Die besten Filme des Jahres 2017

Horror-Remake von Stephen Kings “Es“

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Das Remake des Horror-Klassikers „Es“ („It“) von Stephen King darf auf dieser Liste natürlich nicht fehlen. Der Film um den Horrorclown Pennywise von Regisseur Andy Muschietti sprengte mit seinen Rekordzahlen alle Erwartungen. Nach 24 Stunden hatte der Trailer bereits 197 Millionen Views, was ihn zum meist geschauten Trailer macht. In den USA war der Film bereits Ende September der erfolgreichste R-Rated (entspricht FSK von 16 – 18) Horror-Film aller Zeiten und verdrängte somit den Klassiker „Der Exorzist“ nach über 40 Jahren von Platz 1. Kein Wunder also, dass die Fortsetzung „Es – Teil 2“ bereits von Warner Brothers für 2019 angekündigt wurde.

Oscar-Überraschung „Moonlight“

„Moonlight“ erzählt in drei Kapiteln die Geschichte von Chiron, einem afroamerikanischen Jungen, der in Miami unter schwierigen Umständen aufwächst und nach und nach seine Homosexualität entdeckt. Das Werk von Regisseur Barry Jenkins setzt sich sensibel mit dem Thema auseinander und lässt den Zuschauer völlig in die Geschichte eintauchen.

Überraschenderweise stach „Moonlight“ den Favoriten „La La Land“ dieses Jahr bei dem Rennen um den Oscar für die Kategorie „bester Film“ aus. Grund genug, sich das brillante und mitreißende Drama anzuschauen, falls man es noch nicht gesehen hat!

Sci-Fi-Fortsetzung „Blade Runner 2049”

„Blade Runner 2049“ knüpft an den Kultfilm „Blade Runner“ des bekannten Regisseur Ridley Scott aus den 80er Jahren an. Die sowohl düstere als auch visuell beeindruckend Fortsetzung handelt von der Herstellung von Replikaten, also künstlichen Menschen, die für Weltall-Kolonien gezüchtet werden. Dies ist eigentlich verboten, doch als Niander Wallace (Jared Leto) die verbesserte Version „Nexus 9“ entwickelt, wird die Produktion 2036 wieder aufgenommen. Die Aufgabe der „Blade Runner“-Einheit ist es nun, die älteren Modelle, die sich noch auf der Erde verstecken, zu finden und zu vernichten. Zu dieser Gruppe gehört auch „K“ (Ryan Gosling), der bei seiner Arbeit auf eine düstere Verschwörung stößt, die ihn auf die Spur des ehemaligen, seit 30 Jahren verschwundenen, „Blade Runners“ Deckard (Harrison Ford) bringt.

Auch wenn das Werk von Regisseur Denis Villeneuve im Kino floppte, gehört er für viele Kritiker zum Einen durch seine beeindruckende Kulisse zu den Top-Filmen diesen Jahres, aber auch aufgrund der großartigen schauspielerischen Leistung von Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford.

Zweite Weltkrieg-Drama “Dunkirk”

Das packende Survival-Drama „Dunkirk“ ist das neue Werk des Star-Regisseuren Christopher Nolan („The Dark Knight“, „Inception“) und handeln von der Schlacht um Dünkirchen im zweiten Weltkrieg.

Nolan schaffte es, diese schwierige Thema in einen mitreißenden Film zu verwandeln und durch die verschachtelte Erzählweise den Zuschauer die gesamte Filmlänge über zu fesseln. Dass er es mit den historischen Fakten manchmal nicht zu genau nimmt, kann man aber wegen der authentischen Umsetzung verschmerzen. Auch der Soundtrack von Hans Zimmer sticht positiv heraus. Die Rollen werden unter anderem gespielt von Fionn Whitehead, Mark Rylance und Tom Hardy.

Frauenpower bei "Wonder Woman"

Nach dem enttäuschenden Film “Batman V Superman”, sahen viele Comic-Fans den Release von „Wonder Woman“ äußerst skeptisch entgegen. Doch glücklicher Weise übertraf Patty Jenkins mit seinem Werk die Erwartungen und sorgte für eine der größten Kino-Überraschungen des Jahres. Mit Gal Gadot in der Hauptrolle der Diana bekommt man genau die starke und beeindruckende Kämpferin, die man sich erhofft hat und die weiteren Darsteller Chris Pine, Robin Wright und Connie Nielsen runden diesen wunderbaren unterhaltsamen und tiefgründigen Superheldenfilm ab.

Horror-Satire "Get Out"

Auch „Get Out“ von Jordan Peeles war einer der Überraschungshits diesen Jahres. Der satirische Mystery-Horror-Thriller begleitet den jungen Afroamerikaner Chris Washington, der mit seiner weißen Freundin Rose Armitage ein Wochenende bei ihren Eltern auf einem abgelegenen Landsitz verbringt. Der Besuch bei den Schwiegereltern wird jedoch zum ultimativen Albtraum.

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Die Horrorsatire mit einem fiesen Sinn für Humor und einem sehr bizarren Plot war nicht nur ein Publikums-, sondern auch ein Kassenhit. Die Produktion, bei der Jordan Peeles nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb, kostete gerade einmal fünf Millionen Dollar, konnte aber an den Kinokassen weltweit mehr als 250 Millionen Dollar einspielen.

Zu „Get Out“ kann man hier unsere ausführliche Review durchlesen.

Berührendes Drama „Manchester by the Sea“

Das tiefberührende Drama „Manchester by the Sea“ handelt von Lee Chandler (Casey Affleck), einem Hausmeister in Boston und stiller Einzelgänger. Sein Leben verändert sich aber jäh, als er einen Anruf bekommt, dass sein Bruder Joe (Kyle Chandler) plötzlich verstorben ist. Doch das ist noch nicht alles, denn er soll jetzt die Vormundschaft für seinen Neffen, den 16-jährigen Patrick übernehmen. Dafür muss Lee in seine Heimat, die Hafenstadt Manchester-by-the-Sea, zurückkehren, dem er nur äußerst widerwillig zustimmt. Dort trifft er auch auf seine (Ex-)Frau Randi (Michelle Williams), mit der er einst ein chaotisches, aber glückliches Leben führte. Man merkt, dass bei Lee die alten Wunden der Vergangenheit noch nicht ganz verheilt sind, er aber gleichzeitig irgendwie mit den neuen Herausforderungen in seinem Leben umgehen muss.

Regisseur und Drehbuchautor Kenneth Lonergan gelang mit dieser bewegenden Darstellung ein riesiger Karrieresprung und auch Casey Afflecks Leistung in dem Film kann sich sehen lassen. „Manchester by the Sea“ wurde bei der diesjährigen Oscarverleihung in sechs Kategorien nominiert und erhielt den Oscar für den besten Hauptdarsteller und das beste Originaldrehbuch.

Animationsfilm “Coco – Lebendiger als das Leben!”

„Coco“ ist der neue Animationsfilm aus dem Hause Pixar und eroberte in rasantem Tempo die Herzen der Zuschauer. Das Publikum wird dieses Jahr von dem Animationsstudio in die Welt der Traditionen und Mythen geführt, diesmal nach Mexiko und ins „Reich der Toten“.

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Der 12-jährige Miguel (im Original gesprochen von Anthony Gonzalez) möchte unbedingt wie sein Idol Ernesto de la Cruz (Benjamin Bratt) Musiker werden. Als er am Feiertag „Día de los Muertos“ (dt.: Tag der Toten) in einer Kapelle die echte Gitarre seines Vorbilds findet, öffnet sich plötzlich auf magische Weise ein Portal, das in direkt in das „Reich der Toten“ führt.
Eine farbenfrohe und berührende Geschichte für die ganze Familie.

Oscarliebling "La La Land"

Bei Damien Chazelles „La La Land“ traf Musical auf ganz großes Kino. Der Film zeigt sowohl die Liebesgeschichte zwischen Sebastian „Seb“ Wilder (Ryan Gosling), dem aufstrebenden Jazzmusiker, und Mia Dolan (Emma Stone), der ehrgeizigen Schauspielerin, als auch gleichzeitig ihr jeweiliges Streben nach beruflichem Erfolg und dem Durchbruch in Los Angeles (City of Stars).

Mit seinen beeindruckenden Bildern und dem mitreißenden Soundtrack, begeisterte „La La Land“ Anfang des Jahres nicht nur seine Zuschauer, sondern auch sämtliche Kritiker und Jurys. Er wurde mit sieben verschiedenen Preisen bei den Golden Globe Awards 2017 ausgezeichnet, was einen neuen Rekord darstellt. Zusätzlich wurde der Film für 14 Oscars nominiert und gewann ganze sechs der beliebten Goldjungen.
Eine wunderbare Musical-Hommage an das klassische Hollywood-Zeitalter.

- Sarah Häring


© Photo Credit: © 2018 Universal Pictures International All Rights Reserved, © Disney, © Disney Pixar, © 2018 WARNER BROS ENTERTAINMENT INC. ALL RIGHTS RESERVED, © 2018 STUDIOCANAL GmbH.

Star Wars: Die letzten Jedi – Review

Die Story

Mit der Zerstörung des Hosnia-Systems und somit des Hauptsitzes der Neuen Republik und des Galaktischen Senats ist nun auch der letzte Stützpunkt des Widerstands in Gefahr. Die Erste Ordnung möchte den Widerstand mit allen Mitteln zerstören. Doch dank des waghalsigen Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac) können die letzten Widerstandskämpfer fliehen, unter ihnen auch General Leia Organa (Carrie Fisher) und Finn (John Boyega), ein Überläufer. Um die Erste Ordnung jetzt noch besiegen zu können, brauchen sie Hilfe des wohl letzten Jedi: Luke Skywalker (Mark Hamill).

