PROGRAMMTIPP TNT FILM: DIE EINZIG WAHRE SPIDER-MAN-TRILOGIE MIT TOBEY MAGUIRE

Seitdem hat sich rund um den von einer genmutierten Spinne gebissenen Marvel-Superhelden einiges getan. Nicht nur durfte Tobey Maguire ganze drei Mal in den blauroten Spandexanzug schlüpfen, es folgten auch Versuche, das Franchise rund um Spider-Man zu rebooten.

So stürzte sich vor rund 5 Jahren Andrew Garfield als The Amazing Spider-Man durch die Hochhäuser von New York und begegnete in insgesamt zwei Filmen starken Kontrahenten, die es zu besiegen galt. Es scheint verschiedene Gründe zu geben, warum es nie zu einem dritten The-Amazing-Spider-Man-Film gekommen ist, darunter die schlechten Einspielergebnisse des zweiten Teils oder gar, dass Garfield auf einem Promotion-Event von Sony Pictures zum dritten Teil offenbar erwartet wurde und nicht teilnahm (Quelle: Independent.co.uk).

Letzten Endes kann man das Ergebnis des Franchise-Martyriums in Spider-Man: Homecoming ab dem 13.07.2017 in allen Kinos sehen. Denn dann schließt sich der Kreis und Spider-Man zieht mit Tom Holland endgültig in das seit Iron Man (Robert Downey Jr.) im Jahr 2008 von Marvel aufgebaute Marvel-Universum mit einem eigenständigen Film ein.

Doch ist das alles nötig? Die erste Trilogie mit Tobey Maguire, welche am kommenden Freitag, den 07.07.2017 ab 20.15 Uhr auf TNT Film zu sehen ist, war ein grundsolides cineastisches Erlebnis mit einem überzeugenden Cast.

Spider-Man (2002):

Mit Willem Dafoe (John Wick), James Franco (127 Hours) und – wenn auch nur durch die gefärbten Haare – Mary Jane Watson (gespielt von Kirsten Dunst), konnten die Schauspieler im Teil 1 der Trilogie mehr als nur überzeugen. Spider-Man stellt sich in diesem Teil dem Green Goblin, welcher durch ein tragisches Experiment von Norman Osborn Besitz ergreift und New York kräftig dem Erdboden gleichmachen möchte. Ob ihm das gelingt? Seht es selbst am Freitag ab 20.15 Uhr auf TNT Film.

Lange bevor Marvel 2008 mit Iron Man den Begriff des Blockbusters neu definieren sollte, wagte Sony Pictures mit dem ersten Teil der Trilogie von Spider-Man diesen Schritt und traf mehr als nur ins Schwarze.

Tobey Maguire überzeugt in der Rolle als „Underdog“, der in der Schule gemobbt wird, in das Mädchen von nebenan (Mary Jane) scheinbar hoffnungslos verliebt ist, bei Tante und Onkel liebevoll nach dem Tod seiner Eltern aufgenommen lebt und sich täglich tapfer durch sein Leben schlägt.

Kein Wunder, dass der Film gleich für zwei Oscars in den Kategorien Best Visual Effects und Best Sound nominiert wurde (Quelle: ImdB). Insbesondere die visuellen Effekte des ersten Spider-Man-Teils können sich heute noch mit den aktuellen Kinofilmen durchaus messen.

Schrieb Filmgeschichte: Der Kuss zwischen Tobey Maguire und Kirsten Dunst in Spider-Man (2002)

Am einprägsamsten scheint aber vielen begeisterten Fans die legendäre Spider-Man-Kuss-Szene mit Mary Jane bei strömendem Regen im Gedächtnis geblieben zu sein. Dabei hängt Tobey Maguire kopfüber und küsst Mary Jane als Spider-Man zum ersten Mal. Bemerkenswert: Durch den Regen füllten sich beim wiederholten Drehen der Szene Maguires Nebenhöhlen zunehmend mit Wasser! Doch Maguire hielt tapfer durch. (Quelle: ImdB)

Faszinierend scheint auch der Fakt, dass Maguire vor Bestätigung der Rolle des Spider-Man noch nie einen Comic des Superhelden in die Hand genommen hatte, sondern ihn schlichtweg das Skript derart überzeugte, die Rolle anzunehmen. Eine Aussage, die zwar ehrlich war, aber auch viel Kritik auslöste. (Quelle: ImdB)

Dass er Spider-Man-Qualitäten auch als „normaler“ Mensch besitzt, zeigt er besonders in einer Szene: Achtet drauf, wenn Peter Parker in der Cafeteria Essen auf einem Tablet auffängt. Ihr denkt bestimmt, das war alles nur getrickst und mit visuellen Effekten versehen? Nein, nach vielen Takes und mit Hilfe von etwas Kleber zwischen Tobey Maguire und dem Tablet hat er den Stunt komplett eigenständig durchgeführt: Wahnsinn! (Quelle: Ranker.com).

Weiter geht es auf TNT Film mit Spider-Man 2 (2004) am kommenden Freitag um 22.15 Uhr:

Bereits zwei Jahre später kehrte Tobey Maguire zusammen mit James Franco, Kirsten Dunst und Rosemary Harris (als liebevolle Tante May Parker) zurück und erfreute weltweit Spider-Man-Fans mit der damals heiß ersehnten Fortsetzung. Sein Widersacher in Teil 2 ist dabei kein geringerer als Alfred Molina (Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes), der als selbstloser Wissenschaftler von Dr. Otto Octavius zu Doc Ock mutiert. Insbesondere Molina glänzt in seiner schauspielerischen Leistung derart mit Authentizität, dass der Charme des ersten Films noch weiter angehoben wird. Kein anderer hätte die Rolle eines passionierten Wissenschaftlers besser verkörpern können, der – ganz ähnlich im ersten Teil Norman Osborn – bereit ist alles für seine Forschungsergebnisse zu tun, selbst wenn es heißt, das eigene Leben zu gefährden. Generell macht sich im zweiten Teil noch deutlicher der Hang zu Wissenschaftlern bemerkbar, die durch ihre eigenen Erfindungen getötet wurden, wie zum Beispiel Marie Curie durch die Entdeckung der Radioaktivität.

Im Vergleich zu Tobey Maguire war Alfred Molina von seiner Rolle als Doc Ock noch ein Stück begeisterter, da er selbst bekennender Fan der Marvel Comics ist. Dafür durfte er auch ordentlich schuften, denn seine Ausrüstung als Doc Ock wog mehr als 35 kg. (Quelle: ImdB)

Gekonnt spielt auch dieser Film in seiner Handlung mit den grundlegend guten moralischen Werten von Peter Parker alias Spider-Man, die letztendlich zum großen Endkampf zwischen Doc Ock und Spider-Man führen.

