PREVIEW ZU STEPHEN KINGS IT: ES IST WIEDER DA!

I Love Derry

Das Grauen geht um in Derry, Maine. Immer wieder werden Kinderleichen entdeckt, oft grausam zugerichtet. Die Polizei und die Bürger der Kleinstadt tappen im Dunkeln. Der beschauliche Ort wird von einem Wesen heimgesucht, das sich in die schlimmsten Ängste der Menschen verwandeln kann. Die Haupterscheinungsform ist ein furchteinflößender Clown namens Pennywise. Eine Gruppe von sieben Kindern, die sich selbst als Club der Verlierer bezeichnet, entdeckt das Geheimnis der Stadt und nimmt den Kampf gegen das Böse auf. Sie bekämpfen ES und werden darüber zu eingeschworenen Freunden, die den schönsten und schrecklichsten Sommer ihrer Kindheit nur gemeinsam überleben können. In den stillgelegten Abwasserkanälen der Stadt kommt es zu einem finalen Kampf. ES wird diesen ersten Teil des Buches behandeln, der die Kindergeschichte im Fokus hat.

Das absolut Böse. In Form von Pennywise, dem tanzenden Clown. (Bill Skarsgård)
Das absolut Böse. In Form von Pennywise, dem tanzenden Clown. (Bill Skarsgård)

Ein gewichtiges Erbe

‚Der Schrecken, der weitere 28 Jahre kein Ende nehmen sollte – wenn er überhaupt je ein Ende nahm – begann, soviel ich weiß und sagen kann, mit einem Boot aus Zeitungspapier, das einen vom Regen überfluteten Rinnstein entlangtrieb.‘ Dies ist der erste Satz aus Stephen Kings Roman ES, der im Jahr 1986 erschien. Nach der zweiteiligen TV-Miniserie aus den 90ern wird ES jetzt erstmals für die große Leinwand adaptiert.

Für viele Leser und Fans, mich eingeschlossen, ist Stephen Kings ES einer seiner besten Romane, wenn nicht sein bester überhaupt. Als das Werk 1986 erschien, schlug er ein wie eine Bombe und avancierte schnell zum Klassiker moderner Horrorliteratur. So kommen in Kings über 1000-seitiger Erzählung all seine stärksten Sujets zum Tragen wie Freundschaft, die Magie der Kindheit, das Grauen hinter der bürgerlichen Fassade einer Kleinstadt und natürlich seine präzisen Charakterisierungen. Obendrauf bekamen die Leser eines der wohl besten fiktiven Monster aller Zeiten geschenkt. 1990 wurde unter der Regie von Tommy Lee Wallace (einem Protegé von John Carpenter) dem Grauen ein Gesicht verpasst, in der TV-Miniserie ES. Tim Curry gilt auch heute noch für viele als Idealbesetzung und ist sicherlich für abertausende Alpträume verantwortlich gewesen. Auf meinem Schulhof wurde damals rege über den Film diskutiert und die VHS-Bänder, mit der TV-Aufzeichnung von ProSieben oder Sat.1, wurden mehrere Male kopiert und getauscht. Doch was ich damals schon bemerkte und mir erst später wirklich bewusst wurde, war die immense Kraft der Geschichte hinter der Horrormaske. Es war die Freundschaft zwischen den Kindern und die Idee des Erwachsenwerdens, die eine große Resonanz und Identifikation auslöste. Bis heute wurde das Buch mehrmals neu aufgelegt und erschien auch als Hörbuch (in Deutschland mit der genialen Synchronstimme von Johnny Depp: David Nathan). Jetzt können sich alte und neue Fans auf eine brandneue Adaption freuen, die unter der Regie von Andy Muschietti bereits abgedreht wurde. Der Film vereint die sieben Helden des Romans erneut zum Kampf gegen das Böse ohne Namen: ‚Stotter‘-Bill Denbrough, Ben Hanscom, Beverly ‚Bev‘ Marsh, Richie ‚Schandmaul‘ Tozier, Eddie Kaspbrak, Mike Hanlon und Stan ‚the Man‘ Uris. Das wohl Herausforderndste für die Besetzung dürfte wohl sein, die Chemie zwischen den Kindern und ihre Freundschaft wirklich überzeugend darzustellen. Dies war auch eine der Stärken der 90er-Jahre-Verfilmung. Der offiziell bekannt gegebene Cast sieht auf jeden Fall vielversprechend aus. So wird Jaeden Lieberher (Midnight Special) den Anführer der Verlierer geben.  Finn Wolfhard (Stranger Things) wird den notorischen Sprücheklopfer und Klassenclown, Richie Tozier, verkörpern. Apropos Clown: Der junge Bill Skarsgård (Sohn von Stellan Skarsgård) wird Pennywise, den tanzenden Clown, spielen – eine der Erscheinungsformen von ES. Er wird es wohl schwer haben dem Vergleich mit Tim Curry standzuhalten, aber ich traue ihm eine komplett andere und düsterere Interpretation von Pennywise zu. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob der Film eine ähnliche Faszination wie die Serie und vor allem wie der Roman auslösen kann. An der Kamera sitzt der erfahrene Südkoreaner Chung-hoon Chung (Oldboy, Stoker, Ich und Earl und das Mädchen). Drehschluss war der September 2016, Bloody Disgusting berichtete.

Squad up. #itthemovie

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Denn schwer wiegt die Krone

Als schwierig stellte sich die Suche nach dem Regisseur heraus. Das Buch wurde bereits 2009 neu von David Kajganich adaptiert, Variety berichtete. Die erste Wahl des Regisseurs fiel auf Cary Fukunaga (True Detective, Beasts of No Nation), der große Teile des Drehbuchs umschrieb. Auch war für die Rolle des Pennywise Will Poulter (Wir sind die Millers) vorgesehen, von dessen Vorsprechen Fukunaga sichtlich beeindruckt war (Variety).  Leider zerstritt sich Fukunaga aufgrund kreativer Differenzen mit dem Studio Warner Bros./New Line Cinema, gemäß einem Bericht von The Guardian.

Als Ersatz kommt jetzt Andy Muschietti zum Zuge, der bereits mit Mama einen Horrorfilm inszeniert hat. Ob sich der gebürtige Argentinier dieser Aufgabe als würdig erweist, werden die Zuschauer 2017 zu sehen bekommen.

Pic by tim visentin

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Unterschiede der beiden Filmversionen

Als die Miniserie inszeniert wurde, gab es zwei große Hindernisse. Zum einen die Zensurauflagen für eine TV-Version und zum anderen die Höhe des Budgets. Man entschied sich, die Kernaussage des Buches beizubehalten, aber einige Szenen zu kürzen und komplett umzuschreiben. Dies führte dazu, dass viele Roman-Fans einige Ereignisse und Schauplätze vermissen mussten.

Die kommende Kinoversion soll sich nun viel näher am Buch halten und auch das berühmt-berüchtigte Haus in der Neibolt Street 29 beinhalten, Screenrant berichtete.

Es soll zunächst nur die erste Hälfte des Mammutwerkes erzählt werden, die Geschichte der Kinder. Ebenso wird das Jahr verlagert, von den 1950ern der Romanvorlage geht es im Film in die 80er auf Monsterjagd in Derry. Ebenso werden einige der Erscheinungsformen von ES zeitgenössisch angepasst (Quelle: Bloody Disgusting).

Der erste Trailer

Fazit

Ich kann es kaum erwarten, den neuen ES zu sehen – und vielen Fans und Zuschauern weltweit wird es sicher ähnlich ergehen. Ob die neue Version den Roman intensiver zum Leben erweckt als die Version aus den 90ern, bleibt abzuwarten. Doch aufgrund der Adaption durch Fukunaga und Co. und der Regiewahl Muschiettis sollte es zumindest kein Totalausfall werden. Außerdem verspricht der Cast der Kinder eine hoffentlich tolle Chemie im Verliererclub. Eine außergewöhnliche Filmadaption hat dieser Meilenstein der Horrorliteratur allemal verdient.

Geplanter Start des Films ist der September 2017.

-Christian Koch
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© Photo Credit: © 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC. ALL RIGHTS RESERVED

KEIN APRILSCHERZ: KNALLHARTE ACTION IM TNT FILM PROGRAMMTIPP

Bad Company – Die zwei CIA-Agenten Kevin Pope (Chris Rock) und Gaylord Oakes (Anthony Hopkins) sind der russischen Maffia auf der Spur, welche eine gestohlene Nuklearwaffe verkaufen will. Im Eifer des Gefechts wird Pope erschossen und die ganze Mission scheint zunächst gescheitert. Doch Gott sei Dank hat Pope einen Zwillingsbruder, Jake Hykes (Chris Rock), der nun von Oakes innerhalb von ein paar Tagen zum CIA-Agenten trainiert werden muss. Diese Aufgabe ist nicht nur eine große Herausforderung für den Ganoven Hykes, sondern auch für Officer Oakes, der mit dem großmäuligen Frischling arbeiten muss. Einige Pannen, aber auch brenzlige Situationen, sind bei der Jagd nach den Gangstern garantiert.Der Actionfilm ist aber auch ein Spaß für die ganze Familie, denn Regisseur Joel Schumacher verpackt hier eine spannende Handlung in einige Brisen amerikanischen Humors.