Luke hat sich jedoch vor vielen Jahren von jeglichen politischen Konflikten abgeschirmt. Nach dem Verlust seiner Jedi-Schule und all seiner Schüler plagt es ihn noch immer, dass sein mächtigster Schüler, Ben Solo (Adam Driver), zur dunklen Seite der Macht hingezogen wurde. Doch Lukes Exil ist nicht von langer Dauer, da die junge Rey (Daisy Ridley) ihn aufsucht, um die Kräfte der Macht und der Jedis zu erlernen. Trotz der riesigen Kräfte, die in Rey darauf warten, genutzt zu werden, fürchtet sich Luke davor, erneut Lehrer zu sein.

Zur selben Zeit steht der letzte Kreuzer des Widerstandes davor, zerstört zu werden. Dies würde das sofortige Ende der Rebellion bedeuten. Der einzige Ausweg scheint, dass sich Finn und die junge Technikerin Rose (Kelly Marie Tran) auf eine waghalsige Expedition begeben, um das Unvermeidliche aufzuhalten – denn die Macht der Ersten Ordnung, unter Leitung des Obersten Anführers Snoke, scheint immer weiter zu wachsen. Das Gleichgewicht der Macht ist im Wanken.

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Die 'lustige' Seite der Macht

Nachdem J. J. Abrams mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ eine deutliche Hommage an die klassische Trilogie lieferte, wagt sich nun Rian Johnson, der hier die Rolle des Regisseurs und des Drehbuchautors in sich vereint, an eine relativ neue Thematik. Der Fokus liegt nicht mehr wirklich auf den Figuren, welche die Macht beherrschen, sondern zeigt lieber so viele Teilgeschichten wie möglich, die am Ende zusammenlaufen sollen. Untermalt wird dies mit einem konstant humoristischen Unterton. Leider schlägt dieser nicht immer so an, wie es sich Johnson vermutlich vorgestellt hätte. Obwohl witzige Bemerkungen und coole Sprüche bereits in vorherigen Teilen verwendet wurden, kam nie das Gefühl auf, dass diese erzwungen oder einfach nur schlecht platziert seien. So ist es aber in „Die letzten Jedi“. Es fühlt sich viel zu überladen an und wirkt, als ob man den Zuschauer dazu zwingen möchte, einfach mal zu lachen. Bedauernswerterweise ist dies für Star Wars sehr unpassend.

Seine Filme wurden schon mit zahlreichen Nominierungen für etliche internationale Filmpreise geehrt, unter anderem 2011 für einen Oscar. Doch erst seit „The Lobster“ spielen wahre Hollywood-Stars in seinen Werken mit, so auch Colin Farrell.

Während man bei einem Epos wie Star Wars über einen fehlplatzierten Witz noch mit Leichtigkeit hinwegsehen könnte, ist das unglaublich flache Drehbuch hingegen schwieriger zu ignorieren. Das Aufteilen der Geschichte in einzelne Handlungsstränge kann zwar eine sehr gute Idee sein. Die Umsetzung in „Die letzten Jedi“ ist jedoch mehr als fraglich. Obwohl jede Geschichte alleine für sich genommen einen wirklich schönen Plot darstellt, ist die Zusammenführung am Ende ein eher liebloser und erfolgloser Versuch. Auch die Einführung neuer Charaktere, wie zum Beispiel von Rose, wirkt eher tölpelhaft und unpassend, wenn man sie im gleichen Zug mit altbekannten Helden auf der Leinwand sieht.

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Die Charaktere

Eine der Figuren, auf die sich Fans am meisten gefreut haben, war Luke Skywalker. Wie bereits in der klassischen Trilogie ist dieser wieder von Mark Hamill verkörpert worden. Doch was ist aus dem einst so ikonischen Helden der Rebellen geworden? Ein alter, gebrochener Mann, der Angst vor Fortschritt hat und lieber aufgibt. Obwohl Hamill auch ein weiteres Mal zeigt, dass er sich den Platz in der Kinofilmgeschichte verdient hat, ist seine Figur einfach nur traurig gezeichnet. Hamill selbst meint in einem Interview mit ABC News, dass er komplett enttäuscht über die Entwicklung von Luke sei. Ein wahrer Jedi würde nicht wollen, dass das Zeitalter der Jedi beendet werden muss, so Hamill. Ein schwacher Luke, gespielt von einem großartigen Mark Hamill.

Daisy Ridley und John Boyega zeigen als Rey und Finn erneut eine starke Leinwandpräsenz. Die schauspielerische Qualität der beiden ist einfach überwältigend. Wie schon in „Das Erwachen der Macht“ gibt es kaum Ansätze, an denen man die Figuren und deren Schauspieler kritisieren könnte. Parallel ist es aber etwas traurig, dass Oscar Isaac als Widerstandspilot Poe Dameron viel zu kurz kam. Das Dreigespann bot eine amüsante und erfrischende Neuerung im Star-Wars-Universum. Doch der Fokus sollte nun wohl mehr auf Rey und Finn liegen.

Kelly Marie Tran ist eins der komplett neuen Gesichter. Trotz ihrer guten Leistung hatte ihr Charakter ein ähnliches Problem wie Luke: keine ersichtliche Entwicklung, schwache Dialoge, eine beinahe aufgezwungen traurige Hintergrundgeschichte und keine wirklich gute Einleitung. All dies führt dazu, dass man teilweise gar genervt ist, wenn sich eine weitere Szene mit der Mechanikerin Rose Tico anbahnt. Ihre Rolle in der Handlung wird selbst gegen Ende des Filmes nicht deutlich, doch hier soll nicht gespoilert werden. Ein großes ungenutztes Potenzial.

Zu guter Letzt sollte eine wahre Heldin des Star-Wars-Universums gewürdigt werden: Carrie Fisher. In ihrer letzten Rolle spielte sie erneut General Leia Organa. An ihrem Können sowie an ihrer Rolle gibt es fast nichts zu bemängeln. Jede Szene mit Fisher ist eine wahre Augenweide und lässt einen vereinzelt sogar Gänsehaut bekommen. Carrie Fishers Tod ist ein Verlust für das Star-Wars-Universum sowie all deren Fans gewesen. Ob, wie und vor allem wer diese Lücke in den kommenden Teilen füllen darf, wird sich noch herausstellen. Doch diese Aufgabe wird nicht sehr einfach sein. Möge die Macht mit dir sein, Carrie Fisher!

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Kritik

Wie bereits vermehrt angesprochen, ist die Story und die Entwicklung vieler Charaktere einfach deprimierend. Einige Figuren stören die Handlung und können sich dadurch nur schlecht etablieren. Auch wenn man mit viel Humor versucht, die Spannung etwas aufzulockern, wirkt dieser einfach fehlplatziert und unlustig. So etwas ist man von einem Klassiker wie Star Wars nicht gewohnt.

Auch wenn die Handlung nicht wirklich verblüffen konnte, ist die grafische und musikalische Inszenierung erneut ein Meisterwerk. Viele neue Planeten und Kreaturen hinterlassen ein ähnliches Gefühl, wie es bereits die klassische Trilogie erschaffen konnte. Die Liebe zum Detail wird mit jeder Szene deutlicher, in der eine nicht komplett animierte Figur durch das Bild stapft. Auch die musikalische Untermalung von John Williams ist erneut einfach traumhaft. Von ruhigen und nachdenklichen Klängen bis hin zu den kraftvoll geladenen Kampfelementen verkörpert die Musik genau das, was man als Fan liebt und schätzt.

Fazit

Alles in allem ist „Die letzten Jedi“ zwar ein guter Film, jedoch kein guter Star Wars. An die Erfolge seiner Vorgänger kann er trotz der großartigen Schauspieler, der musikalischen Komposition und der nahezu perfekten Spezialeffekte nicht ankommen. Grund dafür sind die Schwächen der Handlung, welche die 180 Minuten teilweise sehr in die Länge ziehen. Hoffentlich ist Episode VIII die Ruhe vor dem Sturm.

Bewertung

1,5/5

– Felix Heiderich


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HOLLYWOODS IKONEN – TNT FILM FEIERT DEN 80. GEBURTSTAG VON ANTHONY HOPKINS!

Von seinen jungen Jahren bis zur Darstellung von Charakteren wie Odin in Thor (2011) hat Anthony Hopkins einen weiten Weg hinter sich, einen verdammt weiten Weg. Wer jetzt denkt er wäre in reichen Verhältnissen aufgewachsen und alles sei Hopkins in den Schoß gefallen – der irrt. Er wuchs in einer kleinen Wohnung über der familieneigenen Bäckerei seiner Eltern Muriel und Richard Arthur auf und hatte in der Schule als Legastheniker wohl mehr Probleme als normale Kinder. Dennoch interessierte sich Hopkins aber schon in frühen Jahren stets für das Kino. Zu seinen großen Vorbildern zählen Humphrey Bogart und James Cagney sowie Richard Burton. Letzterer wohnte nur wenige Straßen von Hopkins Elternhaus entfernt.

Zur Schauspielerei musste er 1958 – mehr oder weniger unfreiwillig – einen militärischen Umweg über die Royal Artillery als Kanonier nehmen und hielt sich vorher mit kleineren Jobs über Wasser. Erst 1960 erhielt er einen Ausbildungsplatz an der Royal Academy of Dramatic Art, welche neben Hopkins auch Absolventen wie Tom Hiddleston oder Roger Moore hervorbachte. Nach seiner Ausbildung ging es für Hopkins zunächst ans Theater, bevor es über einige TV Serien letztlich zum Film ging.

