dem schwedischen Jugendfilm „Dröm Vidare“ (dt. „Träum weiter“). Das Kinder- und Jugenddrama aus Schweden wurde von der jungen und begabten Schauspielern Rojda Sekersöz produziert. Trotz ihrer bisher eher geringen Erfahrung als Regisseurin zeigt sich „Dröm Vidare“ in einem äußerst prägnanten und dynamischen Stil, der dem Film ein gewisses Etwas verleiht.

Begleitet wird die junge Mirja, traumhaft gespielt von Evin Ahmad, die frisch aus der Haft entlassen wurde und in ihr altes Leben zurückkehrt. Sowohl die Familie als auch die Freundinnen scheinen sich kaum verändert zu haben. Für den Plan, aus dem tristen Alltag zu entfliehen und mit ihrer Gang nach Montevideo abzuhauen, fehlt nur noch ein wenig Geld. Ein kleiner Überfall soll dieses Problem jedoch lösen.

Doch dies bleibt nicht die einzige Sorge für Mirja. Ihre Mutter ist sehr krank und so muss sie sich unter anderem um ihre Schwester kümmern. Ihr ist klar, sie braucht dringend einen Job. Doch als Ex-Häftling eine Arbeit zu finden ist einfacher gesagt als getan. Mirja steht plötzlich vor einer schwierigen Entscheidung. Soll sie ihrem Traum von Montevideo nachgehen oder sich doch um die Familie kümmern?

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Positiver erster Eindruck

Auch wenn der Film eigentlich für ein jugendliches Publikum gedacht ist, wurde er von den Eröffnungsgästen mit großem Zuspruch aufgenommen. Die allgemeine Stimmung war positiv, neben dem wunderbaren Bilddesign wurden vor allem die Leistungen der Schauspieler gelobt. Wer „Dröm Vidare“ auch noch sehen möchte, kann dies am Freitag um 14 Uhr oder am Samstag um 21:30 Uhr nachholen.

Doch dieser Film ist nicht das einzige Angebot, das in den kommenden Tagen für Überraschung und Begeisterung sorgen sollte. Das Programm des Internationalen Filmwochenendes findet man hier. Wer es selbst nicht nach Würzburg schaffen sollte, wird bei uns auf dem Laufenden gehalten, da wir in den kommenden Tagen noch öfter über das grandiose Event berichten werden.

- Felix Heiderich


Photo Credits & Copyright: ©2018 Int. Filmwochenende Würzburg, ©2015 Pluto Films

„Lady Bird“ – Verheißungsvolles Regie-Debüt

Die Teenagerin Christine McPherson (Saoirse Ronan), die sich selbst den Künstlernamen ‚Lady Bird‘ gegeben hat, möchte aus ihrer Heimat, der Kleinstadt Sacramento im Norden Kaliforniens, ausbrechen und endlich auf eigenen Beinen stehen. Eingeengt fühlt sie sich nicht nur wegen der konservativen katholischen Umgebung, sondern auch wegen der komplizierten und turbulenten Beziehung zu ihrer Mutter Marion McPherson (Laurie Metcalf, ‚Roseanne‘) und ihrem, seit neustem arbeitslosen, Vater Larry McPherson (Tracy Letts, ‚The Big Short‘).

Christine möchte an die amerikanische Ostküste fürs College, „where culture is“, und kann es kaum erwarten, endlich ihre Highschool hinter sich zu lassen. Doch das letzte Jahr, ihr Senior Year, ist um einiges prägender, als die Jugendliche gedacht hätte.
Sie verbringt nicht nur die meiste Zeit mit ihrer besten Freundin Julie Steffans (Beanie Feldstein, ‚Bad Neighbors 2‘), sondern entdeckt auch die Jungswelt für sich – in Form der zwei jungen Männer Danny O‘Neill (Lucas Hedges, ‚Manchester by the Sea‘) und Kyle Scheible (Timothée Chalamet, ‚Interstellar‘), zu denen Christine sich romantisch hingezogen fühlt.

„Set in Sacramento, California in 2002, amidst a rapidly shifting American economic landscape, Lady Bird is an affecting look at the relationships that shape us, the beliefs that define us, and the unmatched beauty of a place called home.“
Majestic Theater

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Begeisterndes und berührendes Solo-Regie-Debüt

‚Lady Bird‘ ist das Solo-Regie- und Drehbuch-Debüt von Greta Gerwig, die man als Schauspielerin unter anderem bereits in ‚Jackie: Die First Lady‘ oder auch ‚Maggies Plan‘ gesehen hat. Vor ihrer Solo-Arbeit an der Tragikomödie hat Gerwig schon mehrfach bei Produktionen als Co-Autorin und Co-Regisseurin, zum Beispiel bei dem Film ‚Nights and Weekends‘ mit Joe Swanberg, mitgewirkt.