Bei Fans und Kritikern übertrumpfte Teil Zwei sogar den ersten an positiven Bewertungen. So erzielte der Film einen Metascore von 83/100 und erfreut sich bis heute einer Bewertung von 7,3/10 möglichen Punkten bei der Internet Movie Database von amazon, welche auf dem Durchschnitt von mehr als 440.000 bewertenden Fans beruht.

Habt ihr euch die beiden ersten Teile der Trilogie angesehen, heißt es auf zu Spider-Man 3 (2007) um 00.25 Uhr am kommenden Freitag auf TNT Film!

Während sich die ersten beiden Teile vorwiegend mit Spider-Man und den Problematiken der Anerkennung als Superheld, aber auch mit Peter Parker als Mensch in seinem Umfeld beschäftigten, beleuchtet der dritte Teil der Trilogie vor allem die dunklen Seiten eines Superhelden.

So bekommt es Tobey Maguire in Teil 3 gleich mit drei verschiedenen Bösewichten zu tun. Alle haben dabei gemeinsam, dass sie mehr oder weniger unfreiwillig in die Situation des Schurken geraten sind. Ein faszinierendes Konzept für den dritten Teil der Spider-Man-Reihe. Da es derart von Bösewichten und Handlungen wimmelt, überlegte Screenwriter Alvin Sargent sogar kurzerhand den Film in zwei eigenständige Teile aufzuspalten, da er keinen rechten Spannungsbogen für einen vierten Teil sehen konnte. (Quelle: Ranker.com)

Dass man mit den endlosen Möglichkeiten des dritten Teils hinsichtlich seiner Handlung scheinbar überfordert war, zeigte sich auch daran, dass eine sehr große Anzahl von Szenen weder auf DVD noch im Kino erschienen sind, bis heute aber abgedreht in Archiven schlummern. (Quelle: Ranker.com)

Insgesamt arbeiteten die Filmemacher um Director Sam Raimi rund zwei Jahre und 10 Monate an dem Meisterwerk, das dennoch – wirft man einen Blick auf Kritiken und Bewertungen der Filmfans – als schlechtester Teil der Trilogie abschnitt.

Trotzdem werden wichtige Handlungskreise, vor allem in Bezug auf Harry Osborn und Peter Parker, einfühlsam geschlossen und man kann als Filmfan nach Ende des dritten Teils auch verkraften, dass Tobey Maguire nie mehr in das Spinnenkostüm geschlüpft ist.

Fazit

Die originale Spider-Man-Reihe überzeugt vor allem durch wenig Schnelllebigkeit und glänzt mit hervorragenden Charakteren, welchen stets genug Zeit gegeben wird sich zu entwickeln. Als Zuschauer ist es somit möglich, sich mit den Charakteren auseinanderzusetzen und zu identifizieren. Dieses Konzept verleiht allen drei Teilen in Zeiten schneller und von visuellen Effekten überladener Filme einen Charme, den man heute und auch zukünftig noch vergeblich bei vielen Superhelden-Filmen suchen wird.

Maguire kann vor allem deshalb überzeugen, weil er authentisch in die Rolle des „Underdog“ schlüpft und, auch nachdem er zu Spider-Man wird, permanent mit der Verantwortung und Anerkennung als solcher zu kämpfen hat. Dagegen wirkt Andrew Garfield als Peter Parker fast schon überheblich in den beiden The-Amazing-Spider-Man-Teilen.

Auch die Kontrahenten Spider-Mans sind in allen drei Teilen glaubhaft und stimmig verkörpert. Das gute Casting wird weiterhin durch die taktvoll und präzise eingesetzten visuellen Effekte und den einmaligen Soundtrack ergänzt, der bis heute eingängige Melodien und Songs umfasst.

Darum kann es kaum ein neuer Spider-Man mit der ersten Trilogie aufnehmen – in dieser war übrigens zum ersten Mal auch das Marvel-Logo zu sehen, welches sich aus den umgefalteten Marvel-Comic-Buch-Seiten bildet.


© Photo Credit: TNT Film

GET OUT: HORROR TRIFFT AUF HUMOR UND HAUTFARBE

Ein subtiles, cleveres Debüt

Jordan Peele, in den USA bereits als Komiker bekannt, feiert mit Get Out sein Spielfilmdebüt. Und dies direkt mit einem Horrorfilm. Der 104-minütige Streifen behandelt verschiedene Thematiken auf beängstigend realistische und geniale Weise, die dem Zuschauer ständige Schauer über den Rücken jagen. Obwohl Get Out eher als Psycho-Thriller gewertet wird, fehlen auch blutige Splatter-Elemente in geringem Maße nicht. Auf kreative Art schafft es Peele, den Zuschauer mit gut platzierten Scherzen zunächst zu entspannen, bevor dieser im nächsten Moment vor Spannung zusammenfährt.

Die Story – nichts ist, wie es scheint

Der afroamerikanische Fotograf Chris Washington (Daniel Kaluuya) und seine weiße Freundin Rose Armitage (Allison Williams) sind bereits seit einigen Monaten ein Paar und möchten in ihrer Beziehung den nächsten Schritt wagen. Ein Besuch bei Roses Eltern steht bevor. Doch Chris‘ Vorfreude hält sich in Grenzen, da er befürchtet, seine Hautfarbe könne ein Problem werden. Auch sein bester Freund Rob (Lil Rel Howery) hat ein schlechtes Gefühl und würde Chris am liebsten nicht fahren lassen. Roses überzeugende Argumente, dass ihre Eltern doch sehr offene Menschen seien und Obama ein drittes Mal wählen würden, überzeugen Chris schlussendlich und somit reist das Pärchen von New York auf die abgelegene Ranch der Eltern.

Glücklicherweise steht Chris (Daniel Kaluuya) seine Freundin Rose (Allison Williams) in allen unbehaglichen Situationen zur Seite.
Glücklicherweise steht Chris (Daniel Kaluuya) seine Freundin Rose (Allison Williams) in allen unbehaglichen Situationen zur Seite.

Nach einer langen und anstrengenden Fahrt empfangen die Eltern von Rose, Missy (Caterine Keener) und Dean Armitage (Bradley Whitford), Chris wie ihren leibhaftigen Sohn, wodurch seine Bedenken vorerst verschwinden. Neben der Familie sind auch zwei dunkelhäutige Angestellte auf dem Gelände der Armitages beschäftigt. Diese kommen Chris aufgrund ihres merkwürdigen, wenn auch äußerst zuvorkommenden Verhalten eigenartig vor.