Im Gegenzug zu Ridley Scott gewann Hopkins 1992 einen Oscar und zwar in der Kategorie „Best Actor in a Leading Role“ für den Film das Schweigen der Lämmer (1991).

Bei rund 57 Jahren Schauspielaktivität von Anthony Hopkins können wir ebenso wenig wie TNT Film alle seine filmischen Werke zeigen oder besprechen, daher stellen wir euch an dieser Stelle einige ausgewählte Filme von Hopkins vor, welche ihr auch am 31. Dezember ab 10.25 Uhr bei TNT Film sehen könnt.

Bad Company (2002) ab 18.15 Uhr auf TNT Film

Bad Company – Die zwei CIA-Agenten Kevin Pope (Chris Rock) und Gaylord Oakes (Anthony Hopkins) sind der russischen Maffia auf der Spur, welche eine gestohlene Nuklearwaffe verkaufen will. Im Eifer des Gefechts wird Pope erschossen und die ganze Mission scheint zunächst gescheitert. Doch Gott sei Dank hat Pope einen Zwillingsbruder, Jake Hykes (Chris Rock), der nun von Oakes innerhalb von ein paar Tagen zum CIA-Agenten trainiert werden muss. Diese Aufgabe ist nicht nur eine große Herausforderung für den Ganoven Hykes, sondern auch für Officer Oakes, der mit dem großmäuligen Frischling arbeiten muss. Einige Pannen, aber auch brenzlige Situationen, sind bei der Jagd nach den Gangstern garantiert.Der Actionfilm ist aber auch ein Spaß für die ganze Familie, denn Regisseur Joel Schumacher verpackt hier eine spannende Handlung in einige Brisen amerikanischen Humors.

Eigentlich hatte Schumacher, der bereits mit Batman Forever (1995) einen Hit erlangen konnte, den Film etwas anders geplant. Der ursprüngliche Name des Films war nämlich Black Sheep, aber leider existierte bereits ein Film mit dem Namen, der 6 Jahre zuvor erschienen war. Lustigerweise entschied man sich für den Namen Bad Company, obwohl auch der schon für einen Film von 1995 verwendet worden war. Neben all den Startschwierigkeiten musste dann auch noch der Veröffentlichungstermin aufgrund der Anschläge am 11.9.2001 verschoben werden. Die Produktionsfirma fasste diesen Beschluss, weil der Film nicht nur zum Teil im World Trade Center gedreht wurde, sondern sich auch um den illegalen Handel mit Sprengkörpern dreht.

„Deft, funny and intelligently scary.” – Ella Taylor

Das Duo Anthony Hopkins (Das Schweigen der Lämmer) und Chris Rock (Kindsköpfe) verleiht Bad Company eine amüsant-ernste Note, die für lustige und spannende Momente sorgt. In den gelungenen Cast reiht sich Brooke Smith (Grey’s Anatomy) ein. Smith hatte sogar bereits im Film ‚Das Schweigen der Lämmer‚ mit Hopkins zusammengearbeitet und durfte so seine wohl bekannteste Rolle miterleben. Gemeinsam schaffen es die drei den Zuschauer nicht nur mitfiebern zu lassen, sondern auch zum Schmunzeln zu bringen.

„Thrilling non-stop action, successfully contrasting the opposite styles of Anthony Hopkins and Chris Rock.” – Urban Cinefile Critics

Das Schweigen der Lämmer (1991) ab 20:15 Uhr auf TNT Film

Zur Prime-Time um 20:15 Uhr geht es weiter: Das Schweigen der Lämmer knüpft genau da an, wo die Handlung von Roter Drache, dem Prequel, endet. Nach dem Fall des „Zahnfee“-Killer von FBI-Agent Graham erhält der mittlerweile in Gefangenschaft lebende Kannibale und promovierte Psychiater Hannibal Lecter einen Besuch der Auszubildenden Clarice Starling des FBI. Diese benötigt, wie Graham im Prequel-Film, Lecters´ Expertise. Ein neuer Serienmörder, der seine Opfer häutet, sorgt für Unruhen in West Virginia.

Im Verlauf der Verhöre findet Lecter Gefallen an seiner neuen Gesprächspartnerin und bietet ihr einen Informationsaustausch: Quid pro quo! Sie solle ihm mehr von ihrem Leben und ihrer Kindheit erzählen und er würde ihr im Austausch dafür weitere Informationen zum vermeintlichen Killer liefern. Lecter ist Psychopath und Psychiater in einer Person und ahnt somit jeden Schritt des Killers voraus. Für Starling beginnt eine wilde Jagd nach dem Serientäter, um dessen nächstes Opfer zu retten. Gleichzeitig muss sie die kryptischen Hinweise Lecters entschlüsseln, die er in jeder neuen Sitzung liefert. Dabei lässt sie der Gedanke, dass Hannibal Gefallen an ihr findet, bei jedem Besuch im Gefängnis kalt erschaudern.

Roter Drache (2002) ab 22:15 Uhr auf TNT Film

Nachdem ihr jetzt in die Welt von Hannibal Lecter eingetaucht seid, könnt ihr ab 22:15 Uhr das Prequel zum Film direkt auf TNT Film weitersehen. Worum geht es also in der Vorgeschichte zu Das Schweigen der Lämmer?

FBI-Agent Will Graham ist einem Killer auf der Spur, der allem Anschein nach seine Opfer nach deren Tod verzehrt. Wie in alten Zeiten arbeitet Graham mit dem Psychiater Dr. Hannibal Lecter zusammen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Als er aber herausfindet, dass nur Lecter der eigentliche Täter sein kann, stellt Graham ihn und beide fügen sich lebensbedrohliche Verletzungen zu – überleben jedoch. Lecter wird angeklagt und in eine psychiatrische Anstalt gesperrt, während Graham sich aus dem Dienst des FBI zurückzieht und in Frieden mit seiner Familie lebt.

Doch die Vergangenheit holt Graham ein: das FBI kommt auf ihn zurück, denn erneut wird seine Hilfe gebraucht. Ein weiterer Serienmörder, der lediglich als „Die Zahnfee“ bekannt ist, treibt sein brutales Unwesen und die Ermittlungen gehen nicht voran. Grahams einzigartige Denkweise und Fähigkeit, sich in den Kopf der Killer zu versetzen, fehlt ihnen. Er willigt ein und sieht sich schon bald erneut seinem ehemaligen Erzfeind gegenüber: Dr. Lecter soll ihm mit seinem Wissen helfen, den Killer zu finden. Als dieser allerdings von seiner Zelle aus mit dem vermeintlichen Killer in Kontakt tritt, beginnt eine wilde Hetzjagd! Graham muss nicht nur die nächsten Opfer des Killers schützen, es geht viel mehr um seine eigene Familie!

Danke Anthony Hopkins

Am Schluss möchten wir uns noch bei Anthony Hopkins bedanken, für all die unzähligen Minuten exzellenter Unterhaltung und Schauspielkunst. Letztere sticht auch in Filmen wie Thor (2011) oder Serien wie Westworld (2016) trotz massivem Einsatz von visuellen Effekten und Action-Sequenzen auch nach all den Jahrzehnten immer wieder hervor. Wir hoffen jedenfalls noch auf viele Jahre mit Anthony Hopkins auf der großen Kinoleinwand!

Zum Schluss für euch noch die vollständige Liste mit Filmen, die TNT Film zu Hopkins Ehrentag zeigt:

10:25 Uhr – Alles Glück dieser Erde (1979)

12:20 Uhr – Mein Mann Picasso (1996)

14:25 Uhr – Bram Stoker’s Dracula (1992)

16:30 Uhr – Hearts in Atlantis (2001)

18:15 Uhr – Bad Company (2002)

20:15 Uhr – Das Schweigen der Lämmer (1991)

22:15 Uhr – Roter Drache (2002)


© Photo Credit: Turner

Weihnachts-Special-Programmtipp TNT Film: Die besten Filmreihen-Klassiker mit und ohne Familie

Ein nostalgisches Event für die ganze Familie – oder eben eine gute Gelegenheit, sich innerlich ein wenig zurückziehen, die anderen reden zu lassen und einfach zu entspannen. Star Wars, Avengers und viele mehr bekommen gerade neue Ableger. Da lohnt es sich, auch mal einen Blick auf die Klassiker der Filmgeschichte zu werfen. Vom 20. bis zum 30. Dezember zeigt TNT Film im Abendprogramm eine erlesene Auswahl aus den wohl bekanntesten und besten Filmreihen, die je gemacht worden sind.

Gerade in Zeiten von vielen Prequels, Sequels oder aber mehr oder weniger guten Remakes ist man bei den wahren Klassikern im Punkt Unterhaltung immer gut bedient.

Zurück in die Zukunft 1-3: 1.21 Gigawatt!

Unser Programmtipp bietet nicht nur etwas für die Erwachsenen. Wer es in der Weihnachtszeit verspielter mag, kann am 24. Dezember eine der ikonischsten Sci-Fi-Reihen genießen, denn TNT Film zeigt die gesamte Trilogie von „Zurück in die Zukunft“ ab 20:15 Uhr. Der Film, der im Übrigen die Serie „Rick und Morty“ inspiriert hat, bietet im Gegensatz zu ihr eine deutlich familienfreundlichere Umgebung. Reisen Sie mit dem exzentrischen Professor ‚Doc‘ Emmet Brown (Christopher Lloyd) und dem aufgeweckten Jungen Marty McFly (Martin J. Fox) durch die Zeit, vielleicht finden Sie sich ja in Ihrer Kindheit wieder. Mal ehrlich: Wer von uns Nerds hat nicht am 21. Oktober 2015 auf den DeLorean gewartet?