„I think that so much of my job as a director is to create a safe, calm, free environment where people feel free to make mistakes. […] That is because I feel like the best work actors do is when they feel empowered.“

– Greta Gerwig im Interview mit Slate

Für die Hauptrolle der Christine ‚Lady Bird‘ McPherson konnte Greta Gerwig die irische Schauspielerin Saoirse Ronan gewinnen. Saoirse war mit ihren 23 Jahren bereits in vielen Produktionen zu sehen und ist beispielsweise bekannt aus ‚In meinem Himmel‘, ‚Grand Budapest Hotel‘ oder auch ‚Brooklyn – eine Liebe zwischen zwei Welten‘, wofür sie in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ bei den Oscars 2016 nominiert wurde.
Ihren großen Durchbruch hatte Ronan aber bereits 2007 mit dem Film ‚Abbitte‘ (im Original: ‚Atonement‘), in dem unter anderem auch Keira Knightley and James McAvoy mitspielten. Regie führte Joe Wright. Saorise wurde für ihre Performance in dem Drama für einen Oscar in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ nominiert – mit gerade einmal 13 Jahren eine der jüngsten Personen, die je für die Academy Awards vorgeschlagen worden waren.

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Super Kritiken und bereits die ersten Preise

‚Lady Bird‘ feierte auf dem Toronto Film Festival im September 2017 seine Weltpremiere und lief bereits Anfang November in den amerikanischen Kinos an. In Deutschland kann man den Film leider erst ab dem 19. April 2018 sehen.

Das Warten scheint sich aber allem Anschein nach zu lohnen, denn seit der Veröffentlichung bekam die Coming-of-Age-Komödie fast ausschließlich positives Feedback, sowohl von Seiten der Kritiker als auch von Seiten des Publikums. Beispielsweise erzielt der Film bei IMDb zurzeit 8,5 von 10 Punkten und bei Metacritic 94% positive Reviews (unter den Zuschauern sogar 98%).

Die große Überraschung war, dass „Lady Bird“ bei der populären Film- und Kritik-Datenbank Rotten Tomatoes einen neuen Rekord gebrochen hat. Unter den bis dato 164 abgegebenen Reviews gab es kein einziges negatives Feedback – Resultat: „100% fresh“ (Stand 27.11.17, film.tv).
So wurde ‚Toy Story 2‘ auf Platz Zwei verdrängt, mit einer 100% positiven Wertung bei 163 Kritiken. Platz Drei belegt jetzt übrigens der Dokumentarfilm ‚Man On Wire – Der Drahtseilakt‘ mit 157 guten Reviews. Inzwischen befindet sich unter 197 Kritiken eine einzige negative Bewertung, was aber immer noch einer positiven Wertung von 99% entspricht.

Für ihre Arbeit bekam Greta Gerwig bei den Gotham Awards dieses Jahr bereits den Preis für die Kategorie „Beste Regisseurin“ verliehen. Auch konnte Laurie Metcalf die Auszeichnung für die „Beste Nebendarstellerin“ mit nach Hause nehmen. Außerdem findet sich „Lady Bird“ auch auf der aktuellen Filme-Top-10-Liste des National Board of Review (NBR) wieder. Diese Liste ist bekannt dafür, schon ein gewisses Vorgefühl hinsichtlich der Oscar-Nominierungen zu vermitteln.

Für die „Lady Bird“-Crew gab es ebenfalls mehrere Nominierungen bei den Golden Globes, unter anderem für Greta Gerwig in der Kategorie „bestes Drehbuch“ oder Laurie Metcalf als „beste Nebendarstellerin“. Bei der 75. Golden Globes Verleihung am letzten Wochenende in Beverly Hills konnte die Komödie schließlich sogar zwei Preise abräumen. Nicht nur wurde der Film in der Kategorie „Best Motion Picture – Musical or Comedy“ ausgezeichnet, sondern Saoirse Ronan bekam ebenfalls den Award für die beste Hauptdarstellerin.

Man darf also gespannt sein, ob auf das Team um Gerwig nach so viel Erfolg nicht bald noch eine der ersehnten Nominierungen bei dem Academy Awards wartet. Diese werden bereits am 23. Januar bekannt gegeben.

„You might think you’ve seen this all before. You probably have, but never quite like this. What Ms. Gerwig has done — and it’s by no means a small accomplishment — is to infuse one of the most convention-bound, rose-colored genres in American cinema with freshness and surprise. […] The script is exceptionally well-written, full of wordplay and lively argument. Every line sounds like something a person might actually say, which means that the movie is also exceptionally well acted. […] I wish I could convey to you just how thrilling this movie is.“
New York Times

- Sarah Häring


© Photo Credits & Copyright: © 2017 UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL. ALL RIGHTS RESERVED

„The Room“ ist zurück – in „The Disaster Artist”

Der ursprüngliche Film “The Room“ aus dem Jahr 2003 handelt von einem Beziehungsdrama zwischen dem Banker Johnny und seiner zukünftigen Frau Lisa (Juliette Danielle). Diese hat aber keine Gefühle mehr für ihren Verlobten und fängt nicht nur eine Affäre mit seinem besten Freund Mark (Greg Sestero) an, sondern verbreitet zu allem Übel auch noch das Gerücht, Johnny hätte sie geschlagen („and he did not hit her, that is bullshit, he did not!“). Die Geschichte nimmt ihren verhängnisvollen Lauf, bei dem auch Football und ein Drogendeal eine mehr oder weniger große Rolle spielen.