Eigentlich hatte Schumacher, der bereits mit Batman Forever (1995) einen Hit erlangen konnte, den Film etwas anders geplant. Der ursprüngliche Name des Films war nämlich Black Sheep, aber leider existierte bereits ein Film mit dem Namen, der 6 Jahre zuvor erschienen war. Lustigerweise entschied man sich für den Namen Bad Company, obwohl auch der schon für einen Film von 1995 verwendet worden war. Neben all den Startschwierigkeiten musste dann auch noch der Veröffentlichungstermin aufgrund der Anschläge am 11.9.2001 verschoben werden. Die Produktionsfirma fasste diesen Beschluss, weil der Film nicht nur zum Teil im World Trade Center gedreht wurde, sondern sich auch um den illegalen Handel mit Sprengkörpern dreht.

„Deft, funny and intelligently scary.” – Ella Taylor

Das Duo Anthony Hopkins (Das Schweigen der Lämmer) und Chris Rock (Kindsköpfe) verleiht Bad Company eine amüsant-ernste Note, die für lustige und spannende Momente sorgt. In den gelungenen Cast reiht sich Brooke Smith (Grey’s Anatomy) ein. Smith hatte sogar bereits im Film ‚Das Schweigen der Lämmer‚ mit Hopkins zusammengearbeitet und durfte so seine wohl bekannteste Rolle miterleben. Gemeinsam schaffen es die drei den Zuschauer nicht nur mitfiebern zu lassen, sondern auch zum Schmunzeln zu bringen.

„Thrilling non-stop action, successfully contrasting the opposite styles of Anthony Hopkins and Chris Rock.” – Urban Cinefile Critics

Ab 22:15 Uhr hört der Spaß dann auf und die Spannung steigt. In Money Train begleiten wir die beiden Adoptivbrüder John (Wesley Snipes) und Charlie (Woody Harrelson), die unterschiedlicher nicht sein könnten. Als die beiden Undercover-Cops eine neue Kollegin zugeteilt bekommen, Grace Santiago (Jennifer Lopez), verändert sich das Leben der zwei völlig. Nachdem die beiden Charlies Spielschulden nicht zahlen können und zusätzlich noch gefeuert werden, ist das Chaos komplett. Doch Charlie hat eine Lösung: einen Geldzug entführen. John ist von dieser Idee nicht begeistert und versucht seinen Bruder zu stoppen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

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Wesley Snipes, Woody Harrelson und Jennifer Lopez in Money Train (v.l.n.r.)

Jospeh Ruben war eigentlich gar nicht als Regisseur geplant. Jedoch verließ Tony Scott, der eigentlich Regie führen sollte, das Projekt kurz vor Produktionsbeginn und er sprang ein. Im Gegenzug ließen sich Woody Harrelson (Die Unfassbaren) und Wesley Snipes (Blade-Reihe), die man bereits in ‚Weiße Jungs bringen’s nicht‚ (1992) und Wildcats (1986) zusammen sehen konnte, schnell für den Film überzeugen. Money Train ist daher der dritte Film, in dem sie gemeinsam spielen. Jennifer Lopez (Parker) feierte dagegen ihr Film-Debüt und ihre erste große Rolle mit den beiden Hollywood-Stars. Sie konnte sich sogar gegen Cameron Diaz (Verrückt nach Mary) und Catherine Zeta-Jones (Terminal) durchsetzen. Obendrein wurde sie als einzige für ihre Leistung bei einem Preis nominiert, dem NCLR Bravo Award.
Trotz dieser Nominierung konnte der Film die Kritiker anscheinend nicht weiter überzeugen. Das spiegelte sich auch an den amerikanischen Kinokassen wieder, an denen er gerade mal 35 Millionen Dollar, also ungefähr die Hälfte des Budgets, einnahm. Ungeachtet dieses Misserfolges konnte Money Train trotzdem in die Filmgeschichte eingehen. Denn neben einigen lustigen Zitaten rühmt sich Money Train mit dem längsten Film-Set überhaupt. Das komplette Set war ungefähr so groß wie zwei Empire State Buildings, die nebeneinander liegen, so IMdB.

Obendrein zu diesem imposanten Rekord ist Money Train auch in einem Museum verewigt. Der im Film verwendete Zug, der neben 12 anderen U-Bahn-Wagen extra von New York nach Los Angeles verschifft wurde, steht heute im New York Transit Museum auf Coney Island. Dort wird der umgearbeitete U-Bahn-Wagen noch eine Weile an Money Train erinnern.
Stattet ihm doch mal einen Besuch ab, wenn der nächste Amerika-Urlaub geplant ist.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich der Film nun nicht besser zusammenfassen als…

„Snipes + Harrelson = Fun + Fireworks.” – Kim Williamson

Dank dieser spannenden Kombination lässt sich der 1. April gut ausklingen. Humorvoll, aufregend und für jeden etwas dabei. Jetzt heißt es nur noch einschalten!

 

– Felix Heiderich


© Photo Credit: TNT Film

LIFE – EIN SCI-FI-THRILLER IN DEN FUßSTAPFEN VON ALIEN

Gewinnspiel zu Life auf unserer Facebookseite

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Die Story – Tödliche Intelligenz aus dem All

Die internationale Raumstation ISS treibt langsam und alleine im All, auf ihr eine Crew aus sechs Menschen. Neben den Astronauten Dr. David Jordan (Jake Gyllenhaal) und Sho Kendo (Hiroyuki Sanada) befinden sich auch noch der Wissenschaftler Hugh Derry (Ariyon Bakare), der Techniker Rory Adams (Ryan Reynolds) und die Biologin Miranda Bragg (Rebecca Ferguson) an Bord. Obwohl sie alle wie eine große Familie leben, stehen sie unter dem Kommando von Katerina Golovkin (Olaga Dihovichnaya). Ihr Ziel: Proben vom Mars auf Lebensformen zu untersuchen.

Durch eine Untersuchung von Hugh Derry (Ariyon Bakare) kommt tatsächlich ein einzelliger Organismus zum Vorschein. Doch die Freude der Crew hält nicht lange an, da der Organismus zunächst keine Lebenszeichen zeigt. Nachdem Derry in dem versiegelten Labor eine erdähnliche Atmosphäre schafft, beginnt der Organismus auf einmal, sich zu bewegen: das erste Leben aus dem All. Die Crew ist sich einig, dass dies eine Entdeckung ist, die die Menschheit prägen und wohl niemals mehr vergessen werden wird.

Zu Derrys Freude wächst der Organismus rasant an und bildet neue Zellen. Doch die Begeisterung des Wissenschaftlers wird schlagartig gedämpft, als der Organismus nach einem Laborunfall auf nichts mehr reagiert. Der komatöse Zustand seines ‚Babys‘, welches auf den Namen Calvin getauft wurde, besorgt Hugh Derry so sehr, dass er vor nichts zurückschreckt, um ihn wiederzubeleben. Durch einen Stromschlag kann er den inzwischen handgroßen Calvin aufwecken, wird aber von ihm angegriffen und fällt in Ohnmacht. Trotz verschiedenster Sicherheitsvorkehrungen kann Calvin aus seiner Box entkommen. Als er dann auch noch in den Käfig einer Labormaus eindringt und diese zerfetzt, wird der Crew so langsam klar, womit sie es hier zu tun haben. Rory Adams (Ryan Reynolds) nutzt die Gunst der Stunde und versucht seinen ohnmächtigen Freund aus dem versiegelten Labor zu retten. Bevor er es selbst hinausschaffen kann, greift Calvin ihn jedoch an und die anderen Mitglieder versiegeln die Tür direkt vor seiner Nase.

Die vier übrigen Crew-Mitglieder müssen nun mit ansehen, wie Adams verzweifelt versucht, Calvin zu bekämpfen. Weder Feuer noch Strom scheinen ihm zu schaden. Als Adams dann von Calvin qualvoll getötet wird, ist nun auch dem Letzten klar, dass dies nur der Anfang war. Von nun an heißt es überleben. Aber das ist leichter gesagt als getan, wenn man von einem Organismus gejagt wird, der beinahe unsterblich ist, zudem superstark und sich durch die kleinsten Öffnungen zwängen kann. Nur eine Sache ist allen bewusst: Calvin darf nicht den Erdboden berühren!