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Ob Marty nun nach einem Unfall mit dem DeLorean versucht, seine Eltern in der Vergangenheit wieder zusammen zu bringen… Oder ob die Zukunft nun die Gegenwart verändert, Marty ist immer mittendrin. Das große Finale bildet dann ein Abstecher in den Wilden Westen, in dem der DeLorian dann auch nicht so richtig laufen will, wie auch, ohne Benzin und Strom und allem.

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„Der Film ist nahezu perfekt, und ein Paradebeispiel, wie man einen Film entwickeln sollte.“
– Andre Delamorte (Collider)

Und viele mehr…

Doch auch andere Klassiker wie „Der weiße Hai“, die „Bourne“-Reihe und „Batman“ sind in dem Zeitraum auf TNT Film zu sehen. Für Filmliebhaber, die eine Filmreihe am liebsten am Stück schauen, wird diese Zeit ein wahres Geschenk sein, um die kalten Dezemberabende zu überstehen.

Jeweils ab 20.15 Uhr könnt ihr unter anderem mehrere Teile der folgenden Filme am Stück genießen:

22.12. – Der weisse Hai
23.12. – Jason Bourne
24.12. – Zurück in die Zukunft
26.12. – The Scorpion King
27.12. – Die Oceans-Reihe


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The Killing of a Sacred Deer – Review

Die Story

Vertrauen und Schuld

Dr. Steven Murphy (Colin Farrell) führt ein nahezu perfektes Leben. Als anerkannter Gefäßchirurg kann er sowohl sich als auch seine Familie gut versorgen. Auch seine Frau Anna (Nicole Kidman) steht als Augenärztin mit beiden Beinen im Leben. Ihre beiden Kinder Bob (Sunny Suljic) und Kim (Raffey Cassidy) sind gesund und munter. Eigentlich sollte nichts dieses Glück so schnell stören können.

Doch die Idylle besteht nur an der Oberfläche. Steven kümmert sich seit längerem heimlich um den jungen Martin (Barry Keoghan), da ihm nach dem Tod seines Vaters eine Vaterfigur fehlt. Nun soll Martin die ganze Familie kennenlernen. Das gemeinsame Essen verläuft ohne weitere Vorfälle und auch die Kinder scheinen Martin zu mögen. Vor allem Kim scheint mehr als angetan von dem Teenager.

Vergeltung und Tod

Ab diesem Abend scheint sich Martin nicht mehr von Steven trennen zu wollen. Er erscheint ungefragt an Stevens Arbeitsstelle und vereinbart ein Abendessen bei sich, um vorangegangene Einladung zu erwidern. Unterdes versucht der Junge unentwegt, seine Mutter mit Steven zu verkuppeln. Für diesen ist dies aber eindeutig zu viel und er entscheidet, Abstand von Martin zu nehmen.

Dieser Abstand ist aber ganz und gar nicht in Martins Interesse. Er versucht vehement, erneut Kontakt aufzubauen und verfolgt Steven sogar. Doch der renommierte Doktor hat plötzlich ganz andere Probleme. Bob wird von einer mysteriösen Lähmung befallen, für die es anscheinend keinen medizinischen Ursprung gibt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn der Fluch schreitet phasenweise voran und am Ende wartet der Tod…

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Hinter den Sets

Für Regisseur Giorgos Lanthimos ist „The Killing of a Sacred Deer” nicht der erste Film, der in den Fokus von internationalen Filmliebhabern gerückt ist. Sein letztes Werk „The Lobster“ (2015) konnte nicht nur die weltweiten Kritiker überzeugen und gewann sogar einen Preis für das beste Drehbuch bei dem Europäischen Filmpreis. Mit seiner aktuellen Verfilmung schaffte es Lanthimos sogar noch einen Schritt weiter. Bei den diesjährigen „Internationalen Filmfestspielen von Cannes“ konnte „The Killing of a Sacred Deer“ sowohl eine Nominierung für die Goldene Palme als auch eine Auszeichnung für das beste Drehbuch erzielen.

Seine Filme wurden schon mit zahlreichen Nominierungen für etliche internationale Filmpreise geehrt, unter anderem 2011 für einen Oscar. Doch erst seit „The Lobster“ spielen wahre Hollywood-Stars in seinen Werken mit, so auch Colin Farrell.

Lanthimos‘ Liebe zu bekannten Gesichtern scheint ähnlich wie sein Faible zu mystischen Handlungen. Sein neuer Film lehnt sich an die Geschichte der Iphigenie von Euripides an. Für alle, denen diese nicht so geläufig ist, eine kurze Zusammenfassung: Nachdem Agamemnon, Vater von Iphigenia, einen Hirsch auf dem heiligen Hain der Artemis erlegte, zog er ihren Zorn auf sich. Diese verhinderte kurzerhand, dass Agamemnons Flotte im Zuge des Trojanischen Krieges in die Schlacht ziehen konnte. Um den Zorn der Artemis zu besänftigen und den Verlust des Hirsches zu ersetzen, sollte Agamemnon seine Tochter opfern. Die düstere Stimmung dieser griechischen Mythologie wurde von Lanthimos auf eine geniale Art und Weise auf die Leinwand gebracht.

Zu der bedrückenden Atmosphäre trägt auch die musikalische Untermalung bei, die sehr abwechslungsreich gestaltet worden ist. Klassische Elemente von Johann Sebastian Bach werden mit Stücken der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina, sowie schaurigen Werken des österreichisch-ungarischen Komponisten György Ligeti komplementiert. Oftmals passen diese Einschnitte gut zur dargestellten Szenerie, können jedoch auch relativ schnell stören, wenn man derartige Musik nicht gewohnt ist. Das offensichtlich gewünschte Unwohlsein tritt in jedem Fall ein.

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Großartige Darsteller und junge Gesichter

Die Hauptdarsteller sind mit Colin Farrell und Nicole Kidman prominent besetzt. Farrells Zusammenarbeit in „The Lobster“ schien Lanthimos derart zu überzeugen, dass auch dieses Mal die Wahl der Hauptrolle auf ihn fiel. Als Familienvater und renommierter Arzt findet er sich zwischen Fronten wieder, für die er scheinbar einen guten Einklang gefunden hat. Doch durch Martins Eingreifen in sein berufliches wie auch privates Leben steht er vor wahrhaftig schweren Entscheidungen. Gleichzeitig spielt er vor Frau und Kindern noch immer den starken Mann, der alles im Griff zu haben scheint. Farrells schauspielerische Fähigkeiten kehren die Qualen von Steven regelrecht nach außen, sodass sie für den Zuschauer sichtbar werden. Eine deprimierende, dennoch sehr überzeugende Darstellung.

Nicole Kidman, die Stevens Frau Anna spielt, ist in ihrer Rolle etwas blass. Im Gegensatz zu den anderen Charakteren durchlebt sie beinahe kaum eine Veränderung. Von Beginn an kümmert sie sich sehr fürsorglich um das Wohl der gesamten Familie. Bei wichtigen Entscheidungen kann sie sich jedoch nicht gegen ihren Mann durchsetzen und selbst die Versuche, das Schicksal der Familie von eigener Hand zu verändern, wirken sehr tölpelhaft und schwächlich. Ob diese Rolle von Kidman gespielt wurde oder nicht, wäre vermutlich recht gleichgültig geblieben. Leider etwas enttäuschend.

Eine große Überraschung ist Barry Keoghan, der den Halbwaisen Martin verkörpert. Obwohl er bereits einen Auftritt in Christopher Nolans „Dunkirk“ (2017) ergattern konnte, ist dies seine erste große Rolle, zugleich eine der bemerkenswertesten in „The Killing of a Sacred Deer“. Aus dem vorerst so unscheinbaren Teenager entwickelt sich ein Monster, was auf seinem Rachezug vor nichts und niemandem Halt machen würde. Die Liebe zu Stevens Tochter ruft nur weitere Gewissenskonflikte hervor und verstärkt seine Unberechenbarkeit. Die Entwicklung des psychisch-labilen Martins in einen bedrohlichen jungen Mann könnte nicht besser dargestellt werden, als es Barry Keoghan hier tut. Eine absolut überraschende, gleichzeitig aber auch erschreckende und sehr überzeugende Leistung.

Doch auch Sunny Suljic und Raffey Cassidy, welche die Kinder der Familie darstellen, sollten nicht unerwähnt bleiben. Neben Cassidys Rolle in „Snow White and the Huntsman“ (2012) konnte man beide noch nicht sehr häufig auf der großen Leinwand sehen. Dennoch lieferten sie ein wunderbares Schauspiel ab. Raffey Cassidy, der als Bob relativ früh erkrankt, zeigt auf realistische Art und Weise verschiedene Phasen des Krankseins. Von Verzweiflung bis Akzeptanz, es ist alles durchaus glaubhaft. Auch der Umgang seiner Schwester Kim ist herzzerreißend. Sunny Suljic schafft es, die pubertären Emotionen ihrer Figur auf perfide Art zu präsentieren. Aufgrund ihrer Leistungen fiebert man bis zum Ende mehr mit den beiden Kindern als mit den eigentlichen Hauptdarstellern mit.

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Kritik

Ein moderner und künstlerischer Film, der sich von einer griechischen Mythologie inspirieren lässt, ist keine Neuheit, doch eine Verfilmung mit der Iphigenie von Euripides als Vorlage lässt sich nicht sehr häufig finden. Rache, Liebe und Vertrauen stehen im Mittelpunkt der Handlung. Doch das Potenzial wurde nicht mal annähernd ausgeschöpft. Grobschlächtige Dialoge wirken oftmals fehl am Platz und vereinzelt muss man sich sogar dazu zwingen, nicht zu lachen. Dies kann man als Stilmittel sehen, um andere Aspekte des Filmes mehr in den Mittelpunkt zu rücken, doch ist dies leider nicht ganz ersichtlich.