Schleichend beginnt sich die Atmosphäre zu kippen: Irgendwann beginnt Dean unangebrachte Witze über die Beziehung des jungen Paares zu reißen, und auch die Gesprächsinhalte mit dem Sohn der Familie, Jeremy Armitage (Caleb Landry Jones), wirken auf Chris eher verwirrend. ‚Seine Statur und sein Erbgut‘ scheinen Jeremy sehr zu beeindrucken und er versucht immer wieder, Chris in kleine freundschaftliche Kämpfchen zu verwickeln. Weiterhin möchte Missy ihre Hypnosekünste unter Beweis stellen, um Chris das Rauchen abzugewöhnen. Er lehnt dieses Angebot verdutzt ab und erzählt Rose von seinen Zweifeln. Diese versichert ihm, dass er sich keine Sorgen machen müsse, da ihn die Familie akzeptiere, so wie er ist.

Als er in der Nacht vor die Tür gehen möchte, um zu rauchen, überschlagen sich die Ereignisse. Das Hausmädchen (Betty Gabriel) verhält sich äußert merkwürdig und der Gärtner (Marcus Henderson) rennt wie ein Irrer um das Haus. Bevor Chris wieder ins Bett gehen kann, wird er von Missy überrascht und mit einer Hypnosesitzung überrumpelt. Am nächsten Morgen kann er sich aber an all dies nicht mehr so genau erinnern. Es ist beinahe so, als wäre er in ein schwarzes Loch gefallen.

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Wer steht dahinter?

Jordan Peele, der Regisseur von Get Out, ist bereits ein bekanntes Gesicht in Hollywood. In dem Film Keanu (2016) stellte er sein Können als Drehbuchschreiber unter Beweis und war gleichzeitig das erste Mal auf der großen Leinwand zu sehen. Zuvor schauspielerte und produzierte Peele zusammen mit Keegan-Michael Key (Keanu, Hugo) die Comedy Central Sketch-Serie Key & Peele (2012-2015). Dank dieser wurden die beiden vom Time Magazine auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen von 2014 gesetzt. Mit Get Out wagt sich Peele somit erstmalig an ein ernstes Genre und schreibt sofort Filmgeschichte. Er schaffte es nämlich, als einziger afroamerikanischer Regisseur, mit seinem Debüt ein amerikanisches Einspielergebnis von über 100 Millionen Dollar zu erzielen.

Get Out befasst sich hauptthematisch mit Rassismus und übt dabei gleichzeitig Kritik an der recht asymmetrischen Gesellschaft, welche lieber die Augen schließt als zu handeln. Bereits zu Beginn des Films wird ein junger afroamerikanischer Mann in einem wohlhabenden Viertel entführt, was aber weder Anwohner noch Polizei zu interessieren scheint. Doch statt einer direkten Konfrontation des Hauptcharakters mit dem Thema Rassismus, begleitet es sowohl ihn als auch den Zuschauer den ganzen Film über und bricht nie wirklich aus. Peele behandelt den an sich heiklen Stoff somit sehr subtil und drängt auf den Zuschauer bis zum Schluss mit der Frage ein, ob er die Charaktere des Filmes nicht doch zu Unrecht beschuldigt. Im Gegensatz zu anderen Filmen dieser Art steht der Protagonist nicht stumpfen Nazis oder gar Rednecks gegenüber, sondern muss einer weltoffenen und intellektuellen Elite, die vor nichts zurückschreckt, gegenübertreten. Immer wieder wird er auf gewisse körperliche Eigenschaften reduziert, so werden seine Stärke oder sein athletischer Körper betont.

Während des gesamten Films wird diese Herabwürdigung von außen unterstützt, indem die Kamera immer wieder kleine Reaktionen von Nebencharakteren einfängt, die nur im Augenwinkel zu sehen sind. Toby Oliver (Insidious 4, Wolf Creek 2) schafft es durch Kamerafahrten und Nahaufnahmen genau von diesen Geschehnissen im Hintergrund abzulenken, sodass der Fokus auf den Hauptfiguren liegt. Es kann sich lohnen, ab und zu von diesem Fokus abzuweichen und den Hintergrund im Blick zu behalten. Weiterhin trägt es durchaus zur Story bei, dass brutalere Szenen nur indirekt gezeigt werden und der Zuschauer von größeren Splatter-Elementen verschont bleibt.

Eine eindeutige Bereicherung ist Komponist Michael Abels, der sich ebenfalls zum ersten Mal für einen Film dieser Größe musikalisch verwirklichen durfte. Im Interview mit dem Magazin GQ erzählte Jordan Peele, warum er genau Abels gewählt hat. Peele wünschte sich etwas, das ‚in der Abwesenheit von Hoffnung lebe und dennoch schwarze Wurzeln habe‘. Bereits in den Anfangssequenzen untermalt Abels eine spannende Szene mit dem Kinderlied „Run, Rabbit, Run“ von Flanagan and Allen und lässt den Zuschauer schaudern. Auch im Verlauf des Films schafft er es, die durchgängig unangenehme Stimmung zu halten, ohne diese aufzulösen. Zusammengefasst ist auch ihm das Debüt deutlich gelungen.

Trotz der freundlichen Gesichter fühlt Chris sich in seiner Haut nicht ganz wohl.
Trotz der freundlichen Gesichter fühlt Chris sich in seiner Haut nicht ganz wohl.

Schauspieldebüts und alte Hasen

Die schauspielerische Leistung ist überragend. Obwohl die meisten Darsteller zum ersten Mal auf der großen Leinwand zu sehen sind, überzeugen sie durchweg.

Daniel Kaluuya (Kick-Ass 2) hatte bisher noch keine größere Rolle. Zwar wird er im baldigen Marvel Film Black Panther (2018) zu sehen sein, aber auch dort nur in einer unterstützenden Position. Mit seiner Hauptrolle als Chris Washington beweist er, dass er das Potenzial für weitere größere Rollen besitzt. Seine Ausdrücke sind überzeugend und realistisch. Auch wenn es dem Regisseur Peele besonders wichtig war, die Charaktere so handeln zu lassen, wie es auch der Zuschauer tun würde, liegt es noch immer in der Hand des Schauspielers, auf welche Art er dies umsetzt. Kaluuya gelingt eine authentische Darstellung voll und ganz und lässt den Zuschauer mitfiebern. Trotzdem wirkt er in vereinzelten Szenen etwas schwächer als im Rest des Films – so zum Beispiel in den Momenten, in denen er hypnotisiert ist.

Allison Williams, die Chris‘ Liebhaberin und Tochter der Familie Armitage verkörpert, musste sich der schwierigeren Aufgabe stellen, den Spagat ihres Charakters zwischen der Familie und Chris zu vollführen. Diese innere (An-)Spannung wird nicht immer deutlich. Rose Armitage scheint gerade zu Beginn des Films in einigen Szenen überflüssig und unbedeutend, was sich jedoch im Laufe des Films noch ändert. Nichtsdestotrotz ist Williams ihr Debüt auf der Leinwand gelungen und sie konnte von ihren vorherigen Erfahrungen im Fernsehen (Girls) profitieren. Ihre Leistung wurde außerdem mit einer Nominierung bei den MTV Movie Awards 2017 belohnt.