Wer steht dahinter?

Daniél Espinosa, der mit Filmen wie Kind 44 (2015) oder Safe House (2012) sein Talent für Thriller unter Beweis stellte, wagt sich mit Life zum ersten Mal an einen Sci-Fi-Thriller. Nichtsdestotrotz kann man sagen, dass ihm dieser Schritt gelungen ist. Das Setting auf der ISS ist nicht nur realistisch dargestellt, sondern bietet auch Abwechslung. Neben der Inszenierung verschiedener Räume und Bereiche, die originell wirken, können die Außenansichten überzeugen. Sowohl das All als auch die Erde, die öfters im Hintergrund der detailliert konstruierten Raumstation zu sehen sind, werden ästhetisch dargestellt. Des Weiteren ist die Arbeit mit der Gravitation ein sehr solider Grundstein des Films. Anders als in vielen Sci-Fi-Streifen versucht Espinosa das Leben in der Schwerelosigkeit zu greifbar zu machen. Die meiste Zeit des Films schweben die Schauspieler durch das Bild, und sogar Wasser und Blut sind realistisch im Schwebezustand dargestellt. Obwohl sich hier und da ein paar kleine Fehler eingeschlichen haben, hat Espinosa diese Aufgabe mit Bravour meistern können.

Life befasst sich, wie schon einige Sci-Fi-Filme vor ihm (z.B. Alien), mit der Thematik eines außerirdischen Organismus, der den Menschen überlegen ist und diese bedroht. Anders jedoch als zum Beispiel in Alien von 1979 wird hier erklärt, um was es sich für ein Wesen im naturwissenschaftlichen Sinne handelt. Kein bösartiger Alien, der einfach existiert, sondern ein Einzeller, der sowohl Muskel- als auch Nervenzelle in einem ist und sich unter natürlichen Bedingungen unnatürlich schnell entwickeln kann. Auch diese Punkte werden im Film realistisch umgesetzt, da auch er ohne Sauerstoff und Nahrung nicht überleben kann. Somit vermitteln Handlung, Set, wie auch ‚Alien‘ eine Situation, wie sie in der realen Welt vorstellbar wäre – oder wie Ryan Reynolds es beschreibt: „Das Skript hatte ein solches Maß an Realität und auch ein Gefühl von andauernder Spannung.“

Rory Adams (Ryan Reynolds)
Rory Adams (Ryan Reynolds)

Neben der Logik des Films tragen die Musik sowie die Kameraführung zur Qualität von Life bei. Jon Ekstrand, der bereits mehrfach die Filmmusik für Daniél Espinosa komponiert hat, schafft es, dem Zuschauer genau die richtige Atmosphäre zu vermitteln. Bereits im Trailer konnte man schon erahnen, dass Musik in diesem Film eine große Rolle spielen werde. Ohne zu spoilern, kann man dennoch kritisieren, dass sie gegen Filmende etwas überladen und fehl am Platz wirkte, was aber nur vereinzelt der Fall war.
Eine grandiose Arbeit liefert auch Seamus McGarvey, der schon für Marvel’s The Avengers (2012) hinter der Kamera stand und durch seine Arbeit am Film Abbite (2007) für einen Oscar nominiert wurde. Bereits in den ersten Szenen vollführt er eine Kamerafahrt um die schwebenden Schauspieler, die dem Zuschauer einen realistischen Eindruck vermittelt, wie man sich in der Schwerelosigkeit bewegt. Zum Ende des Films hin werden die Charaktere oft durch Nahaufnahmen der Gesichter gezeigt, wodurch McGarvey deren Emotionen verstärkt und drastische Veränderungen der Charaktere nahebringt.

Die Leistung der sechs Schauspieler ist insgesamt äußerst solide. Die Mitwirkung Ryan Reynolds ist gesondert zu erwähnen, da er bereits zuvor mit Espinosa für den Film Safe House (2012) zusammengearbeitet hatte. Obwohl Reynolds zuerst die Hauptrolle übernehmen sollte, musste er auf eine Nebenrolle ausweichen, da er die Hauptrolle im kommenden Film The Hitman’s Bodyguard spielt, wie der Hollywood Reporter berichtete. Zusätzlich zum Regisseur waren auch die Drehbuchautoren bereits bekannte Gesichter für Reynolds, da sie bereits zu seinem Erfolgsfilm Deadpool (2016) das Drehbuch schrieben.

Auf der Suche nach einer Lösung: Miranda North (Rebecca Ferguson)
Auf der Suche nach einer Lösung: Miranda North (Rebecca Ferguson)

Jake Gyllenhaal, zuletzt auch in Nocturnal Animals (2016) und Everst (2015) zu sehen, verkörpert den Astronauten Dr. David Jordan. Jordan ist der Erfahrenste der Crew und befindet sich schon seit 473 Tagen auf der ISS. Kein anderer kennt das Schiff besser als er. Trotz seiner Erfahrung muss er den ganzen Film über mit sich kämpfen; für ihn stehen die Crew und seine Freunde über seinem eigenen Wohl. Gyllenhaal schafft es, diese Rolle authentisch rüberkommen zu lassen. Er habe viel Herzblut in die Rolle gesteckt, unter anderem, weil David Jordan seinem Großvater ähnele, sagte Gyllenhaal.

Ähnlich wie Gyllenhaal meistern es auch Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds und auch Olga Dihovichnaya ihre Charaktere in den verschiedensten Situationen gut und überzeugend darzustellen. Eine besondere Anerkennung sollte hierbei Hiroyuki Sanada (Sho Murakami) gegönnt sein, da er während des ganzen Films seine Stunts selbst ausgeführt hat, so der Hollywood Reporter.
Ein wenig enttäuschend war leider die Leistung von Ariyon Bakare (Hugh Derry). Trotz seiner Schlüsselrolle als engagierter Wissenschaftler kann er in einigen Situationen nicht überzeugen und lässt den Zuschauer ein wenig kalt und emotionslos zurück.

Kritik

Espinosa schafft es, die Zuschauer immer mal wieder aufschrecken zu lassen. Diese kleinen Thriller-Momente wurden oftmals gut platziert und störten die Handlung nicht, sondern bauten sie spannungserzeugend weiter auf.

Neben den bereits genannten Kritikpunkten ist es allerdings schade, dass einige Charaktere nicht ausreichend ausgestaltet wurden. Während man zu einigen eine gute Bindung aufbauen konnte (z.B. Hiroyuki Sanada), kannte man andere wiederum kaum (z.B. Ariyon Bakare).
Auch waren die Beziehungen zwischen den Charakteren oftmals schlecht bis gar nicht erkennbar. Man konnte sie zwar als Crew identifizieren, doch wer zu wem eine enge Freundschaft pflegte, wurde oftmals nicht deutlich.

Deutlich abheben kann sich Life, wie schon erwähnt, durch die beinahe realistische naturwissenschaftliche Erklärung von Calvin.

Insgesamt hat der Film es geschafft, einen Spannungsbogen aufzubauen, der weder trist, noch langweilig wirkte. Auch wenn es eine Weile dauert, bis der Film seinen Höhepunkt erreicht, ist diese Zeit sehr gut gewählt und mit Spannung gefüllt. Trotz der relativ kurzen Spielzeit von 104 Minuten gelingt es Life, den Zuschauer zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen.

Schwerelos: Jake Gyllenhaal ist der amerikanische Astronaut David Jordan
Schwerelos: Jake Gyllenhaal ist der amerikanische Astronaut David Jordan

Fazit

Obwohl es einige kleine Fehler gibt und auch hier und da ein paar Ecken und Kanten zum Vorschein kommen, ist Life ein äußerst gelungener Sci-Fi-Thriller, der sich nun mit Filmen, wie zum Beispiel der Alien-Reihe, messen darf. Sowohl Schauspieler als auch Regisseur tragen zu einer schönen, aber auch gruseligen Atmosphäre bei, der durch seine detailgetreue Inszenierung eher Science-Reality, als Science-Fiction ähnelt. Alles in allem ist Life ein lohnenswerter Film, vor allem für Freunde des Alien-Thriller-Genres.

Bewertung

4,5/5 Sterne

– Felix Heiderich


Photos Copyright: © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

THE MATRIX: REBOOT OHNE KEANU REEVES UND DEN WACHOWSKI-GESCHWISTERN?