Im Gegensatz zu den eher minimalistischen Dialogen ist die Inszenierung und Kameraarbeit ein wahrer Augenschmaus. Bereits in den ersten Bildern wird deutlich, dass dieser Film in dieser Hinsicht kein Standard-Streifen ist: Eine Operation am offenen Herzen eröffnet den Film, im Hintergrund läuft dazu klassische Musik. Ein Opening, wie man es sich öfter wünschen würde. Auch im Laufe des Filmes scheut man sich nicht davor, Absurdes, Abschreckendes und Verstörendes in einer wundervollen Detailliertheit zu zeigen. Dies ist zwar nicht für jeden Geschmack, doch verleiht es dem Film einen düsteren Charme.

Diese Intensität spiegelt sich auch in der allgemeinen Handlung von „The Killing of a Sacred Deer“ wider. Diese verändert sich im Laufe des Filmes von einem alltäglichen weltlichen Umfeld hinzu einem mystischen Szenario, welches sich durch Flüche und Rachegelüste rechtfertigt. Dieser Übergang ist sehr fließend und nicht immer ersichtlich, sodass man ab einem gewissen Punkt ein wenig damit überrollt wird. Dies führt dazu, dass es sich mit einem Schlag sehr unrealistisch anfühlt, obwohl man kurz vorher noch das Gefühl hatte, man könnte sich in derselben Welt befinden.

Fazit

Alles in allem ist der Film es eine wunderbare Idee, deren Umsetzung an so einigen Ecken hapert. Der großartige Cast kann beinahe kaum sein Potenzial einfließen lassen. Die jüngeren und unbekannteren Gesichter sind dafür eine gelungene Überraschung. Die musikalische Untermalung wechselt zwischen akzentuierend und störend, während Bild und Inszenierung durchgehend künstlerisch und innovativ erscheinen. Mit „The Killing of a Sacred“ produzierte Regisseur Lanthimos zwar einen weiteren guten Film, der sich aber nicht mit den vorherigen Werken von ihm messen kann.

Bewertung

2,5/5

– Felix Heiderich


© Photo Credit: © 2017 Alamodefilms. ALL RIGHTS RESERVED

Packender Psychothriller – Kinostart von „Die Vierhändige“

Schon im Juni 2017 auf dem 35. Münchner Filmfest uraufgeführt, kommt heute, am 30. November 2017, endlich „Die Vierhändige“ in die Kinos – eine deutsche Psychothriller-Produktion, die es in sich hat. Auch auf dem International Film Festival in Chicago, USA und bei den Black Nights in Tallinn, Estland konnte die Produktion bereits begeistern.

Zwischen Liebe und Angst, Trauma und Wahn

Als Kind wurden die Schwestern Jessica (Friederike Becht) und Sophie (Frida-Lovisa Hamann) vor langer Zeit Zeugen eines brutalen Verbrechens. Daraufhin verspricht die Ältere, Jessica, sie werde immer auf die jüngere Sophie aufpassen. Über die Jahre entwickelt sich dieses Versprechen zu einer regelrechten Besessenheit, überall sieht Jessica Gefahren für ihre kleinere Schwester, leidet unter Wahnvorstellungen. Doch Sophie, inzwischen 25 Jahre alt, möchte ihr Leben selbst bestimmen, ihrem Traum, Pianistin zu werden, folgen und nicht mehr in ständiger Angst leben müssen.

Alles gerät außer Kontrolle, als 20 Jahre nach dem Verbrechen die Täter freigelassen werden und Jessica fest entschlossen ist, diese ausfindig zu machen. Doch mit einem Schlag ist alles anders. Bei einem Autounfall stirbt Jessica und Sophie wird schwer verletzt. Doch statt jetzt endlich ihr eigenes Leben führen zu können, hört Sophie plötzlich die Stimme ihrer toten Schwester auf ihrem Anrufbeantworter, was sie in einen Strudel aus Angst und Paranoia wirft.

Bild

Alte Hasen und neue Gesichter

Sowohl für das Drehbuch als auch die Regie des Mystery-Psycho-Thrillers verantwortlich ist der Nachwuchsregisseur Oliver Kienle. Schon sein Spielfilmdebüt „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ (2010) wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem auch mit dem Publikumspreis des Max-Ophüls-Filmfestivals. Das Jugenddrama handelt von zwei Freunden Tommy und Sule, die in die Drogenkriminalität abrutschen.

Die Hauptrollen in „Die Vierhändige“ spielen Frida-Lovisa Hamann (“Die weiße Schlange“, „Zuhause“) und Friederike Becht, bekannt aus den Filmen “Der Vorleser”, “Im Labyrinth des Schweigens“ oder „Westwind“, sowie Christoph Letkowski („300 Worte Deutsch“, „Die Reste meines Lebens“).

Produziert wurde der Thriller von Klaus Dohle und Markus Reinecke, die bereits für verschiedene Filme, wie „Hektors Reise oder die Suche nach dem Glück“, „Goethe!“ oder „Der geilste Tag“ eine hervorragende Zusammenarbeit bewiesen.

- Sarah Häring

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Oscars 2018: Diese Filme gehen ins Rennen

Obwohl bis zu den nächsten Academy Awards noch etwas Zeit vergehen muss, laufen die Bewerbungen bereits auf Hochtouren. Besonders beim „Auslands-Oscar“, also dem Preis für den besten nicht-englischsprachigen Kinofilm, ist die Konkurrenz groß. Laut der offiziellen Seite der Academy Awards wurden für diese Kategorie bereits 92 Filme eingereicht, was einem neuen Teilnehmerrekord entspricht.

Die Länder Haiti, Honduras, Laos, Mosambik, Senegal und Syrien sind dieses Jahr sogar zum ersten Mal dabei und Deutschland versucht mit elf neuen Produktionen, die Jury von sich zu überzeugen und den Oscar für den „besten fremdsprachigen Film“ zu gewinnen.

Oscars

Bereits im Jahr 2016 wurde für diese Kategorie ein neuer Teilnehmerrekord mit 85 Einsendungen erreicht, darunter war auch der deutsche Film “ Toni Erdmann “ von Maren Ade, der es sogar unter die finalen fünf Nominierten schaffte. Den Oscar gewann dann aber letztendlich die iranische Produktion „The Salesman“ von Asghar Farhadi.

Die internationalen Favoriten

Happy End

Trotz der zahlreichen Einreichungen dieses Jahr kristallisieren sich bereits verschiedene Favoriten für den Preis als besten nicht-englischsprachigen Film heraus. So zum Beispiel die österreichische Produktion „Happy End“ von Regisseur Michael Haneke. Haneke („Funny Games“, „Die Klavierspielerin“) konnte bereits im Jahr 2013 mit seinem Film „Liebe“ die Academy überzeugen und den Oscar in dieser beliebten Kategorie gewinnen. Daneben ist er Preisträger von zwei „goldenen Palmen“ des Filmfestivals in Cannes und ist laut IMDb „one of the greatest film artists working today“. Der Film hat nicht nur wegen seines preisgekrönten Regisseurs gute Chancen, sondern auch die Besetzung der Hauptrollen mit unter anderem Jean-Louis Trintignant („Liebe“, „Der große Irrtum“), Mathieu Kassovitz („Die fabelhafte Welt der Amelie“, „Das fünfte Element“) und Isabelle Huppert („Liebe“, „Die Klavierspielerin“) kann sich sehen lassen.

Im sozialkritischen Drama „Happy End“ dreht es sich um das zerrüttete Verhältnis zwischen allen Angehörigen der Großfamilie Laurent in dem Ort Calais. Diese besteht aus dem alten Bauunternehmer und Gründer der familieneigenen Firma George (Jean-Louis Trintignant), der an seinen Rollstuhl gefesselt ist und jeglichen Lebenswillen verloren hat, seiner Tochter Anne (Isabelle Huppert), die die Firma am Laufen hält, und seinem Sohn Thomas (Mathieu Kassovitz). Als Thomas‘ 13-jährige Tochter Eve (Fantine Harduin) von seiner Ex-Frau zu ihm und seiner neuen Frau samt Kind zieht, beginnt die Fassade der Familie auch nach außen zu bröckeln.Neben der Familie Laurent rückt Haneke in „Happy End“ nebenbei ebenfalls die vor Ort gestrandeten Flüchtlinge ins Bild.

The Square

Ein weiterer Favorit für den Oscar ist der für Schweden eingereichte Film „The Square“ von Ruben Östlunds („Play“, „Höhere Gewalt“), in dessen Hauptrollen unter anderem Claes Bang, Elisabeth Moss und Dominic West zu sehen sind.

Die Komödie begleitet die Hauptperson Christian (Claes Bang), den erfolgreichen und gutaussehenden Chefkurator des fiktiven Museums X-Royal für Moderne Kunst, durch eine Woche voller skurriler, für den Zuschauer durchaus amüsanter, Ereignisse und Krisen, die ihm und seiner Reputation am Ende ganz schön zusetzen.

Der Dreh von „The Square“ war für die Schauspieler teilweise eine große Herausforderung, denn Östlund hat manche Szenen bis zu 50 Mal wiederholen lassen, bis sie endlich seinen Vorstellungen entsprachen. Doch das scheint sich gelohnt zu haben, denn das Werk wurde dieses Jahr bereits auf dem Filmfestival in Cannes hoch gelobt und bekam dort den Preis der „goldenen Palme“ („Palme d‘Or“) verliehen, der Hauptpreis des Festivals.