Die Hauptrolle Johnny wird von Tommy Wiseau gespielt, der ebenfalls das Drehbuch schrieb und bei dem Drama die Regie führte. Er gelangte zusammen mit seinem Werk „The Room“ zu internationaler Berühmtheit wegen der durch und durch schlechten Kritiken (beispielsweise aktuell auf IMDb: 3,6/10 oder bei Rotten Tomatoes: 2,9/10). Bemängelt werden unter anderem die Handlungslöcher, unfreiwillig komische Dialoge und die Unerfahrenheit der Schauspieler. Dadurch hat es der Film aber 14 Jahre später zum Kultstatus geschafft und wird auch gerne als „bester schlechtester Film aller Zeiten“ oder auch „The Citizen Kane of Bad Movies“ betitelt.

„A bona fide classic of midnight cinema, Tommy Wiseau’s misguided masterpiece subverts the rules of filmmaking with a boundless enthusiasm that renders such mundanities as acting, screenwriting, and cinematography utterly irrelevant. You will never see a football the same way again.“
Rotten Tomatoes

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Dreifache Franco-Ladung bei "The Disaster Artist"

Mit “The Disaster Artist” kommt bald die Entstehungsgeschichte hinter dem Kult-Klassiker ins Kino, basierend auf dem Bestseller „The Disaster Artist: My Life Inside The Room, the Greatest Bad Movie Ever Made“ (2013) von Greg Sestero. Mit viel Humor beschreibt der Schauspieler mithilfe des Schriftstellers Tom Bissell in diesem Buch seine Erfahrungen bei dem Dreh zu „The Room“ und wie es dazu kam.

Nach wahren Begebenheiten erzählt, treffen der etwas eigene und mysteriöse Tommy Wiseau (gespielt von James Franco,“127 Hours”) und der ehrgeizige Nachwuchsschauspieler Greg Sestero (Dave Franco, “Nerve”, “Die Unfassbaren – Now You See Me”) in einer Schauspielschule aufeinander. Nach einer Weile werden die beiden unterschiedlichen Charaktere nicht nur Freunde, sondern beschließen auch, ihrem Traum einer Karriere in Hollywood gemeinsam etwas auf die Sprünge zu helfen. Nämlich mit dem Dreh eines eigenen Films, „The Room“.

Gesagt, getan. Tommy übernimmt das Schreiben des Drehbuchs und investiert sein eigenes Vermögen in Equipment und Crew, damit die Produktion so schnell wie möglich starten kann. Dass er, Hauptdarsteller, Regisseur, Produzent und Autor in einer Person, aber eigentlich keine Ahnung vom Filmemachen hat, macht die ganze Sache nicht unbedingt einfacher.

„A delightful tribute to the joy and madness of making movies[.]“

firtshowing.net

James Franco übernahm in „The Disaster Artist“ nicht nur die Hauptrolle des Tommy Wiseau, sondern führte auch Regie. Francos Einfluss und Kontakte merkt man auch bei der Besetzung der weiteren Rollen. So wird beispielsweise die dritte Hauptrolle des erfahrenen Script Supervisors Sandy Schklair von Seth Rogen (“Bad Neighbors”, “Das ist das Ende”) gespielt, der schon für mehrere Filme mit James Franco zusammenarbeitete.

Zusätzlich sind noch viele weitere namhafte Schauspieler mit von der Partie, wie Zac Efron (“Bad Neighbors 2”), Josh Hutcherson (“the Hunger Games”), Ari Graynor, Alison Brie, Jacki Weaver, Zoey Deutch oder Melanie Griffith. Sogar der dritte Franco-Bruder, Tom Franco („Basket Case 2“), hat eine Rolle in der Komödie ergattert und auch der echte Tommy Wiseau tritt in einer Nebenrolle auf.

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Nominierung für einen Oscar?

Bisher konnte „The Disaster Artist“, im Gegensatz zu seinem porträtierten Vorbild, sehr viel bessere Bewertungen sammeln (beispielsweise überzeugte er 94% der Kritiker bei Rotten Tomatoes) und besonders James Francos Performance wird hochgelobt. Da er für die Hauptrolle bereits jetzt verschiedene Nominierungen und Preise erhielt (z.B. bei den Critics‘ Choice Movie Awards, den Gotham Awards, den Satellite Awards oder den Independent Spirit Awards), halten es viele der Kritiker für möglich, dass er auch für einen Oscar nominiert werden könnte.

Was den Film auszeichnet, ist die ungewöhnliche Charakterstudie und die Zeichnung eines sturen Werdegangs, der sich selbst im Scheitern nicht aufgehalten sieht.