Die Armitage-Familie, porträtiert durch Bradley Whitford (The Cabin in the Woods), Caleb Landry Jones (Antiviral) und Catherine Keener (War Story), besteht aus sehr erfahrenen Schauspielern. Die einzelnen Charaktere sind sehr divers und als Zuschauer fragt man sich des Öfteren, wie eine solche Familie zusammenhalten kann. Hier werden vereinzelte Klischees angewendet. So gibt es das anscheinend liberale Pärchen Dean und Missy, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dean Armittage wird von Whitford als netter, älterer Herr gespielt, dem auch gerne mal unpassende Witze herausrutschen. Trotzdem scheint er sehr harmoniebedürftig zu sein. Seine Frau Missy übernimmt hingegen den dominanten Part in der Familie. Sie ist sehr forsch zu den Angestellten und fordert sehr viel von Chris. Beide Rollen wurden äußerst überzeugend verkörpert und unterstützen die Handlung auf eine sehr unterschwellige Art.
Besonders genannt werden muss außerdem Caleb Landry Jones. Bereits in vorherigen Rollen hat er bewiesen, dass ihm Charaktere mit einem leicht verrückten Wesen liegen. Auch in Get Out spielt er den sonderbar erscheinenden Bruder von Rose. Seine Gespräche mit Chris drehen sich meist um Sport und Gewalt. Kombiniert wird dies mit stellenweise perfider Mimik von Jones, die im Zuschauer ein ungutes Gefühl hervorruft.

Tränen der Freude oder des Grauens? (Betty Gabriel)
Tränen der Freude oder des Grauens? (Betty Gabriel)

Kritik

Jordan Peele wagt in Get Out einen interessanten und nicht ganz so einfachen Versuch, Thriller und Humor zu vereinen – was ihm jedoch gelingt! Denn die meisten humoristischen Elemente stammen von einer Person, die nicht aktiv am Geschehen teilnimmt. Der aufgebaute Spannungsbogen wird dadurch nicht zerstört, sondern durch diese kurzen Pausen aufrechterhalten. Peele gönnt den Zuschauern somit auch einen Moment zum Luft holen, bevor es weitergeht.

Die meisten Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und fügen sich gut in die Handlung ein. Auch ihre Aktionen sind verständlich und lassen sich logisch nachvollziehen – dies ist immerhin bei Horrorfilmen nicht grundsätzlich der Fall.

Trotzdem ist anzumerken, dass Jordan Peele noch sehr durch seine Sketche geprägt ist. Das Setting sieht oft einen Hauch zu perfekt und zu ordentlich aus, was aber nicht ungemein stört. Das Drehbuch hingegen ist vollgepackt mit Spannung und Grauen. Vereinzelt gibt es dennoch Szenen, die einem eher unrealistisch und falsch platziert anmuten. Diese verwirrenden Momente sind allerdings sehr kurz gehalten und runden gleichwohl die Story ab.

Ein genialer Schachzug ist das Verstecken sehr gewalttätiger Splatter-Elemente. Somit bleibt das Gefühl eines psychologischen Horrorfilmes eher erhalten. Dies gelingt u.a. durch die Szenen der Hypnose. Das Fallen in ein schwarzes Loch wird hier kreativ inszeniert und vermittelt ein sehr mulmiges Gefühl.

Fazit

Get Out ist seit geraumer Zeit wieder ein guter psychologischer Horrorfilm, der ohne große Jumpscares auskommt. Seine Handlung, Charaktere und auch Musik vermitteln ein immer wieder neues Gänsehautgefühl. Jordan Peele hat mit diesem Film eine Lücke gefüllt, die schon viel zu lang existierte. Für Fans des Horror-Genres ist dieser Streifen ein absoluter Must-See-Film und sehr empfehlenswert.

Bewertung

4/5 Sterne

– Felix Heiderich

© Photo Credit: © 2017 UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL. ALL RIGHTS RESERVED

PREVIEW ZU STEPHEN KINGS IT: ES IST WIEDER DA!

I Love Derry

Das Grauen geht um in Derry, Maine. Immer wieder werden Kinderleichen entdeckt, oft grausam zugerichtet. Die Polizei und die Bürger der Kleinstadt tappen im Dunkeln. Der beschauliche Ort wird von einem Wesen heimgesucht, das sich in die schlimmsten Ängste der Menschen verwandeln kann. Die Haupterscheinungsform ist ein furchteinflößender Clown namens Pennywise. Eine Gruppe von sieben Kindern, die sich selbst als Club der Verlierer bezeichnet, entdeckt das Geheimnis der Stadt und nimmt den Kampf gegen das Böse auf. Sie bekämpfen ES und werden darüber zu eingeschworenen Freunden, die den schönsten und schrecklichsten Sommer ihrer Kindheit nur gemeinsam überleben können. In den stillgelegten Abwasserkanälen der Stadt kommt es zu einem finalen Kampf. ES wird diesen ersten Teil des Buches behandeln, der die Kindergeschichte im Fokus hat.

Das absolut Böse. In Form von Pennywise, dem tanzenden Clown. (Bill Skarsgård)
Das absolut Böse. In Form von Pennywise, dem tanzenden Clown. (Bill Skarsgård)

Ein gewichtiges Erbe

‚Der Schrecken, der weitere 28 Jahre kein Ende nehmen sollte – wenn er überhaupt je ein Ende nahm – begann, soviel ich weiß und sagen kann, mit einem Boot aus Zeitungspapier, das einen vom Regen überfluteten Rinnstein entlangtrieb.‘ Dies ist der erste Satz aus Stephen Kings Roman ES, der im Jahr 1986 erschien. Nach der zweiteiligen TV-Miniserie aus den 90ern wird ES jetzt erstmals für die große Leinwand adaptiert.