Der weite Weg der Hoffnung

Auch bei der Einreichung aus Kambodscha „Der weite Weg der Hoffnung“ (im Original: „First They Killed My Father“) darf man gespannt sein, ob er es unter die letzte Auswahl der fünf Nominierten der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“ schafft. Die Produktion wurde unter anderem wegen der Tatsache, dass die bekannte US-Schauspielerin Angelina Jolie („Mr. & Mrs. Smith“, „Maleficent“) hier die Regie führte, heißt diskutiert und bekam dadurch jede Menge Aufmerksamkeit.

Das Drama spielt im Jahr 1975 in Kambodscha, als die Roten Khmer die Herrschaft des Landes an sich rissen, um ihren Kommunismus gewaltsam durchzusetzen. Die schrecklichen Ereignisse werden dabei aus der Sicht von Loung Ung (Sareum Srey Moch) gezeigt, die zu Beginn gerade einmal fünf Jahre alt ist. Sie und ihre Eltern (Phoeung Kompheak und Sveng Socheata) werden zur Feldarbeit gezwungen. Als Loung Ung aus diesem Lager flüchtet, landet sie in einem anderen Camp, in dem man sie zwingt, Kindersoldatin zu werden.

Deutsche Einreichungen

Aus dem Nichts

Bei den deutschen Einreichungen für den Oscar zählt vor allem der Film „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin zu den großen Favoriten. Die Hauptrollen spielen hier unter anderem Diane Kruger („Inglourious Basterds“, „The Infiltrator“), Denis Moschitto und Numan Acar. Der NSU-Drama handelt um Katja (Diane Kruger), deren Leben plötzlich auseinanderfällt, als ihr Mann Nuri (Numan Acar) und ihr Sohn Rocco (Rafael Santana) bei einem Bombenanschlag sterben. Die Verdächtigen, das junge Neonazi-Paar Edda (Hanna Hilsdorf) und André Möller (Ulrich Friedrich Brandhoff), werden von der Polizei festgenommen und Katja will Gerechtigkeit, um jeden Preis.

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„Aus dem Nichts“ feierte seine Weltpremiere auf dem 70. Filmfestival in Cannes und für ihre Performance in der Hauptrolle bekam Diane Kruger die goldene Palme als „Beste Darstellerin“ verliehen. Auch bei der deutschen Gala, dem 69. Bambi in Berlin, konnte der Thriller punkten. Hier bekamen Akin und Kruger gemeinsam am 16. November 2017 den „Sonderpreis der Jury“ verliehen, mit der Begründung, „Aus dem Nichts“ sei „großes Kino“ und „der wichtigste deutsche Film des Jahres“. Außerdem „überzeugt [Diane Kruger] in ihrem ersten deutschen Film durch die enorme Bandbreite ihrer Ausdruckskraft, in keinem Moment wirken die von ihr gezeigten starken Gefühle übertrieben oder unglaubwürdig. Ihr gelingt eine herausragende Interpretation des präzise beobachteten Buchs von Fatih Akin und seiner subtilen Regiearbeit.“

Von der Meinung der Jury kann man sich ab dem 23. November 2017 persönlich überzeugen, denn da kommt der Thriller dann bundesweit in die deutschen Kinos.

Weitere deutsche Werke

„Aus dem Nichts“ ist nicht die einzige deutsche Produktion, die versucht, es den Klassikern „Das Leben der Anderen“ (2007), „Nirgendwo in Afrika“ (2003), „Blechtrommel“ (1979) und „Mephisto“ (1981) gleichzutun und einen der beliebten Goldjungen aus Los Angeles mit nach Hause zu nehmen.

So konkurrieren zehn weitere von Deutschland um die Oscars 2018: „Amelie rennt“ von Tobias Wiemann, „Die Blumen von gestern“ von Chris Kraus, „Gleißendes Glück“ von Sven Taddicken, „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Matti Geschonneck, „Jonathan“ von Piotr J. Lewandowski, „Jugend ohne Gott“ von Alain Gsponer, „Mein Blind Date mit dem Leben“ von Marc Rothemund, „Paula“ von Christian Schwochow, „Western“ von Valeska Grisebach (die auch schon ein Teil der Crew bei „Toni Erdmann“ war), sowie „Willkommen bei den Hartmanns“ von Simon Verhoeven.

Mein Blind Date mit dem Leben von Marc Rothemund

Große Hoffnungen auf eine Auszeichnung darf sich auch der deutsche Schauspieler Jannis Niewöhner machen. Er ist nämlich in gleich zwei der eingereichten Filme, in „Jonathan“ und „Jugend ohne Gott“, in der Hauptrolle zu sehen. Für seine Performance in beiden Werken wurde er dieses Jahr sogar mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchs-Schauspieler ausgezeichnet.

Erst am 23. Januar 2018 wird feststehen, welche der eingereichten Filme von der Academy in Hollywood unter die fünf Nominierten für den besten nicht-englischsprachigen Kinofilm gewählt werden und somit am 04. März die Chance auf einen Oscar haben werden.

– Sarah Häring


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Jason Blum: Kleines Budget, gigantische Filme

Mit „Happy Deathday“ kommt Jason Blums neuer Erfolgshit am 16. November in die deutschen Kinosäle. In Amerika konnten Horrorfans den Film bereits seit Oktober sehen und er ist schon vor der Deutschland-Premiere ein gewaltiger Hit. Ein weiteres Mal konnte Jason Blum beweisen, dass man kein riesiges Budget benötigt, um einen erfolgreichen Film zu produzieren. Seine umfangreiche Filmographie zeigt deutlich, dass „Happy Deathday“ keineswegs ein Zufallstreffer ist. Wir haben fünf Wunder aus der Kiste von „Blumhouse Produtions“ ausgewählt und für euch zusammengefasst.

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Paranormal Activity (2007)

Das junge Pärchen Katie (Katie Featherston) und Micah (Micah Sloat) führen ein friedliches Leben in ihrem Haus in San Diego. Da Katie nachts durch ungewöhnliche Geräusche geweckt wird, beschließen die beiden, in ihrem Haus Überwachungskameras anzubringen.

Das Medium Dr. Fredrichs glaubt, eine Art Dämon wahrzunehmen, der in dem Haus des Paares sein Unwesen treibt. Als wäre das noch nicht schlimm genug, scheint er von Katie angezogen zu werden, sodass ein Umzug die Lage der beiden nicht verbessern würde. Ungeachtet dieser Informationen nehmen die Kameras in den folgenden Nächten tatsächlich einige paranormale Aktivitäten auf. Doch das ist noch lange nicht das Ende…

Mit dem ersten Film aus der Produktion von „Blumhouse Productions“ ging „Paranormal Activity“ auch gleich in die Filmgeschichte ein. Der Stil des Found-Footage-Formats konnte die Produktionskosten auf gerade einmal 15.000 Dollar senken. Keiner hatte jedoch erwartet, dass bereits am Startwochenende um die 20 Millionen Dollar eingenommen werden konnten. Weltweit erzielte der Film ganze 193 Millionen Dollar und gehört somit zu einem der erfolgreichsten Low-Budget-Produktionen aller Zeiten. Auch wenn Found-Footage ein gewöhnungsbedürftiges Format ist, lohnt es sich „Paranormal Activity“ zu schauen.

The Purge: Election Year (2016)

Einen ganzen Tag keine Gesetze und Regeln. Ein verlockender Gedanke. Wie schon der erste Teil der Reihe beginnt „The Purge: Election Year“ im Jahre 2022. Während der alljährlichen Purge-Nacht wird die Familie der jungen Charlie Roan (Elizabeth Mitchell) vor ihren Augen blutrünstig ermordet.

Achtzehn Jahre später brechen in Amerika Proteste und Unruhen gegen die Regenten des Landes und auch gegen die Purge (auf Deutsch: Säuberung) aus. Charlie ist inzwischen Senatorin und möchte Präsidentin der Vereinigten Staaten werden, um die Purge abzuschaffen. Doch das gefällt der Regierung gar nicht und so plant sie kurzerhand, Roan in der baldigen Purge-Nacht sterben zu lassen. Gleichzeitig bereitet sich der junge Geschäftsinhaber Joe Dixon (Mykelti Williamson) darauf vor, sein Geschäft ganz alleine zu verteidigen. Für beide könnte es die letzte Nacht sein. Ein Wettlauf gegen die Zeit, randalierende Teenager und „Mord-Touristen“ beginnt.

Mit „Election Year“ geht „The Purge“ in die dritte Runde. Normalerweise sind die Sequels von Horrorfilmen eher schwächer und verlieren oftmals an Publikum. Dies gilt anscheinend nicht für Filme aus dem Hause „Blumhouse“, denn auch der dritte Teil des Horror-Slashers fand einen riesigen Anklang bei den Filmfans. Das Budget von 10 Millionen Dollar wurde durch Einspielergebnisse von über 118 Millionen mehr als eingeholt. Kein Wunder, dass für 2018 ein weiterer Teil geplant ist. Dieser soll als Vorgeschichte dienen und erklären, wie es zu der Purge gekommen ist.

Split (2017)

Das Leben für die beiden Mädchen Claire (Haley Lu Richardson) und Marcia (Jessica Sula) könnte nicht besser sein. Ihr größtes Problem ist, dass sie zu ihrem Geburtstag unbedingt die Außenseiterin Casey (Anya Taylor-Joy) einladen mussten. Doch das ist ganz schnell vergessen, nachdem die drei von einem unheimlichen Fremden gekidnappt und entführt werden.