The movie is a bizarre story, unlike any Hollywood story, and Tommy is unlike anybody in Hollywood history. But at the same time it’s a very common story of people coming to Hollywood to follow their dreams, feeling like outsiders and fighting to get their vision across. Basically, this is the upside-down of ‘La La Land.’
James Franco

“The Disaster Artist” ist in den USA bereits am 01. Dezember angelaufen, in Deutschland muss man sich aber leider noch etwas gedulden. Hierzulande startet der Film erst am 01. Februar 2018 in den Kinos. Genügend Zeit also, sich mit „The Room“ bereits auf den Film einzustimmen.

Sarah Häring


Photo Credits & Copyright: © WARNER BROS ENTERTAINMENT INC. ALL RIGHTS RESERVED

Packender Psychothriller – Kinostart von „Die Vierhändige“

Schon im Juni 2017 auf dem 35. Münchner Filmfest uraufgeführt, kommt heute, am 30. November 2017, endlich „Die Vierhändige“ in die Kinos – eine deutsche Psychothriller-Produktion, die es in sich hat. Auch auf dem International Film Festival in Chicago, USA und bei den Black Nights in Tallinn, Estland konnte die Produktion bereits begeistern.

Zwischen Liebe und Angst, Trauma und Wahn

Als Kind wurden die Schwestern Jessica (Friederike Becht) und Sophie (Frida-Lovisa Hamann) vor langer Zeit Zeugen eines brutalen Verbrechens. Daraufhin verspricht die Ältere, Jessica, sie werde immer auf die jüngere Sophie aufpassen. Über die Jahre entwickelt sich dieses Versprechen zu einer regelrechten Besessenheit, überall sieht Jessica Gefahren für ihre kleinere Schwester, leidet unter Wahnvorstellungen. Doch Sophie, inzwischen 25 Jahre alt, möchte ihr Leben selbst bestimmen, ihrem Traum, Pianistin zu werden, folgen und nicht mehr in ständiger Angst leben müssen.

Alles gerät außer Kontrolle, als 20 Jahre nach dem Verbrechen die Täter freigelassen werden und Jessica fest entschlossen ist, diese ausfindig zu machen. Doch mit einem Schlag ist alles anders. Bei einem Autounfall stirbt Jessica und Sophie wird schwer verletzt. Doch statt jetzt endlich ihr eigenes Leben führen zu können, hört Sophie plötzlich die Stimme ihrer toten Schwester auf ihrem Anrufbeantworter, was sie in einen Strudel aus Angst und Paranoia wirft.

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Alte Hasen und neue Gesichter

Sowohl für das Drehbuch als auch die Regie des Mystery-Psycho-Thrillers verantwortlich ist der Nachwuchsregisseur Oliver Kienle. Schon sein Spielfilmdebüt „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ (2010) wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem auch mit dem Publikumspreis des Max-Ophüls-Filmfestivals. Das Jugenddrama handelt von zwei Freunden Tommy und Sule, die in die Drogenkriminalität abrutschen.

Die Hauptrollen in „Die Vierhändige“ spielen Frida-Lovisa Hamann (“Die weiße Schlange“, „Zuhause“) und Friederike Becht, bekannt aus den Filmen “Der Vorleser”, “Im Labyrinth des Schweigens“ oder „Westwind“, sowie Christoph Letkowski („300 Worte Deutsch“, „Die Reste meines Lebens“).

Produziert wurde der Thriller von Klaus Dohle und Markus Reinecke, die bereits für verschiedene Filme, wie „Hektors Reise oder die Suche nach dem Glück“, „Goethe!“ oder „Der geilste Tag“ eine hervorragende Zusammenarbeit bewiesen.

- Sarah Häring

Photo Credits & Copyright: © Camino Filmverleih

„Der Herr der Ringe“ jetzt auch als TV-Serie

Disney kündigte am 9. November an, dass „Star Wars“ nun eine Live-Action-Adaption bei Disneys geplantem Streaming-Dienst erhalten soll. Bei so einer großen Franchise wollte Amazon sich anscheinend nicht ausstechen lassen: Das Unternehmen kündigte am 13. November an, dass es sich die weltweiten Fernsehrechte für die Fantasy-Reihe gesichert hat und setzte sich so gegen die Konkurrenten Netflix und HBO durch.

Die Produktion wird eine Zusammenarbeit der Amazon Studios mit Tolkien Estate and Trust, HarperCollins und der zum Studio Warner Bros. Entertainment gehörenden Filmproduktionsgesellschaft New Line Cinema sein. Bis jetzt hielt der Tolkien Estate and Trust alle Rechte zu den Werken des verstorbenen Autors J. R. R. Tolkien und New Line Cinema produzierte die bisherigen Filme. Die geplante Verfilmung scheint eine Reaktion sowohl auf den Erfolg der neuen Live-Action-Serie „Star Trek Discovery“ zu sein, für die jetzt schon eine zweite Staffel geplant ist, als auch auf den Erfolg der HBO-Serie „Game of Thrones“.