Laut The Hollywood Reporter soll Warner Bros. Entertainment nun an einem Reboot für den Oscar-verzierten Sci-Fi-Klassiker Matrix arbeiten. Anscheinend habe WB bereits mit dem Autor Zak Penn über das Drehbuch gesprochen und scheine sich so von den Wachowski-Geschwistern zu entfernen, die bereits für die Trilogie Regie führten und auch das Drehbuch schrieben. Zak Penn ist bereits durch die Drehbücher zu X-Men 2 (2003), Der unglaubliche Hulk (2008) und auch Marvel’s The Avengers (2012) bekannt. Weiterhin soll Michael B. Jordan im neuen Matrix mitwirken. Laut THR müsse aber noch viel an und mit ihm gearbeitet werden, bevor die Produktion startet. Für welche Rolle der 30-jährige Schauspieler geplant ist, wurde noch nicht berichtet. Sein Können konnte Jordan bereits in Creed – Rocky’s Legacy (2015) an der Seite von Sylvester Stallone und als menschliche Fackel in Fantastic Four (2015) unter Beweis stellen.

Obwohl es eine Umstellung wäre, statt Keanu Reeves nun Michael B. Jordan als Neo in der Hauptrolle zu sehen, ist diese Entwicklung gar nicht so unwahrscheinlich. Bereits für den ersten Film sollte eigentlich Will Smith die Rolle des Neo übernehmen, lehnte dies aber zugunsten Keanu Reeves ab. Für Reeves war Neo der Eintritt in den Sternchenhimmel Hollywoods und machte ihn zu einem der bestbezahlten Schauspieler. In einem Interview zu seinem neuen Film John Wick: Kapitel 2 äußerte sich Reeves gegenüber Yahoo Movies positiv zu einem Comeback als Matrix-Held. Er würde allerdings gerne mit den Wachowski-Geschwistern arbeiten. Ob dies eintreffen wird, müssen wir aber noch abwarten und uns bis dahin gedulden.

Die originale Trilogie begeisterte Millionen von Fans mit ihrer komplexen und trotzdem in den Bann ziehenden Story. Die Wachowski-Geschwister begründeten durch ihr Werk eine neue Ära des Sci-Fi-Films. Sie revolutionierten unter anderem durch den Bullet Time Effekt, bei dem eine Kamera um ein vermeintlich eingefrorenes Objekt (z.B. Pistolenkugel) herumfährt, wie Wired berichtete. Da die beiden aber nun nicht mehr mitwirken sollen, sind die Fans bisher noch nicht sehr überzeugt von den neuen Nachrichten.

Neben vielen Twitter-Posts, die sich ähnlich skeptisch ausdrücken, gab es ein paar offene Briefe von verschiedenen Autoren und Kollegen. So auch von Liz Shannon Miller von der Online-News-Seite IndieWire. Sie schrieb in ihrem offenen Brief, es sei „komplett verrückt“, ein Reboot ohne die Wachowski-Geschwister zu planen. Außerdem sei Matrix ein Produkt einer Ära gewesen, die man nicht einfach rebooten könne und solle. Die Filme seien ihrer Zeit voraus gewesen und hätten das Genre des Action Films revolutioniert, so Miller. Dies sei heute kaum denkbar. Jedenfalls nicht durch ein Reboot.

Ob und wie Zak Penn diese Ära fortsetzen kann und ob er sich hierbei an der Animatrix (2003) orientiert, wird wohl bald näher bekannt gegeben werden.

– Felix Heiderich


Photo Credit: Photofest

SAROO BRIERLEY – DER WAHRE LION IM INTERVIEW

Eine greifbare Filmgeschichte

Regisseure und Schauspieler zu einem Film zu interviewen, ist eine Sache. Den Menschen, dessen Leben zu einem sechsfach Oscar® nominierten Film geführt hat, eine ganz andere. Wir haben einen offenen Saroo Brierley erleben dürfen, der uns interessante Einblicke in die Entstehung von Lion gab.

Über den Film

Dev Patel als Saroo Brierley in Lion.
Dev Patel als Saroo Brierley in Lion.

Die Geschichte geht durchaus ans Herz – in der indischen Stadt Khandwa lebt der fünfjährige Saroo (Sunny Pawar) als eines von vier Kindern einer alleinerziehenden Mutter, die unter hohen Opfern versucht ihre Familie durchzubringen. Nachdem die Bedingungen in Indien dafür denkbar schlecht sein können, betteln die Kinder notgedrungen auf dem Bahnhof – wo der Junge nach ein paar Irrfahrten mit seinem Bruder den Fehler begeht, einen Zug nach Kalkutta zu besteigen. Eine Reise von mehreren Tagen und 1300 Kilometern Distanz in einem Frachtwaggon lässt ihn desorientiert und hilflos auf dem Bahnhof Howrah Junction zurück: Eher Moloch als Teil des Nahverkehrs, es werden auf den 23 Bahngleisen täglich Millionen von Menschen abgefertigt.

Schauspieler Sunny Pawar als junger Saroo in Lion.
Schauspieler Sunny Pawar als junger Saroo in Lion.

Überaus schlechte Karten für Saroo, er verliert sich im Gewühl, gerät in seltsame Gesellschaft und landet schließlich bei der Polizei – die jedoch mit den gestammelten Angaben eines Fünfjährigen herzlich wenig anfangen kann und ihn als lost child deklariert. Zu seinem Glück landet er langfristig bei den Brierleys, die sich in ihrer australischen Heimat des Jungen annehmen – bis er sich während eines indischen Essens mit Freunden, fast 25 Jahre später, seiner Wurzeln zu erinnern beginnt und mittels Google Earth eine Spur zu seiner eigentlichen Herkunft findet.

Kinder haben’s leicht…

Das hatte es der junge Saroo Brierley – gebürtig Sheru Munshi Khan – sicher nicht. Wenn man so will, hatte er Glück im Unglück angesichts dessen, was teils tagtäglich in ähnlichen Situationen geschehen kann. Somit ist die Geschichte sicher ihre Erzählung wert.

Der Cast setzt sich, sobald die Geschichte die Kindheit Saroos hinter sich lässt, dabei durchaus namhaft zusammen: Dev Patel (Saroo Brierley) scheint dank ‚Slumdog Millionaire‘ (2008) eine naheliegende Wahl zu sein, verstärkt durch Rooney Mara (Freundin Lucy) sowie die Adoptiveltern Nicole Kidman (Sue Brierley) und David Wenham (John Brierley). Und ja, es lässt sich nicht leugnen: Die Bilder verheißen Gutes – insbesondere auffällig, dass der Film nicht die Sünde begeht, die mithin größte Stärke des Handlungsortes über Gebühr zu beanspruchen. Man erwartet mittlerweile eine Art indische Farbexplosion, und in feiner Zurückhaltung zeigen hier Regie (Garth Davis) und Kamera (Greig Fraser) ihr Können: Sie finden eine wunderschöne Mitte. Auf die Palette Indiens zu verzichten wäre sträflich – doch Lion erhält stets sein elegantes, zugleich stark kontrastiertes Bild für den Zuschauer.

Prädikat: Ein gelungenes Stück Filmgeschichte. Leider ohne Oscar®-Prämierung.

LIVETICKER OSCARS® 2017 – Die Oscars® der etwas anderen Art

06:10 Uhr deutscher Zeit:

Was ist denn da passiert? Erst wird La La Land als Gewinner der Kategorie Best Picture verkündet und dann kommt alles ganz anders: es ist Moonlight! Da hatte man versehentlich den Umschlag mit Emma Stones Gewinn noch einmal ausgehändigt. Wir nehmen es mit Humor und gratulieren dem Cast und Regisseur sowie dem gesamten Team von Moonlight!

Plakat_Moonlight

 

La La Land gewinnt also nicht den siebten Oscar®  in der Kategorie Best Picture. Damit hat La La Land insgesamt sechs von 14 Nominierungen tatsächlich gewonnen – geht aber dennoch als meist nominierter Film Hollywoods in die Geschichte der Academy ein.

06:05 Uhr deutscher Zeit: Der finale Oscar® wird gleich verliehen – es ist die Kategorie Best Picture und Jimmy Kimmel wettert noch ein Mal gegen Matt Damon.

06:00 Uhr
deutscher Zeit: Leonardo DiCaprio wird gleich die Gewinnerin der Kategorie Best Actress in a Leading Role vorlesen. Wir sind gespannt! Wird es Emma Stone mit La La Land, die bereits für Birdman in der Kategorie Best Performance by an Actress in a Supporting Role nominiert war? Oder doch Meryl Streeps vierter Oscar?