Ihr Entführer, Kevin Wendell Crumb (James McAvoy), scheint mehr als nur gestört zu sein. Schnell finden die drei heraus, dass in seinem Kopf mehrere Persönlichkeiten ihr Unwesen treiben. Casey versteht schnell, dass sich diese unterschiedlich leicht beeinflussen lassen. Sie versucht, einen Weg in die Freiheit zu finden, bevor ‚Die Bestie‘ erscheint – eine Persönlichkeit, die noch nie aus Crumb hervorgetreten ist. Jedoch fürchten sich die anderen ‚Charaktere‘ in seinem Kopf vor dieser dunklen Bedrohung, die sie erwarten.

Nicht nur eine gute Bewertung von 7,3 auf ImdB konnte sich „Split“ durch die innovative Handlung und den außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler verdienen. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 278 Millionen Dollar gehört der Film zu einem der Top-Werke von „Blumhouse Pictures“ und das bei einem Budget von gerade einmal 20 Millionen Dollar. Dabei ist der Einfluss von Regisseur und Drehbuchschreiber M. Night Shyamalan (The Sixth Sense, Unbreakable) auch nicht zu verkennen. „Split“ ist somit auf jeden Fall sehenswert und sollte von Horror-Psycho-Fans nicht ausgelassen werden.

Get Out (2017)

Seit rund fünf Monaten sind Rose Armitage (Allison Williams) und Chris Washington (Daniel Kaluuya) ein paar. Jetzt steht erstmals ein Besuch bei Roses Familie an. Doch Chris hat die Befürchtung, dass die ihn aufgrund seiner Hautfarbe (er hat afroamerikanische Wurzeln) nicht mögen könnten. Trotz der Versicherung, dass ihre Eltern sehr tolerant und offen seien, bleibt er skeptisch.

Ein freundlicher Empfang und eine herzliche Begrüßung wischen beinahe alle seine Zweifel weg. Nur die zwei schwarzen Angestellten verursachen bei Chris noch etwas Kopfschmerzen: Irgendetwas stimmt mit ihnen nicht. Als Missy, Roses Mutter, ihn dann auch noch hypnotisiert, ist es schon beinahe zu spät. Chris realisiert, er muss abhauen…

Ein wunderbar kreativer und innovativer Mystery-Horror-Thriller aus dem Hause „Blumhouse“. Wer könnte da schon Nein sagen? Kritiker und Kinobesucher konnten es nämlich nicht. Mit durchgehend guten Bewertungen und Einspielergebnissen von 253 Millionen Dollar reiht sich „Get Out“ in die bekanntesten Werke unter Jason Blums Einfluss. Auch wir haben uns den Film vor seinem Release genauer angeschaut und bewertet. Den Link zu unserer Review findet ihr hier.

Happy Deathday (2017)

Die Kirchturmuhr läutet und der Wecker klingelt. Eigentlich beginnt der Tag für Theresa ‚Tree‘ Gelbman (Jessica Rothe) wie jeder andere. Doch heute wird alles anders. Als sie ihre Augen aufschlägt, findet sie sich nicht in ihren gewohnten vier Wänden wieder, sondern in einer Studentenwohnung. Diese gehört dem nerdigen Carter (Israel Broussard), der ihr etwas unbeholfen in den Tag hilft.

Warum muss ihr so etwas ausgerechnet am Geburtstag passieren? Doch es kommt alles noch viel schlimmer. Auf dem Weg zu einer Party sieht sich Tree gezwungen, eine Abkürzung zu nehmen. Doch diese führt nicht zu ihrem gewünschten Ziel, sondern schickt sie direkt ins Grab. Eine maskierte Gestalt ersticht sie an ihrem großen Freudentag. Alles wird dunkel. Die Kirchturmuhr läutet und der Wecker klingelt…

Auch der neuste Film von Jason Blum erweist sich als Kassenschlager. Das Budget von etwa fünf Millionen Dollar konnte schon am ersten Wochenende von dem Einspielergebnis mehr als nur übertroffen werden. Über 88 Millionen Dollar erzielte der Film in den ersten Tagen weltweit und kommt jetzt auch in die deutschen Kinos. Das Konzept des sich als Loop wiederholenden Tages ist zwar bereits bekannt, doch überzeugt „Happy Deathday“ durch eine komplett neue Rahmenhandlung. Wir haben den Horror-Slasher bereits unter die Lupe genommen und unser Urteil findet ihr hier.

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Obwohl dies nur eine sehr kleine Auswahl ist, repräsentiert sie bereits das Spektrum an Kreativität von „Blumhouse Productions“. Ob komplett neue Konzepte oder ältere, aber überarbeitete Formate, nichts lässt den Erfolgszug von Jason Blum aufhalten. Seine Arbeit mit geringem Budget und die in Relation dazu enormen Einspielergebnisse machen ihn zu einem der erfolgreichsten Filmproduzenten unserer Zeit. Wir sind gespannt, was uns noch so alles aus dem Hause Blum erwarten wird.

– Felix Heiderich


© Photo Credit: © 2017 UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL. ALL RIGHTS RESERVED

Happy Deathday – Review

Die Story

Die Kirchturmuhr läutet und der Wecker klingelt. Eigentlich beginnt der Tag für Theresa ‚Tree‘ Gelbman (Jessica Rothe) wie jeder andere. Doch heute verläuft er etwas anders. Als sie ihre Augen aufschlägt, findet sie sich nicht in ihren gewohnten vier Wänden wieder, sondern in einer Studentenwohnung. Diese gehört anscheinend einem Jungen, der auf tölpelhafte Art und Weise versucht, ihr beim Aufstehen behilflich zu sein. Zusätzlich hat Tree einen riesigen Hangover. Und das musste ihr ja ausgerechnet an ihrem Geburtstag passieren.

Total verkatert versucht ihre Verbindungsleiterin Danielle (Rachel Matthews), die nichts von Trees Geburtstag weiß, ihr den Tag zur Hölle zu machen. Nur Lori (Ruby Modine), ihre Mitbewohnerin, scheint von ihrem Freudentag zu wissen und versucht sie ein bisschen aufzuheitern. Doch all ihre Bemühungen scheinen vergebens, da Tree ein stressiger Tag bevorsteht. Vorlesungen, Verbindungstreffen und am Abend ist noch eine Party bei einer der Jungenverbindungen geplant.

Doch es kommt alles anders, als Tree es sich zu träumen gewagt hätte. Mit etwas Verspätung versucht sie noch pünktlich zur Feier zu erscheinen und wählt eine Abkürzung. In einer Unterführung erwartet die Studentin eine unheimliche Überraschung: Eine kleine „Happy Birthday“-Spieluhr, die traurig und allein ihre Musik spielt. Ihre Neugierde wird Tree zum Verhängnis und sie tappt in die Falle eines maskierten Mörders, der sie kurzerhand ersticht. Schwärze.

Die Kirchturmuhr läutet und der Wecker klingelt…

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Wer steht dahinter?

Unter den Darstellern befinden sich so einige Newcomer. Darunter auch Jessica Rothe, die sich in kurzer Zeit zu einer gefragten Hauptdarstellerin in Hollywood entwickeln konnte. In ihrer letzten großen Rolle stellte sie Alexis in „La La Land“ (2016) dar und schon bald wird sie in „Forever My Girl“ erneut als Hauptdarstellerin auf der großen Leinwand zu sehen sein. Die Hauptfigur Tree in „Happy Deathday“ wird von Rothe auf eine wunderbar authentische Art und Weise verkörpert. Durch den sich ständig wiederholenden Albtraum durchlebt sie nämlich regelrecht eine charakterliche Verwandlung. Diese nicht ganz so einfache Rolle bringt Rothe dem Zuschauer glaubwürdig näher.

Für Israel Broussard ist die Figur des Carters allerdings tatsächlich eine seiner ersten größeren Rollen. Bisher spielte er zwar schon in einigen kleineren Filmen mit, doch auch dort sah man ihn eher in den Nebenrollen. Broussard wird 2018 im Science-Fiction-Thriller „Extinction“ eine weitere große Rolle einnehmen, welche er vermutlich seiner Leistung als Carter in „Happy Deathday“ zu verdanken hat. Als vertrottelter Nerd ist er die erste Person, die Tree jeden Morgen aufs Neue sieht. Seine leicht schusselige und tapsige Art macht es einem nicht besonders schwer, ihn zu mögen. Auch wenn er davon nichts weiß, entwickelt er sich zu einem Ruhepunkt in den schrecklichen, sich wiederholenden 24 Stunden von Tree.

Viele der anderen Schauspieler haben nur wenig Zeit auf der Leinwand und scheinen somit nicht ganz so wichtig, wie die Handlung es gerne vorsehen würde. Das gilt sowohl für Trees Vater (Jason Bayle), ihrem Lover Gregory (Charles Aitken) und sogar auch für ihre Mitbewohnerin Lori (Ruby Mondine). Oftmals scheinen diese Figuren nur dafür da zu sein, um eine kleine Lücke in der Geschichte zu füllen.

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Kritik

Jason Blums Produktionsfirma hat es einmal wieder bewiesen. Man braucht kein Riesenbudget, um einen guten Film zu kreieren. Filme wie Split (2017), Get Out (2017) und auch Insidious (2011), über dessen Fortsetzung wir erst neulich berichteten, verfügten alle über ein ähnlich niedriges Budget. Regisseur Christopher Landon musste mit gerade einmal fünf Millionen Dollar arbeiten und setzte diese auch sehr gut um. Landon, der neben der Regie mit Scott Lobdell das Drehbuch geschrieben hat, konnte vermutlich von seinen bisherigen Erfahrungen mit „Blumhouse Productions“ profitieren. Bereits in vier von fünf „Paranormal Activity“-Teilen saß er im Regiestuhl und ist somit für eine der bekanntesten Horrorfilm-Reihen mitverantwortlich.