Für viele Leser und Fans, mich eingeschlossen, ist Stephen Kings ES einer seiner besten Romane, wenn nicht sein bester überhaupt. Als das Werk 1986 erschien, schlug er ein wie eine Bombe und avancierte schnell zum Klassiker moderner Horrorliteratur. So kommen in Kings über 1000-seitiger Erzählung all seine stärksten Sujets zum Tragen wie Freundschaft, die Magie der Kindheit, das Grauen hinter der bürgerlichen Fassade einer Kleinstadt und natürlich seine präzisen Charakterisierungen. Obendrauf bekamen die Leser eines der wohl besten fiktiven Monster aller Zeiten geschenkt. 1990 wurde unter der Regie von Tommy Lee Wallace (einem Protegé von John Carpenter) dem Grauen ein Gesicht verpasst, in der TV-Miniserie ES. Tim Curry gilt auch heute noch für viele als Idealbesetzung und ist sicherlich für abertausende Alpträume verantwortlich gewesen. Auf meinem Schulhof wurde damals rege über den Film diskutiert und die VHS-Bänder, mit der TV-Aufzeichnung von ProSieben oder Sat.1, wurden mehrere Male kopiert und getauscht. Doch was ich damals schon bemerkte und mir erst später wirklich bewusst wurde, war die immense Kraft der Geschichte hinter der Horrormaske. Es war die Freundschaft zwischen den Kindern und die Idee des Erwachsenwerdens, die eine große Resonanz und Identifikation auslöste. Bis heute wurde das Buch mehrmals neu aufgelegt und erschien auch als Hörbuch (in Deutschland mit der genialen Synchronstimme von Johnny Depp: David Nathan). Jetzt können sich alte und neue Fans auf eine brandneue Adaption freuen, die unter der Regie von Andy Muschietti bereits abgedreht wurde. Der Film vereint die sieben Helden des Romans erneut zum Kampf gegen das Böse ohne Namen: ‚Stotter‘-Bill Denbrough, Ben Hanscom, Beverly ‚Bev‘ Marsh, Richie ‚Schandmaul‘ Tozier, Eddie Kaspbrak, Mike Hanlon und Stan ‚the Man‘ Uris. Das wohl Herausforderndste für die Besetzung dürfte wohl sein, die Chemie zwischen den Kindern und ihre Freundschaft wirklich überzeugend darzustellen. Dies war auch eine der Stärken der 90er-Jahre-Verfilmung. Der offiziell bekannt gegebene Cast sieht auf jeden Fall vielversprechend aus. So wird Jaeden Lieberher (Midnight Special) den Anführer der Verlierer geben.  Finn Wolfhard (Stranger Things) wird den notorischen Sprücheklopfer und Klassenclown, Richie Tozier, verkörpern. Apropos Clown: Der junge Bill Skarsgård (Sohn von Stellan Skarsgård) wird Pennywise, den tanzenden Clown, spielen – eine der Erscheinungsformen von ES. Er wird es wohl schwer haben dem Vergleich mit Tim Curry standzuhalten, aber ich traue ihm eine komplett andere und düsterere Interpretation von Pennywise zu. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob der Film eine ähnliche Faszination wie die Serie und vor allem wie der Roman auslösen kann. An der Kamera sitzt der erfahrene Südkoreaner Chung-hoon Chung (Oldboy, Stoker, Ich und Earl und das Mädchen). Drehschluss war der September 2016, Bloody Disgusting berichtete.

Squad up. #itthemovie

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Denn schwer wiegt die Krone

Als schwierig stellte sich die Suche nach dem Regisseur heraus. Das Buch wurde bereits 2009 neu von David Kajganich adaptiert, Variety berichtete. Die erste Wahl des Regisseurs fiel auf Cary Fukunaga (True Detective, Beasts of No Nation), der große Teile des Drehbuchs umschrieb. Auch war für die Rolle des Pennywise Will Poulter (Wir sind die Millers) vorgesehen, von dessen Vorsprechen Fukunaga sichtlich beeindruckt war (Variety).  Leider zerstritt sich Fukunaga aufgrund kreativer Differenzen mit dem Studio Warner Bros./New Line Cinema, gemäß einem Bericht von The Guardian.

Als Ersatz kommt jetzt Andy Muschietti zum Zuge, der bereits mit Mama einen Horrorfilm inszeniert hat. Ob sich der gebürtige Argentinier dieser Aufgabe als würdig erweist, werden die Zuschauer 2017 zu sehen bekommen.

Pic by tim visentin

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Unterschiede der beiden Filmversionen

Als die Miniserie inszeniert wurde, gab es zwei große Hindernisse. Zum einen die Zensurauflagen für eine TV-Version und zum anderen die Höhe des Budgets. Man entschied sich, die Kernaussage des Buches beizubehalten, aber einige Szenen zu kürzen und komplett umzuschreiben. Dies führte dazu, dass viele Roman-Fans einige Ereignisse und Schauplätze vermissen mussten.

Die kommende Kinoversion soll sich nun viel näher am Buch halten und auch das berühmt-berüchtigte Haus in der Neibolt Street 29 beinhalten, Screenrant berichtete.

Es soll zunächst nur die erste Hälfte des Mammutwerkes erzählt werden, die Geschichte der Kinder. Ebenso wird das Jahr verlagert, von den 1950ern der Romanvorlage geht es im Film in die 80er auf Monsterjagd in Derry. Ebenso werden einige der Erscheinungsformen von ES zeitgenössisch angepasst (Quelle: Bloody Disgusting).

Der erste Trailer

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Fazit

Ich kann es kaum erwarten, den neuen ES zu sehen – und vielen Fans und Zuschauern weltweit wird es sicher ähnlich ergehen. Ob die neue Version den Roman intensiver zum Leben erweckt als die Version aus den 90ern, bleibt abzuwarten. Doch aufgrund der Adaption durch Fukunaga und Co. und der Regiewahl Muschiettis sollte es zumindest kein Totalausfall werden. Außerdem verspricht der Cast der Kinder eine hoffentlich tolle Chemie im Verliererclub. Eine außergewöhnliche Filmadaption hat dieser Meilenstein der Horrorliteratur allemal verdient.

Geplanter Start des Films ist der September 2017.

-Christian Koch
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© Photo Credit: © 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC. ALL RIGHTS RESERVED

KEIN APRILSCHERZ: KNALLHARTE ACTION IM TNT FILM PROGRAMMTIPP

Bad Company – Die zwei CIA-Agenten Kevin Pope (Chris Rock) und Gaylord Oakes (Anthony Hopkins) sind der russischen Maffia auf der Spur, welche eine gestohlene Nuklearwaffe verkaufen will. Im Eifer des Gefechts wird Pope erschossen und die ganze Mission scheint zunächst gescheitert. Doch Gott sei Dank hat Pope einen Zwillingsbruder, Jake Hykes (Chris Rock), der nun von Oakes innerhalb von ein paar Tagen zum CIA-Agenten trainiert werden muss. Diese Aufgabe ist nicht nur eine große Herausforderung für den Ganoven Hykes, sondern auch für Officer Oakes, der mit dem großmäuligen Frischling arbeiten muss. Einige Pannen, aber auch brenzlige Situationen, sind bei der Jagd nach den Gangstern garantiert.Der Actionfilm ist aber auch ein Spaß für die ganze Familie, denn Regisseur Joel Schumacher verpackt hier eine spannende Handlung in einige Brisen amerikanischen Humors.