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Die neue Produktion zu „Der Herr der Ringe“ soll ein mehrere Staffeln umfassendes Projekt werden. Hierfür sind angeblich schon fünf Staffeln und ein potenzieller Ableger geplant. Die globalen Rechte alleine sollen laut dem Hollywood Reporter einen Wert von 250 Millionen US-Dollar haben, für diese Summe hat sie Amazon erworben. Erste Schätzungen legen die Produktionskosten bei bis zu einer Milliarde US-Dollar fest. Ein Budget, das normalerweise den großen Blockbustern vorbehalten ist, was jedoch angesichts des Kultstatus des Romans und der Filmtrilogie nicht allzu sehr überrascht.

Worum es genau in der neuen Serie gehen soll, ist noch nicht bekannt. Doch in einer Pressemitteilung erklärt Amazon, dass sie „previously unexplored stories“ basierend auf J.R.R. Tolkiens originalen Werken verfilmen wollen. Zeitlich wird die Serie vor den Ereignissen der „Herr der Ringe“-Trilogie situiert sein. Grundsätzlich wird sie weiterhin auf den Originalen von J.R.R.Tolkien basieren. Ob hiermit nur die beiden Trilogien von J.R.R. Tolkien oder auch die von seinem Sohn, Christopher Tolkien, veröffentlichten Werke gemeint sind, gibt aber noch Anlass zu Spekulationen.

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Die Serie wird für den Streaming-Dienst Prime Video entwickelt werden und soll für alle Kunden mit einem Prime-Abonnement ohne zusätzliche Kosten zugänglich sein. Außerdem plant das Unternehmen eine zeitgleiche Veröffentlichung der Serie für alle 200 Länder, in denen Prime Video verfügbar ist.

Niko Reichart & Sarah Häring

Photo Credits & Copyright: © Photofest

Dark – Das deutsche Stranger Things

Bereits im Februar letzten Jahres hatte der Streaming-Konzern Netflix den Auftrag der neuen Serie angekündigt. Im Oktober 2016 begannen dann schon die Dreharbeiten und jetzt bekam man endlich den ersten Trailer zu Gesicht – die Rede ist von der neuen Mystery-Thriller-Produktion Dark.
Das Besondere dabei ist auch, dass es sich hier um das erste komplett deutsche Netflix-Original handelt.

Der Streaming-Dienst wird die gesamte erste Staffel der Serie, die aus zehn Folgen à jeweils 60 Minuten besteht, ab dem 1. Dezember 2017 veröffentlichen und das nicht nur in Deutschland, sondern in insgesamt 190 Ländern.

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Darum geht es in Dark

Die Idylle der fiktiven deutschen Kleinstadt Winden wird jäh zerstört, als kurz nacheinander zwei Kinder auf mysteriöse Weise verschwinden. Die vier von diesen Ereignissen betroffenen Familien versuchen das Verschwinden aufzuklären. Dabei werden nicht nur die Beziehungen zwischen ihnen aufgedeckt, es kommen auch zahlreiche dunkle Geheimnisse ans Licht… unter anderem auch, dass nicht zum ersten Mal Sonderbares in dieser Stadt passiert.

„Die Frage ist nicht wo, die Frage ist nicht wer, die Frage ist nicht wie, […] sondern wann.“

Vieles geht dabei auf das Jahr 1986 zurück, wo sich das Schicksal der Familien miteinander verknüpft zu haben scheint, aber auch die Jahre 1953 und 2019 spielen wohl eine wichtige Rolle.

Großartige Besetzung und Crew

Zuständig für die Umsetzung ist Baran bo Odar als Regisseur und Produzent, der zusammen mit Drehbuchautorin Jantje Friese ebenfalls das Skript zur Serie entwickelt hat. Beide hatten bereits 2014 mit dem gemeinsamen Kinofilm ‘Who Am I – Kein System ist sicher’ große Erfolge gefeiert.

Bei der Besetzung von ‚Dark‘ finden sich ebenfalls einige bekannte Gesichter wieder. Die Hauptrolle des Jonas Kahnwald spielt Louis Hofmann, der bereits in ‚Unter dem Sand‘, ‚Die Mitte der Welt‘ oder ‚Tom Sawyer‘ zu sehen war. Auch Oliver Masucci (Er ist wieder da) und Jördis Triebel (Emmas Glück) sind Teil der neuen Produktion als die Figuren Ulrich und Katharina Nielsen.

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Zu dem etwas unbekannteren Teil des Casts gehören Maja Schöne als Hannah Kahnwald, Karoline Eichhorn und Stephan Kampwirth (Who Am I) als Charlotte und Peter Doppler, Andreas Pietschmann und viele mehr.

Die Weltpremiere feierte ‚Dark‘ bereits beim kanadischen International Film Festival in Toronto und die Europa-Premiere wird am 20. November in Berlin stattfinden.