Es ist Emma Stones erster Oscar®!
Emma Stone bedankt sich bei Schauspielkollegen Ryan Gosling, denn er habe sie beim Dreh zum Lachen gebracht. Sie ringt mit den Tränen

Mia (Emma Stone)

05:52 Uhr deutscher Zeit: Es ist soweit! Gleich wird bekannt gegeben wer die Kategorie Best Actor in a Leading Role gewonnen hat … und es ist: Casey Affleck!
Es ist die zweite Nominierung und der erste Oscar® für Casey Affleck! Gratulation! Casey Affleck ist sichtlich gerührt und ringt etwas um Worte. Außerdem bedankt er sich bei seinem Bruder Matt Damon und bei seinen Eltern für deren Unterstützung.

MANCHESTER

05:44 Uhr deutscher Zeit: Damien Chazelle gewinnt mit seinem Film „La La Land“ im Alter von nur 32 Jahren in der Kategorie Best Achievement in Directing – und ist damit der jüngste Regisseur aller Zeiten der den begehrten Award gewinnt!

05:37 Uhr
deutscher Zeit: Zum zweiten Mal fliegen kleine Fallschirmchen von der Decke – diesmal mit Cookies und Donuts! Für kulinarische Genüsse wurde diesmal durch ausreichend Süßkram auf kreative Art gesorgt. Auf jeden Fall ein interessantes Novum bei den Academy Awards.

05:35 Uhr deutscher Zeit: Moonlight gewinnt den zweiten Oscar® in der Kategorie Best Adapted Screenplay!

05:31 Uhr
deutscher Zeit: Jetzt übertreibt es Jimmy Kimmel dann doch etwas. Er überspielt als kurzzeitiger Dirigent des Orchesters Matt Damons und Ben Afflecks Anmoderation für die Kategorie Best Original Screenplay. Aber der augenscheinliche Ärger in Matt Damons Gesicht verfliegt schnell als er den Sieger der Kategorie verkündet: Manchester by the Sea – in dem kein anderer als Matt Damons Bruder Casey Affleck eine der Hauptrollen spielt!

05:29 Uhr deutscher Zeit: Jimmy Kimmel wettert munter weiter gegen Matt Damon – da kann einem der Hauptdarsteller von „Der Marsianer“ schon fast etwas leit tun.

Es wird immer spannender, denn die wichtigsten Kategorien kommen jetzt: Original Screenplay, Adapted Screenplay, Directing, Actor in a Leading Role, Actress in a Leading Role und Best Picture

05:21 Uhr deutscher Zeit: jetzt gedenkt die Elite Hollywods den verstorbenen Talenten. Tragischerweise starb Schauspiellegende Bill Paxton am 25. Februar, also nur einen Tag vor den 89. Academy Awards. Er war unter anderem durch Filme wie Titanic, Aliens und Apollo 13 bekannt.
Unter anderem hat sich Arnold Schwarzenegger zum Tod von Bill Paxton auf Facebook via Video geäußert.

05:19 Uhr deutscher Zeit: La La Land gewinnt seinen vierten Oscar in der Kategorie Best Original Song. Trotz starker Konkurrenz konnte sich La La Land erneut durchsetzen.

05:15 Uhr deutscher Zeit. Samuel L. Jackson verkündet den Gewinner der Kategorie Best Original Score. Wenig überraschend gewinnt La La Land damit den dritten Oscar®.

05:08 Uhr deutscher Zeit: La La Land gewinnt den zweiten Oscar® in der Kategorie Cinematography.

05:02 Uhr deutscher Zeit: „Mean Tweets“ und #LastnightinSweden. Hollywoods Elite liest richtig fiese Tweets über sich selbst laut vor – das ist zwar einerseits lustig aber wirkt zumindest erneut politisch angehaucht.

04:53 Uhr deutscher Zeit: Moderator Jimmy Kimmel hat soeben an Präsident Donald Trump gewittert – denn er hat sich bis dato während der ganzen Oscar® Verleihung noch nicht via Twitter zu Wort gemeldet.

Kurz zuvor: Ein Sightseeing-Buys mit ahnungslosen Hollywood-Touristen wurde direkt zum Dolby Theater gelotst. Die Touristen befanden sich wenig später direkt in der Liveübertragung und durften ihre Stars hautnah erleben und das ein oder andere Souvenir mit heimnehmen. Diese Tour wird ihnen sicherlich noch etwas länger im Gedächtnis bleiben! Unter den Touristen waren verschiedenste Nationalitäten vertreten, ein wohl weiteres klares politisches Statement der diesjährigen Oscars®

Der Oscar für den besten ausländischen Film geht an einen iranischen Regisseur für den Filme „The Salesman“. Ein politisches Statement er Academy.

BEST PICTURE

Arrival
Fences
Hacksaw Ridge
Hell or High Water
Hidden Figures
La La Land
Lion
Manchester by the Sea
Moonlight – Gewonnen

ACTOR IN A LEADING ROLE

Casey Affleck, Manchester by the Sea – Gewonnen
Andrew Garfield, Hacksaw Ridge
Ryan Gosling, La La Land
Viggo Mortensen, Captain Fantastic
Denzel Washington, Fences

ACTRESS IN A LEADING ROLE

Isabelle Huppert, Elle
Ruth Negga, Loving
Natalie Portman, Jackie
Emma Stone, La La Land – Gewonnen
Meryl Streep, Florence Foster Jenkins

ACTOR IN A SUPPORTING ROLE

Mahershala Ali, Moonlight – Gewonnen
Jeff Bridges, Hell or High Water
Lucas Hedges, Manchester by the Sea
Dev Patel, Lion
Michael Shannon, Nocturnal Animals

ACTRESS IN A SUPPORTING ROLE

Viola Davis, Fences – Gewonnen
Naomie Harris, Moonlight
Nicole Kidman, Lion
Octavia Spencer, Hidden Figures
Michelle Williams, Manchester by the Sea

ANIMATED FEATURE FILM

Kubo and the Two Strings
Moana
My Life as a Zucchini
The Red Turtle
Zootopia – Gewonnen

CINEMATOGRAPHY

Arrival
La La Land – Gewonnen
Lion
Moonlight
Silence

COSTUME DESIGN

Allied
Fantastic Beasts and Where to Find Them – Gewonnen
Florence Foster Jenkins
Jackie
La La Land

DIRECTING

Arrival
Hacksaw Ridge
La La Land – Gewonnen
Manchester by the Sea
Moonlight

DOCUMENTARY (FEATURE)

Fire at Sea
I Am Not Your Negro
Life, Animated
O.J.: Made in America – Gewonnen
13th

DOCUMENTARY (SHORT SUBJECT)

Extremis
4.1 Miles
Joe’s Violin
Watani: My Homeland
The White Helmets – Gewonnen

FILM EDITING

Arrival
Hacksaw Ridge – Gewonnen
Hell or High Water
La La Land
Moonlight

FOREIGN LANGUAGE FILM

Land of Mine
A Man Called Ove
The Salesman – Gewonnen
Tanna
Toni Erdmann

MAKEUP AND HAIRSTYLING

A Man Called Ove
Star Trek Beyond
Suicide Squad – Gewonnen

MUSIC (ORIGINAL SCORE)

Jackie
La La Land – Gewonnen
Lion
Moonlight
Passengers

MUSIC (ORIGINAL SONG)

„Audition (The Fools Who Dream)“ from La La Land
Music by Justin Hurwitz; Lyric by Benj Pasek and Justin Paul

„Can’t Stop The Feeling“ from Trolls
Music and Lyric by Justin Timberlake, Max Martin and Karl Johan Schuster

Gewonnen
„City Of Stars“ from La La Land
Music by Justin Hurwitz; Lyric by Benj Pasek and Justin Paul

„The Empty Chair“ from Jim: The James Foley Story
Music and Lyric by J. Ralph and Sting

„How Far I’ll Go“ from Moana
Music and Lyric by Lin-Manuel Miranda

PRODUCTION DESIGN

Arrival
Fantastic Beasts and Where to Find Them
Hail, Caesar!
La La Land – Gewonnen
Passengers

SHORT FILM (ANIMATED)

Blind Vaysha
Borrowed Time
Pear Cider and Cigarettes
Pearl
Piper – Gewonnen

SHORT FILM (LIVE ACTION)

Ennemis Intérieurs
La Femme et le TGV
Silent Nights
Sing – Gewonnen
Timecode

SOUND EDITING

Arrival – Gewonnen
Deepwater Horizon
Hacksaw Ridge
La La Land
Sully

SOUND MIXING

Arrival
Hacksaw Ridge – Gewonnen
La La Land
Rogue One: A Star Wars Story
13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi

VISUAL EFFECTS

Deepwater Horizon
Doctor Strange
The Jungle Book – Gewonnen
Kubo and the Two Strings
Rogue One: A Star Wars Story

WRITING (ADAPTED SCREENPLAY)

Arrival
Fences
Hidden Figures
Lion
Moonlight – Gewonnen

WRITING (ORIGINAL SCREENPLAY)

Hell or High Water
La La Land
The Lobster
Manchester by the Sea – Gewonnen
20th Century Women


Photo Credits:
Header Photo – ABC/Photofest © ABC

HEIMKINO-RELEASE: SWISS ARMY MAN IST EIN UNIKAT

Swiss Army Man ist vor allem eines: komplett anders. Und das ist nicht nur gut so, sondern in der heutigen Filmlandschaft schon fast einmalig. Nach allen Sommer-Reboots, Sequels und Comicverfilmungen bringt der Film endlich ‚frischen Wind‘ ins Heimkino. Mag es sich hierbei auch um eine subjektive Meinung gleich am Anfang des Artikels handeln – so muss dennoch erwähnt werden: Daniel Radcliffe besticht mit einer derartigen Authentizität, dass man keine Minute mehr an seine Zeit als Darsteller des Zauberers Harry Potter denkt. Es ist nicht nur für die Filmlandschaft, sondern auch für Radcliffe selbst ein schauspielerischer Durchbruch und Befreiungsschlag.