Eigentlich hatte Schumacher, der bereits mit Batman Forever (1995) einen Hit erlangen konnte, den Film etwas anders geplant. Der ursprüngliche Name des Films war nämlich Black Sheep, aber leider existierte bereits ein Film mit dem Namen, der 6 Jahre zuvor erschienen war. Lustigerweise entschied man sich für den Namen Bad Company, obwohl auch der schon für einen Film von 1995 verwendet worden war. Neben all den Startschwierigkeiten musste dann auch noch der Veröffentlichungstermin aufgrund der Anschläge am 11.9.2001 verschoben werden. Die Produktionsfirma fasste diesen Beschluss, weil der Film nicht nur zum Teil im World Trade Center gedreht wurde, sondern sich auch um den illegalen Handel mit Sprengkörpern dreht.

„Deft, funny and intelligently scary.” – Ella Taylor

Das Duo Anthony Hopkins (Das Schweigen der Lämmer) und Chris Rock (Kindsköpfe) verleiht Bad Company eine amüsant-ernste Note, die für lustige und spannende Momente sorgt. In den gelungenen Cast reiht sich Brooke Smith (Grey’s Anatomy) ein. Smith hatte sogar bereits im Film ‚Das Schweigen der Lämmer‚ mit Hopkins zusammengearbeitet und durfte so seine wohl bekannteste Rolle miterleben. Gemeinsam schaffen es die drei den Zuschauer nicht nur mitfiebern zu lassen, sondern auch zum Schmunzeln zu bringen.

„Thrilling non-stop action, successfully contrasting the opposite styles of Anthony Hopkins and Chris Rock.” – Urban Cinefile Critics

Ab 22:15 Uhr hört der Spaß dann auf und die Spannung steigt. In Money Train begleiten wir die beiden Adoptivbrüder John (Wesley Snipes) und Charlie (Woody Harrelson), die unterschiedlicher nicht sein könnten. Als die beiden Undercover-Cops eine neue Kollegin zugeteilt bekommen, Grace Santiago (Jennifer Lopez), verändert sich das Leben der zwei völlig. Nachdem die beiden Charlies Spielschulden nicht zahlen können und zusätzlich noch gefeuert werden, ist das Chaos komplett. Doch Charlie hat eine Lösung: einen Geldzug entführen. John ist von dieser Idee nicht begeistert und versucht seinen Bruder zu stoppen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

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Wesley Snipes, Woody Harrelson und Jennifer Lopez in Money Train (v.l.n.r.)

Jospeh Ruben war eigentlich gar nicht als Regisseur geplant. Jedoch verließ Tony Scott, der eigentlich Regie führen sollte, das Projekt kurz vor Produktionsbeginn und er sprang ein. Im Gegenzug ließen sich Woody Harrelson (Die Unfassbaren) und Wesley Snipes (Blade-Reihe), die man bereits in ‚Weiße Jungs bringen’s nicht‚ (1992) und Wildcats (1986) zusammen sehen konnte, schnell für den Film überzeugen. Money Train ist daher der dritte Film, in dem sie gemeinsam spielen. Jennifer Lopez (Parker) feierte dagegen ihr Film-Debüt und ihre erste große Rolle mit den beiden Hollywood-Stars. Sie konnte sich sogar gegen Cameron Diaz (Verrückt nach Mary) und Catherine Zeta-Jones (Terminal) durchsetzen. Obendrein wurde sie als einzige für ihre Leistung bei einem Preis nominiert, dem NCLR Bravo Award.
Trotz dieser Nominierung konnte der Film die Kritiker anscheinend nicht weiter überzeugen. Das spiegelte sich auch an den amerikanischen Kinokassen wieder, an denen er gerade mal 35 Millionen Dollar, also ungefähr die Hälfte des Budgets, einnahm. Ungeachtet dieses Misserfolges konnte Money Train trotzdem in die Filmgeschichte eingehen. Denn neben einigen lustigen Zitaten rühmt sich Money Train mit dem längsten Film-Set überhaupt. Das komplette Set war ungefähr so groß wie zwei Empire State Buildings, die nebeneinander liegen, so IMdB.

Obendrein zu diesem imposanten Rekord ist Money Train auch in einem Museum verewigt. Der im Film verwendete Zug, der neben 12 anderen U-Bahn-Wagen extra von New York nach Los Angeles verschifft wurde, steht heute im New York Transit Museum auf Coney Island. Dort wird der umgearbeitete U-Bahn-Wagen noch eine Weile an Money Train erinnern.
Stattet ihm doch mal einen Besuch ab, wenn der nächste Amerika-Urlaub geplant ist.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich der Film nun nicht besser zusammenfassen als…

„Snipes + Harrelson = Fun + Fireworks.” – Kim Williamson

Dank dieser spannenden Kombination lässt sich der 1. April gut ausklingen. Humorvoll, aufregend und für jeden etwas dabei. Jetzt heißt es nur noch einschalten!

 

– Felix Heiderich


© Photo Credit: TNT Film

LIFE – EIN SCI-FI-THRILLER IN DEN FUßSTAPFEN VON ALIEN

Gewinnspiel zu Life auf unserer Facebookseite

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Die Story – Tödliche Intelligenz aus dem All

Die internationale Raumstation ISS treibt langsam und alleine im All, auf ihr eine Crew aus sechs Menschen. Neben den Astronauten Dr. David Jordan (Jake Gyllenhaal) und Sho Kendo (Hiroyuki Sanada) befinden sich auch noch der Wissenschaftler Hugh Derry (Ariyon Bakare), der Techniker Rory Adams (Ryan Reynolds) und die Biologin Miranda Bragg (Rebecca Ferguson) an Bord. Obwohl sie alle wie eine große Familie leben, stehen sie unter dem Kommando von Katerina Golovkin (Olaga Dihovichnaya). Ihr Ziel: Proben vom Mars auf Lebensformen zu untersuchen.

Durch eine Untersuchung von Hugh Derry (Ariyon Bakare) kommt tatsächlich ein einzelliger Organismus zum Vorschein. Doch die Freude der Crew hält nicht lange an, da der Organismus zunächst keine Lebenszeichen zeigt. Nachdem Derry in dem versiegelten Labor eine erdähnliche Atmosphäre schafft, beginnt der Organismus auf einmal, sich zu bewegen: das erste Leben aus dem All. Die Crew ist sich einig, dass dies eine Entdeckung ist, die die Menschheit prägen und wohl niemals mehr vergessen werden wird.