– Sarah Häring

Photo Credits & Copyright: © 2016 Netflix

Social Movie Night mit “Happy Deathday”

Die Social Movie Night feierte am 30. Oktober Jubiläum. Schon 50 Mal lud der YouTuber und Filmkritiker Robert Hofmann ein, mit ihm und einigen Stars einen Film zu genießen. Diesmal wählte der berühmte Social Media-Star erstmalig das Cinecitta in Nürnberg als Location. Neben Hofmann waren auch andere bekannte YouTuber mit von der Partie. Die Fans wurden von Nino Kerl von ninotakutv, ein Kanal mit dem Fokus auf Anime und Gaming, Sebastian Meyer von rewinside, ein Vlogger und Let’s Player, und dessen Freundin Jodie Calussi, ebenfalls Vloggerin, sehr herzlich und locker empfangen.

Nach langem Anstehen und Frieren fand man sich in der Empfangshalle des Cinecittas wieder. Diese wurde, passend zu Halloween und dem bevorstehenden Film, mit Skeletten, Spinnen und anderen Kreaturen schaurig dekoriert. Zur Verkürzung der Wartezeit gab es Muffins und Bowle. Die allgemein lockere Stimmung wurde durch Robert Hofmann verstärkt, der fleißig Torte an die Wartenden verteilte.

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Auch das „Meet and Greet“ mit den Internet-Stars lief sehr entspannt und gemütlich ab. Jodie und Sebastian (kurz Rewi) empfingen ihre Fans vor einer großen Fotoleinwand, um den Fanbildern einen seriösen Touch zu verleihen. Um Nino tummelte sich eine kleine Traube von Fans und der Initiator des Abends Robert war ständig unterwegs, um sich um die vorfreudigen Besucher zu kümmern.

Gegen 20 Uhr war es dann endlich soweit. Die über hundert Zuschauer durften auf einer der größten 3D-Leinwände Europas den Film „Happy Deathday“ als erstes deutsches Publikum genießen. In „Happy Deathday“ verwendet der Regisseur Christopher Landon ein bereits bekanntes Prinzip: Die junge Studentin Tree (Jessica Rothe) durchlebt immer wieder den gleichen Tag. Als wäre das nicht schlimm genug, wird sie am Ende dieses Tages ermordet. Somit wird ihr Geburtstag ironischerweise zu ihrem anscheinend unausweichlichen Todestag.

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Ein gruseliger Film, mit der richtigen Portion schwarzem Humor. Das fanden nicht nur die zahlreichen Gäste, sondern auch die Veranstalter. So beschreibt Nino „Happy Deathday“ als einen unterhaltenden Film, der sich selbst nicht zu ernst nehme. Das eher geringe Budget von etwa fünf Millionen Dollar wurde gut umgesetzt und zu einem amüsanten Streifen verarbeitet. Ein ähnliches Fazit zieht auch Robert Hofmann:

“Es ist ein seichter, einfacher Horrorfilm […]. Das ist kein besonders gruseliger, ekelhafter Film, sondern vermischt sich eigentlich eher mit leichten Teenie-Thriller Elementen und vor allem auch ein bisschen Komödie. […] Für Horror-Genre-Einsteiger ist ‚Happy Deathday‘ ein guter Anfang!”

Robert Hofmann

Wer mehr über die Slasher-Komödie erfahren möchte, darf sich gerne unsere Review durchlesen. Diese könnt ihr bald hier finden.

– Felix Heiderich

© Photo Credit: © 2017 UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL. ALL RIGHTS RESERVED

LORD OF THE FLIES – WANN KOMMT DIE NEUVERFILMUNG?

Die Buchvorlage, die bereits 1954 veröffentlicht wurde, handelt von einer Schülergruppe, bestehend aus 6- bis 12-jährigen Jungen, die nach einem Flugzeugabsturz auf einer Insel gestrandet sind. Bereits nach kurzer Zeit teilen sie sich in zwei Lager, welche sich zunehmend entfremden. Während das eine Lager versucht durch eher demokratische Entscheidungen ein zivilisiertes Leben aufzubauen, leben die anderen Jungen ein anarchistisches System. Die Koexistenz dieser beiden Gruppen führt zu einigen Konflikten und droht gewaltsam zu eskalieren.

Bereits drei Mal wurde der Klassiker schon verfilmt, doch nach Aussage von Deadline haben Scott McGehee und David Siegel geplant, den Herr der Fliegen erneut auf die Leinwand zu bringen. Im Gegensatz zu den vorherigen Filmadaptionen wollen McGehee und Siegel einen kleinen Twist vornehmen: Alle Hauptdarsteller sollen weiblich sein. Sie begründen ihre Idee damit, dass die Zuschauer so die Geschichte auf eine neue psychologische Weise sehen werden.

“[The subject matter] is aggressively suspenseful, and taking the opportunity to tell it in a way it hasn’t been told before, with girls rather than boys, is that it shifts things in a way that might help people see the story anew. It breaks away from some of the conventions, the ways we think of boys and aggression.”
Scott McGehee

Obwohl McGehee und Siegel bereits öfters zusammen überzeugen konnten (Trügerische Stille, Das Glück der großen Dinge), ist das Internet noch nicht sicher, ob der Geschlechterwandel eine gute Idee ist. Da der Film die innere Psyche des Menschen zeigen soll, finden es viele ironisch, dass keine Frau an der Produktion beteiligt werden soll. Oder wie vanityfair sehr passend zusammenfasste:

 „Because no one understands the psyche of a teen girl like two men.”