„Happy Deathday“ ist ein sehr leichter Slasher-Horror. Zu Recht ist er ab 12 Jahren freigegeben und stellt einen guten Einsteiger für alle dar, die gerne mit dem Horror-Genre starten möchten. Das Grundprinzip des Films ist schon sehr lange bekannt. Den sich immer wiederholenden Tag kennt man bereits aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) und „Edge of Tomorrow“ (2014). Letzterer benutzt auch den Tod als ‚Neustart‘. Interessant ist aber die Umsetzung ins Horror-Genre. Anstatt herauszufinden, warum sich der eine Tag immer wiederholt, muss die Protagonistin ihren wahren Mörder finden und zur Strecke bringen. Ein weiteres unbekanntes Feature ist, dass die vergangenen Tage einen leichten Einfluss auf die Protagonistin haben. Mit jedem Tod fühlt sie sich etwas schwächer und hat Schmerzen an den Stellen, die ihren Tod verursachten. Es wurde somit nicht lediglich ein altes Prinzip aufgegriffen, sondern neu interpretiert.

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Anstatt auf viele „Jump Scares“ oder blutige Szenen zu setzen, lebt der Film von einem leichten schwarzen Humor. Auch wenn man mit Sicherheit weiß, dass Tree am Ende des Tages sterben wird, weiß man noch immer nicht, wie dies geschehen wird. Das erzeugt Spannung, die durch gut platzierte und humoristische Elemente gestützt wird. Man fiebert und lacht bis zur letzten Minute mit.

Man sieht es dem Film nicht wirklich an, dass er eine Low-Budget-Produktion ist. Das könnte daran liegen, dass sich der Film teilweise selbst nicht zu ernst nimmt. Unverkennbare Referenzen auf die Inspirationsquellen, wie zum Beispiel „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) und „Scream“ (1996), zeigen dies sehr deutlich.

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Die jungen Newcomer überzeugen mit sehr guten und authentischen Leistungen. Es ist beinahe eine Freude, Tree jeden Morgen aufs Neue aufwachen zu sehen und ihre Reaktion abzuwarten. Trotz der geringen Filmerfahrungen sind die schauspielerischen Leistungen mehr als bemerkenswert.

Soundtrack und Setting sind leider sehr repetitiv gehalten und dadurch teilweise etwas langweilend. Einige Szenen wirken somit in die Länge gezogen und absichtlich gestreckt.

Fazit

„Happy Deathday“ ist ein solider Film, der sein Budget gut einzusetzen wusste. Das bekannte Prinzip des ‚Loop Days‘ wurde in einer erfrischenden Art und Weise wiederbelebt. Horror- oder Splatter-Fans werden vermutlich nicht auf ihre Kosten kommen, da er im Gegensatz zu anderen Streifen aus dem Genre sehr sanft ist. Alles in allem wird „Happy Deathday“ nicht in die Filmgeschichte eingehen, ist jedoch perfekt für einen Familien-Filmabend.

Bewertung

2,5/5

– Felix Heiderich

© Photo Credit: © 2017 UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL. ALL RIGHTS RESERVED

Insidious: The Last Key – Was bisher geschah und was uns erwarten wird

Was bisher geschah

Die Filmreihe Insidious ist beinahe jedem Horrorfan ein Begriff. Nachdem 2010 der erste Teil einen massiven Erfolg erreichen konnte, ließen Nachfolger nicht lange auf sich warten. „Insidous: Chapter 2“ erschien 2013 in den Kinos und konnte dank höheren Produktionskosten einen qualitativ noch besseren Streifen abliefern. Das dritte Kapitel folgte dann 2015 und erzählte ein Prequel, das vor den Ereignissen der ersten Teile ansetzt. 2018, acht Jahre nach dem ersten Teil, kommt „Insidious: The Last Key“, also der vierte Teil der Reihe, in die Kinos.

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Insidious

Für Josh Lambert (Patrick Wilson) und seiner Ehefrau Renai (Rose Byrne) könnte es nicht besser laufen. Ihre drei Kinder sind gesund und munter und der Umzug in ein neues Haus ist auch bald geschafft. Doch schon bald wird alles auf dramatische Art und Weise überschattet. Mysteriöse Stimmen aus dem Babyfon, Schritte auf dem Dachboden und dann hat ihr Sohn Dalton auch noch einen Unfall, durch den er in ein unerklärliches Koma fällt. Die Lamberts haben die Befürchtung, dass es in ihrem neuen Zuhause spucken könnte.

Nach einigen weiteren grausigen Ereignissen ist ihnen klar, dass sie wieder ausziehen müssen. Doch auch das scheint der verzweifelten Familie nicht zu helfen und sie beschließen, ein Medium zu kontaktieren. Elise (Lin Shaye) findet heraus, dass nicht das Haus der Ursprung der mysteriösen Ereignisse ist, sondern Dalton, der immer noch im Koma liegt. Über seinem Bett sieht Elise eine grässliche, dunkle Gestalt mit rotem Gesicht: einen Dämon.

Schaurige Szenerien und verstörende Musik machen Insidious zu einem einzigartigen Gruselspaß. Dank der guten Einspielergebnisse entschied man sich, die Geschichte in „Insidious: Chapter 2“ weiterzuspinnen.

Insidious: Chapter 2

Nachdem Dalton aus dem Koma erwachen konnte, suchen die Lamberts Zuflucht bei ihrer Großmutter Lorraine (Barbara Hershey). Doch der Versuch, wieder ein normales Leben zu führen, wird von neuen unheimlichen Ereignissen gestört. Wieder scheint Dalton diese Gefahren am ehesten wahrzunehmen und ist besonders empfänglich dafür. Die Dämonen ergreifen dieses Mal aber lieber Besitz vom Familienvater Josh und befehlen ihm, seine Familie zu ermorden.

Lorraine ersucht unterdes Hilfe bei den Ermittlern für paranormale Vorkommnisse Specs, Tucker und Carl. Zusammen finden sie heraus, dass Josh von einem bösartigen Geist besessen wurde, der in seiner früheren menschlichen Gestalt junge Mädchen ermordet hatte. Der Geist ist zu mächtig, als dass Josh ihn alleine überwältigen könnte. Er braucht die Hilfe seiner Familie…

Trotz der eher mittelmäßigen Bewertungen fesselt “Insidious: Chapter 2” durch eine raffinierte Story und erneut gut platzierte Musikstücke, wie “Tiptoe Through the Tulips” von Tiny Tim. Für Horrorfilm Freunde auf jeden Fall ein Must-See.

Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang

Einige Zeit vor den Geschehnissen aus Chapter 1 und 2 lebt die junge Quinn (Stefanie Scott) zusammen mit ihrem Vater (Dermot Mulroney) und dem kleinen Bruder Alex in Chicago. Quinn versucht noch immer den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten und sucht das Medium Elise auf, um noch einmal mit ihr in Kontakt treten zu können. Elise, die ihrer Gabe eigentlich abgeschworen hat, möchte dem jungen Mädchen helfen, doch sie wird immer wieder von einem bösartigen Geist gestört.

Trotz aller Warnungen hält Quinn nichts davon ab, selbst den Kontakt zu ihrer Mutter zu suchen. Auf ihrer Suche stößt sie unwissentlich auf einen Dämon, der von ihr Besitz ergreifen möchte. Durch einen Unfall an ihr Bett gefesselt wird das Mädchen immer wieder von diesem Dämon heimgesucht. Nur Elise scheint ihr jetzt noch helfen zu können. Doch es könnte bald zu spät sein…

Die Geschichte rund um Quinn und ihre Familie ist eher als Vorgeschichte von Elise gedacht, die in allen Teilen der Reihe eine Schlüsselrolle besitzt. Auch wenn es erneut nur durchschnittliche Bewertungen gab, ist „Chapter 3“ ein gelungenes Prequel, dass sich gut in die Geschichte und Charakterenteicklung einfügt.

Was wird uns erwarten?

Insidious: The Last Key

Wieder einmal muss sich Elise gegen dunkle Dämonen und Geister stellen. Doch dieses Mal scheint alles anders. Das Haus, in dem ihre Hilfe benötigt wird, ist ihr altes Zuhause. Dies lässt sie tiefer in die Anderswelt tauchen, als es ihr lieb ist.

Ins.Titel

Der vierte Teil wird sich vermutlich gut in die bisherige Reihe eingliedern können, da das Skript erneut von Leigh Wannell geschrieben wurde. Wannell verfasste bereits die Drehbücher der letzten Teile und führte sogar Regie in „Chapter 3“.

Die Ermittler für paranormale Vorkommnisse Tucker und Specs, sowie das Medium Elise sind natürlich auch bekannte Gesichter, immerhin der Film vermutlich ihr Vorleben ergründen. Dabei wird Hana Hayes die jugendliche Elise verkörpern. Zusätzlich soll Josh Stewart (Bane in „The Dark Night Rises“) eine Rolle im vierten Teil spielen. Welche das genau sein wird, ist aber noch nicht bekannt.

Man kann bereits mit großer Sicherheit sagen, dass der Film die Ursprünge und sehr persönliche Kapitel von Elise aufdecken wird. Wie genau dies umgesetzt wird, kann man ab dem 4. Januar 2018 im Kino begutachten.

– Felix Heiderich

© Photo Credit: © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH. ALL RIGHTS RESERVED

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