Zu Derrys Freude wächst der Organismus rasant an und bildet neue Zellen. Doch die Begeisterung des Wissenschaftlers wird schlagartig gedämpft, als der Organismus nach einem Laborunfall auf nichts mehr reagiert. Der komatöse Zustand seines ‚Babys‘, welches auf den Namen Calvin getauft wurde, besorgt Hugh Derry so sehr, dass er vor nichts zurückschreckt, um ihn wiederzubeleben. Durch einen Stromschlag kann er den inzwischen handgroßen Calvin aufwecken, wird aber von ihm angegriffen und fällt in Ohnmacht. Trotz verschiedenster Sicherheitsvorkehrungen kann Calvin aus seiner Box entkommen. Als er dann auch noch in den Käfig einer Labormaus eindringt und diese zerfetzt, wird der Crew so langsam klar, womit sie es hier zu tun haben. Rory Adams (Ryan Reynolds) nutzt die Gunst der Stunde und versucht seinen ohnmächtigen Freund aus dem versiegelten Labor zu retten. Bevor er es selbst hinausschaffen kann, greift Calvin ihn jedoch an und die anderen Mitglieder versiegeln die Tür direkt vor seiner Nase.

Die vier übrigen Crew-Mitglieder müssen nun mit ansehen, wie Adams verzweifelt versucht, Calvin zu bekämpfen. Weder Feuer noch Strom scheinen ihm zu schaden. Als Adams dann von Calvin qualvoll getötet wird, ist nun auch dem Letzten klar, dass dies nur der Anfang war. Von nun an heißt es überleben. Aber das ist leichter gesagt als getan, wenn man von einem Organismus gejagt wird, der beinahe unsterblich ist, zudem superstark und sich durch die kleinsten Öffnungen zwängen kann. Nur eine Sache ist allen bewusst: Calvin darf nicht den Erdboden berühren!

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Wer steht dahinter?

Daniél Espinosa, der mit Filmen wie Kind 44 (2015) oder Safe House (2012) sein Talent für Thriller unter Beweis stellte, wagt sich mit Life zum ersten Mal an einen Sci-Fi-Thriller. Nichtsdestotrotz kann man sagen, dass ihm dieser Schritt gelungen ist. Das Setting auf der ISS ist nicht nur realistisch dargestellt, sondern bietet auch Abwechslung. Neben der Inszenierung verschiedener Räume und Bereiche, die originell wirken, können die Außenansichten überzeugen. Sowohl das All als auch die Erde, die öfters im Hintergrund der detailliert konstruierten Raumstation zu sehen sind, werden ästhetisch dargestellt. Des Weiteren ist die Arbeit mit der Gravitation ein sehr solider Grundstein des Films. Anders als in vielen Sci-Fi-Streifen versucht Espinosa das Leben in der Schwerelosigkeit zu greifbar zu machen. Die meiste Zeit des Films schweben die Schauspieler durch das Bild, und sogar Wasser und Blut sind realistisch im Schwebezustand dargestellt. Obwohl sich hier und da ein paar kleine Fehler eingeschlichen haben, hat Espinosa diese Aufgabe mit Bravour meistern können.

Life befasst sich, wie schon einige Sci-Fi-Filme vor ihm (z.B. Alien), mit der Thematik eines außerirdischen Organismus, der den Menschen überlegen ist und diese bedroht. Anders jedoch als zum Beispiel in Alien von 1979 wird hier erklärt, um was es sich für ein Wesen im naturwissenschaftlichen Sinne handelt. Kein bösartiger Alien, der einfach existiert, sondern ein Einzeller, der sowohl Muskel- als auch Nervenzelle in einem ist und sich unter natürlichen Bedingungen unnatürlich schnell entwickeln kann. Auch diese Punkte werden im Film realistisch umgesetzt, da auch er ohne Sauerstoff und Nahrung nicht überleben kann. Somit vermitteln Handlung, Set, wie auch ‚Alien‘ eine Situation, wie sie in der realen Welt vorstellbar wäre – oder wie Ryan Reynolds es beschreibt: „Das Skript hatte ein solches Maß an Realität und auch ein Gefühl von andauernder Spannung.“

Rory Adams (Ryan Reynolds)
Rory Adams (Ryan Reynolds)

Neben der Logik des Films tragen die Musik sowie die Kameraführung zur Qualität von Life bei. Jon Ekstrand, der bereits mehrfach die Filmmusik für Daniél Espinosa komponiert hat, schafft es, dem Zuschauer genau die richtige Atmosphäre zu vermitteln. Bereits im Trailer konnte man schon erahnen, dass Musik in diesem Film eine große Rolle spielen werde. Ohne zu spoilern, kann man dennoch kritisieren, dass sie gegen Filmende etwas überladen und fehl am Platz wirkte, was aber nur vereinzelt der Fall war.
Eine grandiose Arbeit liefert auch Seamus McGarvey, der schon für Marvel’s The Avengers (2012) hinter der Kamera stand und durch seine Arbeit am Film Abbite (2007) für einen Oscar nominiert wurde. Bereits in den ersten Szenen vollführt er eine Kamerafahrt um die schwebenden Schauspieler, die dem Zuschauer einen realistischen Eindruck vermittelt, wie man sich in der Schwerelosigkeit bewegt. Zum Ende des Films hin werden die Charaktere oft durch Nahaufnahmen der Gesichter gezeigt, wodurch McGarvey deren Emotionen verstärkt und drastische Veränderungen der Charaktere nahebringt.

Die Leistung der sechs Schauspieler ist insgesamt äußerst solide. Die Mitwirkung Ryan Reynolds ist gesondert zu erwähnen, da er bereits zuvor mit Espinosa für den Film Safe House (2012) zusammengearbeitet hatte. Obwohl Reynolds zuerst die Hauptrolle übernehmen sollte, musste er auf eine Nebenrolle ausweichen, da er die Hauptrolle im kommenden Film The Hitman’s Bodyguard spielt, wie der Hollywood Reporter berichtete. Zusätzlich zum Regisseur waren auch die Drehbuchautoren bereits bekannte Gesichter für Reynolds, da sie bereits zu seinem Erfolgsfilm Deadpool (2016) das Drehbuch schrieben.

Auf der Suche nach einer Lösung: Miranda North (Rebecca Ferguson)
Auf der Suche nach einer Lösung: Miranda North (Rebecca Ferguson)

Jake Gyllenhaal, zuletzt auch in Nocturnal Animals (2016) und Everst (2015) zu sehen, verkörpert den Astronauten Dr. David Jordan. Jordan ist der Erfahrenste der Crew und befindet sich schon seit 473 Tagen auf der ISS. Kein anderer kennt das Schiff besser als er. Trotz seiner Erfahrung muss er den ganzen Film über mit sich kämpfen; für ihn stehen die Crew und seine Freunde über seinem eigenen Wohl. Gyllenhaal schafft es, diese Rolle authentisch rüberkommen zu lassen. Er habe viel Herzblut in die Rolle gesteckt, unter anderem, weil David Jordan seinem Großvater ähnele, sagte Gyllenhaal.