Auch wenn es bisher noch keine weiteren Informationen gibt, kann man bereits auf Twitter einige amüsante Kommentare finden, die McGehees und Siegels Idee ironisch auf den Arm nehmen.

– Felix Heiderich

© Photo Credit: © Columbia Pictures/Photofest © Columbia Pictures

Ocean’s Eight – Was wir wissen & die heißesten Gerüchte

Acht namhafte Darstellerinnen

Gary Ross führt Regie von Ocean’s Eight und produziert, in Zusammenarbeit mit George Clooney und Steven Soderbergh, basierend auf dem Skript von Olivia Milch und ihm selbst nicht nur ein Spin-off, sondern zugleich eine Fortsetzung der bereits bestehenden Ocean’s Trilogie. Die Produzenten Soderbergh, der bereits für die Trilogie in gleicher Rolle aktiv war, und Clooney, damals noch vor der Kamera, bringen ihre langjährige Erfahrung im Business und Genre ein. Seit Oktober des vergangenen Jahres wird der Film in New York City produziert.

Besetzt wird der Streifen mit acht sehr populären Gesichtern, die als Schauspielerinnen und Musikerinnen bekannt sind. So wird Sandra Bullock als Debbie Ocean auftreten und Dannys entfremdete Schwester verkörpern. An ihrer Seite stehen wird unter anderem Cate Blanchett, die vor allem durch ihre Rolle als Galadriel in der Herr der Ringe- und Hobbit-Trilogie an Bekanntheit erlang. Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Sarah Paulson und Mindy Kaling sind die weiteren Darstellerinnen, die im Film zuhause sind. Die letzten beiden Mitglieder des Achter-Teams sind dann eher eine Überraschung. Unter anderem wird Sängerin Rihanna wieder filmisch aktiv und lässt Projekten wie Battleship (2012) neue Nahrung folgen. Die interessanteste Schauspielerin ist vielleicht Awkwafina. Es handelt sich um eine junge US-Amerikanerin, die im Alter von 17 zu rappen begann und sich seitdem nach oben gearbeitet hat.

Fragezeichen bezüglich der Handlung

Während bereits einige Bilder des Drehs im Internet kursieren, ist die Handlung größtenteils noch unklar. Immerhin wird im guten Ocean’s-Stil wieder ein Raub die Grundlage des Films bieten. Dieses mal soll Debbie Ocean den Raub während der Met Gala in New York City durchführen. Dafür stellt sie eine perfekt geeignete Mannschaft zusammen, die aus den anderen sieben erwähnten Mitgliedern besteht. Als Gegenspieler werden Damian Lewis als der Ex von Debbie und Opfer des Überfalls, Richard Armitage und James Corden dabei sein. Der Handlungsstrang rankte sich in der Original-Trilogie vor allem rund um das Casino. Um die Atmosphäre der Filme nachzuempfinden, werden in Online-Casinos Atmosphären kreiert, die dem realen Erlebnis möglichst nahe kommen, sei es mit echten Dealern oder Gegenspielern. Das besondere hierbei ist, dass alles in Echtzeit gegen andere Menschen stattfindet. Die unzähligen Spiel-Varianten bieten sogar noch viel mehr Möglichkeiten, als das in einem physischen Casino möglich wäre. Wir erinnern und an die Filme: In Ocean’s Eleven musste das Casino ausgeraubt werden, bevor das Geld in Ocean’s Twelve wieder eingenommen wird, um schließlich in Ocean’s Thirteen die Neueröffnung eines weiteren Casino-Unternehmens von Al Pacino zu durchkreuzen. Ob dies auch in Ocean’s Eight wieder eine Rolle spielen wird?

Während Blanchett bereits öffentlich machte, mit den Dreharbeiten zum Film abgeschlossen zu haben, können sich die Ocean’s-Freunde auf einige Star-Auftritte freuen. Unter anderem werden Alexander Wang, Kim Kardashian, Kendall Jenner, Katie Holmes, Zayn Malik und viele mehr in kleineren Rollen im Film verteilt auftauchen. Matt Damon und Carl Reiner werden ebenso in ihren aus Ocean’s Eleven bekannten Rollen dabei sein. Um sich entsprechend auf Ocean’s Eight vorzubereiten, bleibt allen Fans noch fast ein ganzes Jahr Zeit. Ob sie dies dann im Casino oder mit dem Schauen der bereits abgeschlossenen Trilogie verbringen, ist ihnen selbst überlassen. Die Besetzung des Films verspricht jedenfalls schon jetzt ein lohnenswertes Spektakel.