Worum geht es in Swiss Army Man?

Paul Dano spielt den verzweifelten Gestrandeten namens Hank.  Er hat bereits mit der Hoffnung auf Rettung abgeschlossen und versucht sich am Strand seiner Insel aufzuhängen. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass ihm das Schicksal eine Leiche (Harry-Potter-Star Daniel Radcliffe) anspült, deren laute Furzgeräusche ein friedliches Ableben unmöglich machen. Hank tauft die Leiche ‚Manny‘ und findet bald heraus, dass sie nicht ganz so tot ist, wie sie sein sollte. Neben der Flatulenz hat Manny noch einiges mehr zu bieten – seine ungewöhnlichen Kräfte ermöglichen es ihm beispielsweise, in hoher Geschwindigkeit durchs Wasser zu gleiten und auf die Jagd zu gehen.

Dieser Tote, in seiner Funktionalität dem namensgebenden Schweizer Taschenmesser in nichts nachstehend, ist jedoch nicht nur bloßes Werkzeug, sondern besitzt auch Gefühle. Zwischen Manny und Hank entwickelt sich eine tiefe, sinngebende Freundschaft, wodurch Hank beschließt, seinem Leben eine weitere Chance zu geben und gemeinsam mit Manny nach Hause zu finden.

Die „Multi-Funktions-Leiche“ Manny (Daniel Radcliffe) ist auch als Kompass einsetzbar. © capelight pictures
Die „Multi-Funktions-Leiche“ Manny (Daniel Radcliffe) ist auch als Kompass einsetzbar.

Dass beim Sundance Film Festival laut Variety zahlreiche Zuschauer beim Screening den Saal verlassen haben sollen, sei dahingestellt. Wer besonders sensibel auf das Thema Tod und die sich daraus ergebenden Prozesse im Körper eines Menschen reagiert – oder generell vor dem Fakt zurückschreckt, Daniel Radcliffe über 90 Minuten visuell als Leiche zu erleben –, der sollte sich bei Swiss Army Man entsprechend emotional darauf vorbereiten, mit diesen Bildern aufs Schärfste konfrontiert zu werden. Aber muss Kino und somit Film immer fröhlich, heiter oder unbeschwert sein? Oder wollen wir faszinierende und polarisierende Filme, die einen Spagat zwischen Absurd und Emotional, von Seltsam bis Tiefgründig, von Flatulenz bis Sinn des Lebens schaffen?

Wir sind ganz klar für Letzteres. So skurril es klingt, der Film schafft es trotz der massiven Flatulenzen von Daniel Radcliffes Charakter auch cineastisch brillante Bilder und Stimmungen einzufangen. Die Filmsets sind darüber hinaus ein visuelles Meisterwerk für sich und zeigen sich eindrucksvoll im ‚Robinson Crusoe‘-Style, der weltflüchtig romantisch wirkt. Doch zurück zum Anfang: Filme über ungewöhnliche Freundschaften gibt es viele. Aber E.T. und Free Willy erscheinen geradezu gewöhnlich verglichen mit der Idee zu Swiss Army Man. Mit seinem Regiedebüt landet das Regie-Duo Daniels, bestehend aus Daniel Scheinert und Dan Kwan, einen Überraschungshit mit Kultpotenzial.

Regisseure Daniel Scheinert & Dan Kwan aka ‚Daniels’.
Regisseure Daniel Scheinert & Dan Kwan aka „Daniels“.

Nach dem Filmerlebnis dürften sich beim ein oder anderen sicherlich Fragen aufdrängen: Wieso, weshalb, warum? Mögliche Antworten darauf findet man in den Special Features bzw. Extras der Blu-ray, die rundum überzeugen können.

Besonders hervor sticht dabei ein Feature, das wohl äußerst selten sein dürfte: Man kann den kompletten Film ohne musikalische Untermalung anschauen! Ein einzigartiges Erlebnis selbst für Filmfans, und wir kennen es sonst nur von Gravity in der Silent-Edition

Das zeigt nicht nur generell, wie essentiell Musik für einen Film ist, sondern lässt den Film auf faszinierende Weise auch noch skurriler und zum Teil positiv verstörend wirken. Besonders bei der Schlussszene sollte diese Wirkung deutlich zum Vorschein kommen.

Außerdem könnt ihr auch faszinierende Blicke hinter die Kulissen von Swiss Army Man werfen und erfahrt unter anderem, wie komplex und aufwendig es für Darsteller und Crew war, die Sets und eine Leiche realistisch in den vielseitigen Funktionen zu filmen.

Ton und Bild des Blu-ray Heimkino-Releases

Die deutsche Tonspur liegt im DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Bei der englischen Tonspur wird Dolby Atmos geboten. Das Bild liefert die Blu-ray-Variante im Verhältnis 2,40:1 bei 1080p und somit Full-HD. Sowohl Ton und Bild überzeugen in Qualität und stellen ein echtes visuelles wie auditives Erlebnis für euer Heimkino dar.

Liste der Extras

Wie auch die DVD liefert die Blu-ray-Version zahlreiche Extras, wobei für jeden Geschmack etwas Passendes dabei sein sollte:

  • Audiokommentar vom Regie-Duo Daniels mit Jason Kisvarday und Brent Kiser
  • Hinter den Kulissen
  • 5 Featurettes
  • 3 entfallene Szenen
  • Interview mit Daniel Radcliffe
  • Q&A mit Daniels und Brent Kiser
  • 2 Trailer

Besonderheiten der Blu-ray

Reißt man die Folie ab, so hält man nicht direkt die Hülle der Blu-ray in den Händen, sondern spürt zunächst die hochwertige Coverhülle aus dickerem Papier, welche man nach oben oder unten abziehen kann. Erfreulich ist hierbei bereits die Option, die FSK-12-Kennzeichnung in Stickerform abziehen zu können. Beim eigentlichen Cover der Blu-ray handelt es sich zusätzlich um ein Wendecover, wodurch sich die FSK-Kennzeichnung komplett unsichtbar machen lässt. Ein großes Plus für alle Filmfans, die ihre Sammlung mit Swiss Army Man nicht nur ergänzen, sondern auch optisch verschönern wollen! Hier darf der Independent-Verleiher Capelight Pictures durchaus lobend erwähnt werden, zumal immer weniger Verleih-Firmen an diese doch wichtigen Kleinigkeiten denken. Ein ergänzender Flyer oder Ähnliches fehlt jedoch in der Hülle. Zu guter Letzt könnt ihr Swiss Army Man noch als Limited Collector’s Edition im Mediabook mit zwei verschiedenen Covern erwerben. Damit bekommt ihr die volle Ladung des menschlichen Schweizer-Armee-Messers inklusive DVD, Blu-ray und Soundtrack-CD!

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Der Tod und andere Stunts

Daniel Radcliffe musste sich zunächst daran gewöhnen, eine Leiche zu spielen, welche den Großteil des Films ziemlich rabiat behandelt wird. Zwar gab es einen lebensgroßen Stunt-Dummie, doch Dano bevorzugte es, Radcliffes tatsächliches Gewicht mit sich herumzutragen. Vor ihrem Skypegespräch mit dem Harry-Potter-Star machten sich die Regisseure noch Sorgen, dass Radcliffe wegen der drastischen Anforderungen an seine Rolle absagen würde. „Aber Daniels erste Frage war, ob er seine eigenen Stunts durchführen dürfe“, erklärt Kwan begeistert (USA Today).