Photo Copyright Header © Barry Wetcher/Warner Bros. Pictures/Warner Bros. France

Oats Studios: Neill Blomkamps bahnbrechendes Projekt nach Chappie

Was ist Oats Studios?

Nach District 9, Elysium und Chappie, welche man alle wohl als die größten Erfolge von Neill Blomkamp bezeichnen dürfte, versuchte Blomkamp sich an einem Alien-Film. Doch trotz der beeindruckenden Concept Art, welche sich massiv im Internet verteilte, kommt es wohl leider nicht zu einem Regiestuhl im Alien-Franchise-Universum für Blomkamp, wenn man sich Ridley Scotts Aussage dazu mit den Kollegen von IGN anhört.

Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, fährt Blomkamp nicht nur ein bisschen auf, nein, er versucht genau genommen gerade Hollywood komplett umzukrempeln – und zwar mit experimentellen Kurzfilmen.

Aber bevor wir jetzt tiefer einsteigen, schaut euch einfach den zweiten offiziellen Trailer zum Oats Studios Volume 1 an.

Was ist Oats Studios? – Fortsetzung

Oats Studios ist das komplette Gegenteil von so ziemlich allem, was ihr von Hollywood kennt. Oats Studios macht einen echten Hollywood-Regisseur (Blomkamp) nahbar und das auf vielen Ebenen.

Neill Blomkamp will die kollektive Kreativität seiner Filmgemeinde einholen und nur noch Projekte verfolgen, die auch eine massive Fanbase haben – wohl auch, um eventuellen Kassenflops (wozu Chappie leider gezählt werden darf) vorzubeugen. Daher produziert er in Eigenregie experimentelle, zum Teil richtig heftige (sowohl inhaltlich als auch visuell) Kurzfilme und veröffentlicht diese über Youtube, Facebook und Steam. Das Feedback holt sich Blomkamp neben Kommentaren in den sozialen Medien auch über ein Forum, in dem mittlerweile einigermaßen rege diskutiert wird. Doch zurück zu Steam: Ja, richtig gehört – Valves Spieleplattform Steam ist ein essentieller Bestandteil der Oats Studios.

Nicht nur dass dort Gamer die Kurzfilme von Blomkamp kostenfrei in exzellenter Qualität streamen können, zu jedem Kurzfilm stehen außerdem Asset zum Kauf zur Verfügung.

Assets & DLC

Was heißt das konkret? Wohl zum ersten Mal in der Geschichte von Hollywood könnt ihr euch nebst Concept Art endlich auch 3D-Modelle, Soundtrack-Dateien und die Skripte für 4,99 EUR (in Deutschland) bei Steam kaufen. Natürlich dürfte das vor allem die Hardcore-Blomkamp-Fans und technisch äußerst versierte Menschen aus der Film-/Gamebranche in Bezug auf die 3D-Modelle ansprechen, aber dennoch: Blomkamp lässt sich in die Karten schauen.

Das Beste kommt aber noch: Wer Gefallen an den Modellen findet, der kann sie auch kommerziell verwenden – natürlich gegen einen vermutlich ordentlichen Aufpreis.

Und das ist es auch genau, was Oats Studios nochmal deutlich von den Netflix-Originals oder amazon-Eigenproduktionen abhebt. Zwar kann man bei amazon beispielsweise auch als Nutzer begrenzt abstimmen, es ist aber nicht möglich, dazu DLC zu downloaden.

Ob man mit 4,99 EUR pro spezifischem und nicht für jedermann geeigneten DLC aber ein ganzes Filmstudio dauerhaft finanzieren kann, sei dahin gestellt. Es bedarf wohl noch einiger zusätzlicher Vewertungskanäle, um ein großes Einkommen mit Oats Studios zu erzielen. Natürlich haben wir aber keine Einblicke in die aktuellen Verkaufszahlen und können hier nur Mutmaßungen anstellen.

Doch seht selbst: die aktuellen Kurzfilme im Überblick

Firebase

Russland, Amerika, Vietnam und die endlosen Versuche der damaligen Zeit, den Gegner zu übertrumpfen – mit allen Mitteln! Die Story kann was!

Rakka

Endzeit, Versklavung, abgefahrene Aliens und biomechanische Experimente – verstörend gut!

Unverkennbar: Neill Blomkamps Stil

In jedem Fitzel der Kurzfilme, Trailer und Stories erkennt man eins: Neill Blomkamps unverkennbaren Stil. Dieser findet sich in den Props, Requisiten, Waffen, Technologien und Kreaturen sowie Kostümen jederzeit wieder.

In Firebase wird man auf fast schon melancholische Weise an die Zeiten der ChemRail Rifles aus Elysium erinnert, oder an die genialen Waffen und das Exosuit aus District 9. Das ist Blomkamp. Das ist Liebe zum Detail, Liebe zum Filmemachen und nicht nur eine plumpe Story, die so mit visuellen Effekten überlagert wird, dass man hofft, das Publikum achte vielleicht weniger auf eine spannende Handlung.

Wir sagen: weiter so!


Photo Credit © Columbia Pictures

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