Manny (Daniel Radcliffe) mit selbstgebauten Kopfhörern. © capelight pictures
Manny (Daniel Radcliffe) mit selbstgebauten Kopfhörern.

Besonders faszinierte Radcliffe die Herausforderung, eine lebendige Leiche spielen zu dürfen. Im Interview mit Watson verriet Radcliffe, dass er zwar auf wesentliche Aspekte wie Totenstarre geachtet habe, dennoch nie wie ein Zombie erscheinen wollte. Er improvisierte demnach viel, um nicht technisch exakt zu wirken. Den Rest in Punkto Glaubwürdigkeit erledigte dann sein authentisches Make-Up – so Radcliffe. Dass der Fokus bei Radcliffes Leichen-Charakter dabei auch auf ein ganz besonderes, männliches, Körperteil gelegt wurde, störte Radcliffe offenkundig nicht – Kudos an einen wahren Schauspieler!

Mit Hilfe von Manny (Daniel Radcliffe) gelingt es Hank (Paul Dano) Feuer zu machen. © capelight pictures
Mit Hilfe von Manny (Daniel Radcliffe) gelingt es Hank (Paul Dano), Feuer zu machen.

Fazit

Ob ein Film mit einem furzenden Toten jedermanns Sache ist, bleibe dahingestellt. Swiss Army Man wirkt jedoch so herrlich absurd und neu, dass man dem Film als neugieriger und offener Mensch wohl kaum widerstehen kann. Daniel Radcliffe ziert mit Paul Dano einen Film, der origineller kaum sein könnte. Sein ‚explosives‘ Potenzial hat Swiss Army Man aber schon beim Sundance Film Festival (ausgezeichnet mit dem Regie-Award) und bei der Eröffnung des deutschen Fantasy Filmfest bewiesen. Mit dem Heimkino-Release kann man sich jetzt selbst ein Bild von der ganzen Dimension der Daniels-Regie machen und somit einen möglicherweise verpassten Kinogang nachholen oder ihn durch viele, hochwertige Extras in Form von Special-Features der Blu-ray ergänzen. Wir sagen: Nimm das, The Walking Dead!

– Stefan Fischer & Alexander Ochs


Photo Credits & Copyright: © 2016 Capelight Pictures

ALIEN: COVENANT – IM WELTRAUM HÖRT DICH NIEMAND ZWEIFELN

Um den Elefanten im Raum schnellstmöglich zu verscheuchen: ‚Prometheus‘ war schlecht. Atemberaubend schlecht. Der Mensch erinnert sich langfristig deutlicher an hervorstechend gute oder schlechte Erlebnisse, und persönlich habe ich nur den Soundtrack vergessen: Er muss wohl in Ordnung gewesen sein. Jenseits dessen konnte man nur staunen, dass niemand ein so offensichtliches 130-Millionen-US-Dollar-Debakel aufhalten konnte.

Der Trailer des zweiten Prequels darf also mit kritischen Blicken rechnen, allerdings hat Ridley Scott schon oft positiv überrascht. Man kann also gespannt bleiben.

Eine Raumfahrt, die hat’s in sich

Das Kolonieschiff Covenant steuert einen vermeintlich paradiesischen Planeten an, die Besatzung findet dort den Androiden David (Michael Fassbender) vor, den einzig Überlebenden der gescheiterten Prometheus-Expedition. Nicht jedoch der einzig Überlebende des gescheiterten Prometheus-Films (ich hör ja schon auf).

Mit Sicherheit wieder in Erscheinung treten werden auch Elizabeth Shaw (Noomi Rapace), die sich zuletzt auf dem Weg zur Heimatwelt der rätselhaften ‚Konstrukteure‘ befand, und Peter Weyland (Guy Pearce), ohne dessen finstere Machenschaften keine Fortsetzung seit ‚Aliens‘ auskam.

Alien Covenant © 2017 Twentieth Century Fox

 ‚Alien: Covenant‘ behält das beeindruckende Schauspiel Fassbenders bei, dessen bemessene, hochexakte Bewegungen die unterschwellige Bedrohlichkeit der Androiden des Alien-Universums vermitteln wie nie zuvor. Ob das seinen Doppeleinsatz in den Rollen ZWEIER Androiden (Walter und David) rechtfertigt, bleibt abzuwarten: Es gilt Screentime sinnvoll zu füllen, ohne ihn als Pflaster für Durststrecken oder Schlaglöcher im Plot zu verschwenden.

Ergänzt wird der Cast durch James Franco, dessen Charakter Branson – zumindest dem Trailer entnommen – wohl der Kommandant der Covenant ist. Es mangelt also sicher nicht an talentierten Darstellern.

Eine eindeutige Abfolge ist im Plot soweit nicht zu erkennen, aber das sei einem Trailer verziehen. Man darf jedenfalls mit nicht mehr wegzudenkenden Elementen des Franchise rechnen: Landung auf einem fremden Planeten, die Silhouette eines Konstrukteur-Raumschiffs in äußerst unfreundlicher Umgebung, und natürlich ein ledriges Ei, das sich vor einem etwas zu neugierigen Mannschaftsmitglied öffnet. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit setzt der Film also auf Altbewährtes – und das muss beileibe nichts Schlechtes sein, wirft aber ein paar Fragen auf.

Remake, Prequel, Reboot…

Eindeutig aus dem neuen, mit Prometheus übernommenen Look and Feel stammen die Szenen in weitläufigen, klinisch weißen Räumen, in denen auf gigantischen Screens fotorealistische Landschaften abgebildet sind, damit Herren in schwarz-weiß-kontrastierten Anzügen davor grübeln können. Auch in den gelungenen Landschaftsaufnahmen findet sich der Stil wieder; die Einsamkeit in den tiefblauen Bergen und karg bewachsenen Steppentälern vermittelt sich sofort.

Alien Covenant © 2017 Twentieth Century Fox

 

Und hier enden auch bereits die Gemeinsamkeiten. Der Rest des Trailers nimmt fortlaufenden, engen Bezug zum Urvater ‚Alien‘ – bis hin zu Szenen, die fast von Einstellung zu Einstellung übernommen wirken. Mit dessen größte Stärke war das utilitaristische, klobige Design des Industriefrachters Nostromo, das sich im Laufe des Films von der alltäglichen, hinreichend komfortablen Umgebung hin zu einem beklemmenden, feindseligen Labyrinth wandelte, in dem der Xenomorph alle nur erdenklichen Vorteile gegen die unbewaffnete Mannschaft besaß. Die Gänge waren eng, schlecht beleuchtet, regelmäßig von Dämpfen der Kühlsysteme vernebelt und voller Kanten und Aussparungen, über die man sich selber im Geiste ständig stolpern sah.

‚Alien: Covenant‘ ist darauf erpicht, dieses Gefühl seines Vorgängers um jeden Preis zu reproduzieren – es bleibt abzuwarten, ob sich der fromme Wunsch erfüllt. Gewiss, die Klaustrophobie setzt in den verzweifelten Sprints durch notbeleuchtete Gänge ein, und es gibt genügend Frachtnetze, Verstrebungen und scharfe Kanten, mittels derer man den unverwechselbaren Lichteinsatz (oder den Mangel an selbigem) der frühen Filme umsetzen könnte. Dem Trailer gelingt das jedoch nicht, zu plötzlich ist der Wechsel in das Cockpit des Landungsbootes oder die Mannschaftsquartiere, die in buntem LED-Licht erstrahlen wie eine Mischung aus Weihnachtsbaum und DJ-Pult.

Aber mal sehen: Was im Trailer keinem dramaturgischen Aufbau folgen muss, könnte im Film vielleicht eine gelungene Verwendung einer subtileren Farbabstufung werden. Je bedrohlicher die Handlung für die Charaktere wird, desto mehr mag auch ihre Umwelt das vermitteln. Man wagt zu hoffen.

Früher war bekanntlich alles besser, heute trägt man im Cockpit Cowboyhut

Auf die Gefahr hin zu klingen wie mein eigener Großvater, erschließt sich mir eines nicht: wo Twentieth Century Fox mit dem Franchise hin will. Die Bezugnahme auf das Original von 1979 wird schon im Plakat deutlich und der Trailer hält sich in der Optik teils sklavisch daran – nur um sich meilenweit davon zu distanzieren, sobald es um Interfaces und Inneneinrichtung geht. Natürlich wirken die technischen Elemente der alten Streifen heutzutage absolut retrofuturistisch, aber sie erklärten in Bildsprache die innere Funktion des Universums. Wenn im Trailer ein guter Teil der Flure und Gänge im hellen LED-Glanz erstrahlen, fragt man sich unweigerlich, warum andere Bereiche des Schiffes nur über dumpf zündende Leuchtstoffröhren verfügen.

Alien Covenant © 2017 Twentieth Century Fox

 

Dass dies heutzutage funktionieren kann, demonstrierte übrigens das Gamestudio Creative Assembly mit dem Release des Spieletitels ‚Alien: Isolation‘ im Jahre 2014. Man interagierte mit lichtgrauen Tastaturen mit hartem Anschlag, die Konsolen der Raumstation knackten mit ihren Leseköpfen und gaben ihre Textinfos mit den üblichen Beeps aus: Man unternahm nicht den Versuch, das zu erklären. Wenn man die Existenz des Aliens akzeptiert, sollte man geistig mit der Existenz antiquiert erscheinender Technik fertig werden, die dem Monstrum aus dem All eine gute Spielwiese bietet.

Aber vielleicht ist mein greisenhaftes Genörgel auch fehl am Platz – immerhin lässt sich Klaustrophobie auch modern erleuchtet erzeugen, und ich wünsche mir sehnlichst, dass dem Franchise neues Leben eingehaucht wird. Am 18. Mai darf man sich überraschen lassen – ‚Alien Covenant‘ mag ein Lichtblick werden. (Ganz im Gegensatz zu Prometheus‘ trüber Funzel. Ich geh ja schon.)


Photo Credits & Copyright: © 2017 Twentieth Century Fox

Programmtipp TNT Film: Euer Adrenalinkick – Cyborg und Pitch Black Planet der Finsternis

Cyborg (1989)

Das Amerika von morgen ist in völliger Anarchie versunken und wird von einer tödlichen Seuche bedroht. Nur die schöne Pearl Prophet (Dayle Haddon) – ein Wesen halb Mensch, halb Roboter – weiß, wie ein Impfstoff entwickelt werden kann. Auf dem Weg nach New York fällt sie einer Piratenbande in die Hände, die das Medikament für sich alleine wollen. Der Antrieb: die Welt beherrschen zu können. Jetzt kann nur noch Gibson Rickenbacker (Jean-Claude Van Damme) die Piraten und ihren Anführer Fender Tremolo (Vincent Klyn) ausschalten und Pearl retten und mit ihr das, was von der Zivilisation noch übrig ist.

Über Cyborg solltet ihr Folgendes wissen:

Der Film kostete nur 500.000$ und wurde innerhalb von 23 Tagen komplett gedreht.
Zwar war dieses Budget für die damalige Zeit noch verhältnismäßig viel Geld, dennoch ist das Ergebnis an den Kinokassen umso beeindruckender: Cyborg spielte insgesamt über 10 Mio. US Dollar ein – und das nur in den USA!
(Quelle: ImdB)

Doch damit nicht genug. Neben dem finanziellen Einspielrekord leistete Jean-Claude Van Damme bereits während des Drehs Großes:
Für die Kreuzigungsszene musste der Schauspieler insgesamt mehr als acht Stunden am Kreuz ausharren – bis die Szene endlich abgedreht war. (Quelle: Wikipedia )

Nach dem erfolgreichen ersten Teil wurden auch zwei Fortsetzungen gedreht, diese erschienen jedoch nur auf Video. Interessant dabei: In Teil Zwei der Reihe hatte Angelina Jolie ihre zweite Rolle im Filmgeschäft (Quelle: ImdB)

Direkt im Anschluss geht es bei TNT Film direkt weiter mit:

Pitch Black – Planet der Finsternis (2000)

Wir schreiben das Jahr 2676. Ein Meteoridenschauer löst das Notfallsystem des interstellaren Frachters Hunter Gratzner aus und weckt seine Besatzung aus dem Kälteschlaf. Der Kapitän ist tot und das Schiff war vom Kurs abgekommen. Die Pilotin Carolyn Fry (Radha Mitchell) muss den Frachter notlanden und sprengt dabei die Triebwerks- und Frachtsektion ab. Mit Mühe und Not gelingt die Notlandung auf einem Wüstenplaneten, bei der aber der Großteil der Passagiere umkommt. Lediglich 11 der 40 Menschen überleben, unter ihnen der berüchtigte Schwerverbrecher Richard B. Riddick (Vin Diesel). Die Gruppe entdeckt eine verlassene geologische Forschungsstation und findet dort heraus, dass deren Bewohner bei einer sich alle 22 Jahre wiederholenden Sonnenfinsternis von Monstern getötet wurden. Aufgrund von drei Sonnen herrscht auf diesem Planeten immer Tag. Doch als die prophezeite Sonnenfinsternis auftritt, merken sie, dass nicht Riddick, sondern die unter der Oberfläche lebenden Wesen, die keine Form von Licht ertragen, die größte Gefahr sind. So beginnt der Überlebenskampf und die Gruppe wird immer weiter dezimiert.

„Ein intelligenter, spannender Sci-Fi-Film von Regisseur Twohy, dessen unterbewerteter Film von 1996, The Arrival, auch visuelle Vorstellungskraft und Intelligenz in das Genre einbrachte.“
Derek Adams

„Der Film funktioniert, weil er auf mehreren menschlichen Grundängsten aufbaut: Der Angst vor der Dunkelheit, vor Hilflosigkeit, vor dem Unbekannten und dem unvorhersehbaren menschlichen Verhalten.“
Tom Keogh

Pitch Black oder ein Teil von Vin Diesels gewaltigen Filmwurzeln

Pitch Black war einer der ersten Meilensteine in Vin Diesels Hollywood-Karriere. Kurz danach folgten Filme wie ‚The Fast and the Furious‘ oder ‚xXx – Triple X‘, die ihm international den vollkommenen Durchbruch verschafften.

Das markanteste Markenzeichen von Vin Diesel als Riddick ist wohl seine Augenfarbe. Wer jetzt denkt, das kann doch nur CGI sein – der irrt. Laut einem Interview mit IGN (Quelle: IGN) musste Vin Diesel zum großen Teil Prototypen von Kontaktlinsen tragen, die noch nie zuvor getestet wurden. Über den Tragekomfort sagte Vin Diesel nur Folgendes:

„So it felt like–imagine going to your father’s 1960 Plymouth, taking the hubcaps off, painting them blue and sticking them in your eyes.“
Vin Diesel

Da verwundert es wenig, dass gleich am ersten Drehtag ein Augenoptiker aus drei Stunden Entfernung eingeflogen werden musste, um die Kontaktlinsen überhaupt aus Diesels Augen zu bekommen. Außerdem merkte Diesel an, dass es eine sehr große Herausforderung war mehr oder weniger ohne Augen (er trägt zusätzlich im Film oft eine Schutzbrille) filmisch Emotionen zu transportieren – und das der Verzicht auf die Augen als emotionales Transportmittel ganz eigene Wege geschaffen hatte, diese im Film zu vermitteln.

Der Film bekam 2004 seine erste Fortsetzung, Riddick: Chroniken eines Kriegers. 2013 erschien der dritte Teil: Riddick. Bei den beiden letzten Filmen war Vin Diesel auch als Produzent tätig. Auf Grund der übermenschlichen und unbesiegbaren Rollen, die er verkörperte, entstanden mit der Zeit die ‚Vin Diesel Facts‚.

Kleine Kostprobe gefällig?

„DIE HAARE VON VIN DIESEL WACHSEN AUS ANGST VOR IHM NICHT.“- Vin Diesel Facts

Erinnert ein wenig an Chuck Norris, was.

Dabei war der Weg nach oben nicht immer leicht: In einem Interview mit dem Hollywood Reporter verriet Vin Diesel, dass er eine Hypothek auf sein Haus aufnehmen musste, um die Fortsetzung von Pitch Black und Riddick – Chroniken eines Kriegers ‚Riddick‘ überhaupt finanzieren zu können (Quelle: Hollywoodreporter):

„If We Didn’t Finish the Film, I Would Be Homeless“ – Vin Diesel

So kennen wir Vin Diesel: volles Risiko!

Mit seinen Fans ist der Hauptdarsteller von Riddick übrigens mehr als extrem stark verbandelt. Auf Facebook hat er über 100 Millionen (!) Fans und stellt damit sogar Künstler wie Lady Gaga (61 Millionen Fans) und Ariana Grande (31 Millionen Fans) weit in den Schatten. Ein Blick auf sein Facebook-Profil lohnt sich daher fast immer, pro Woche sendet Diesel mehrfach Live Streams:

https://www.facebook.com/VinDiesel/

Vin Diesel könnt ihr übrigens auch bald in unserem Interview zu ‚xXx: Die Rückkehr des Xander Cage‘ sehen!

Abschließend wünschen wir euch noch viel Spaß mit den beiden Filmen!

 


Photo Credits & Copyright: Turner

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