Ähnlich wie Gyllenhaal meistern es auch Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds und auch Olga Dihovichnaya ihre Charaktere in den verschiedensten Situationen gut und überzeugend darzustellen. Eine besondere Anerkennung sollte hierbei Hiroyuki Sanada (Sho Murakami) gegönnt sein, da er während des ganzen Films seine Stunts selbst ausgeführt hat, so der Hollywood Reporter.
Ein wenig enttäuschend war leider die Leistung von Ariyon Bakare (Hugh Derry). Trotz seiner Schlüsselrolle als engagierter Wissenschaftler kann er in einigen Situationen nicht überzeugen und lässt den Zuschauer ein wenig kalt und emotionslos zurück.

Kritik

Espinosa schafft es, die Zuschauer immer mal wieder aufschrecken zu lassen. Diese kleinen Thriller-Momente wurden oftmals gut platziert und störten die Handlung nicht, sondern bauten sie spannungserzeugend weiter auf.

Neben den bereits genannten Kritikpunkten ist es allerdings schade, dass einige Charaktere nicht ausreichend ausgestaltet wurden. Während man zu einigen eine gute Bindung aufbauen konnte (z.B. Hiroyuki Sanada), kannte man andere wiederum kaum (z.B. Ariyon Bakare).
Auch waren die Beziehungen zwischen den Charakteren oftmals schlecht bis gar nicht erkennbar. Man konnte sie zwar als Crew identifizieren, doch wer zu wem eine enge Freundschaft pflegte, wurde oftmals nicht deutlich.

Deutlich abheben kann sich Life, wie schon erwähnt, durch die beinahe realistische naturwissenschaftliche Erklärung von Calvin.

Insgesamt hat der Film es geschafft, einen Spannungsbogen aufzubauen, der weder trist, noch langweilig wirkte. Auch wenn es eine Weile dauert, bis der Film seinen Höhepunkt erreicht, ist diese Zeit sehr gut gewählt und mit Spannung gefüllt. Trotz der relativ kurzen Spielzeit von 104 Minuten gelingt es Life, den Zuschauer zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen.

Schwerelos: Jake Gyllenhaal ist der amerikanische Astronaut David Jordan
Schwerelos: Jake Gyllenhaal ist der amerikanische Astronaut David Jordan

Fazit

Obwohl es einige kleine Fehler gibt und auch hier und da ein paar Ecken und Kanten zum Vorschein kommen, ist Life ein äußerst gelungener Sci-Fi-Thriller, der sich nun mit Filmen, wie zum Beispiel der Alien-Reihe, messen darf. Sowohl Schauspieler als auch Regisseur tragen zu einer schönen, aber auch gruseligen Atmosphäre bei, der durch seine detailgetreue Inszenierung eher Science-Reality, als Science-Fiction ähnelt. Alles in allem ist Life ein lohnenswerter Film, vor allem für Freunde des Alien-Thriller-Genres.

Bewertung

4,5/5 Sterne

– Felix Heiderich


Photos Copyright: © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

THE MATRIX: REBOOT OHNE KEANU REEVES UND DEN WACHOWSKI-GESCHWISTERN?

Laut The Hollywood Reporter soll Warner Bros. Entertainment nun an einem Reboot für den Oscar-verzierten Sci-Fi-Klassiker Matrix arbeiten. Anscheinend habe WB bereits mit dem Autor Zak Penn über das Drehbuch gesprochen und scheine sich so von den Wachowski-Geschwistern zu entfernen, die bereits für die Trilogie Regie führten und auch das Drehbuch schrieben. Zak Penn ist bereits durch die Drehbücher zu X-Men 2 (2003), Der unglaubliche Hulk (2008) und auch Marvel’s The Avengers (2012) bekannt. Weiterhin soll Michael B. Jordan im neuen Matrix mitwirken. Laut THR müsse aber noch viel an und mit ihm gearbeitet werden, bevor die Produktion startet. Für welche Rolle der 30-jährige Schauspieler geplant ist, wurde noch nicht berichtet. Sein Können konnte Jordan bereits in Creed – Rocky’s Legacy (2015) an der Seite von Sylvester Stallone und als menschliche Fackel in Fantastic Four (2015) unter Beweis stellen.

Obwohl es eine Umstellung wäre, statt Keanu Reeves nun Michael B. Jordan als Neo in der Hauptrolle zu sehen, ist diese Entwicklung gar nicht so unwahrscheinlich. Bereits für den ersten Film sollte eigentlich Will Smith die Rolle des Neo übernehmen, lehnte dies aber zugunsten Keanu Reeves ab. Für Reeves war Neo der Eintritt in den Sternchenhimmel Hollywoods und machte ihn zu einem der bestbezahlten Schauspieler. In einem Interview zu seinem neuen Film John Wick: Kapitel 2 äußerte sich Reeves gegenüber Yahoo Movies positiv zu einem Comeback als Matrix-Held. Er würde allerdings gerne mit den Wachowski-Geschwistern arbeiten. Ob dies eintreffen wird, müssen wir aber noch abwarten und uns bis dahin gedulden.

Die originale Trilogie begeisterte Millionen von Fans mit ihrer komplexen und trotzdem in den Bann ziehenden Story. Die Wachowski-Geschwister begründeten durch ihr Werk eine neue Ära des Sci-Fi-Films. Sie revolutionierten unter anderem durch den Bullet Time Effekt, bei dem eine Kamera um ein vermeintlich eingefrorenes Objekt (z.B. Pistolenkugel) herumfährt, wie Wired berichtete. Da die beiden aber nun nicht mehr mitwirken sollen, sind die Fans bisher noch nicht sehr überzeugt von den neuen Nachrichten.

Neben vielen Twitter-Posts, die sich ähnlich skeptisch ausdrücken, gab es ein paar offene Briefe von verschiedenen Autoren und Kollegen. So auch von Liz Shannon Miller von der Online-News-Seite IndieWire. Sie schrieb in ihrem offenen Brief, es sei „komplett verrückt“, ein Reboot ohne die Wachowski-Geschwister zu planen. Außerdem sei Matrix ein Produkt einer Ära gewesen, die man nicht einfach rebooten könne und solle. Die Filme seien ihrer Zeit voraus gewesen und hätten das Genre des Action Films revolutioniert, so Miller. Dies sei heute kaum denkbar. Jedenfalls nicht durch ein Reboot.

Ob und wie Zak Penn diese Ära fortsetzen kann und ob er sich hierbei an der Animatrix (2003) orientiert, wird wohl bald näher bekannt gegeben werden.

– Felix Heiderich


Photo Credit: Photofest

SAROO BRIERLEY – DER WAHRE LION IM INTERVIEW

Eine greifbare Filmgeschichte

Regisseure und Schauspieler zu einem Film zu interviewen, ist eine Sache. Den Menschen, dessen Leben zu einem sechsfach Oscar® nominierten Film geführt hat, eine ganz andere. Wir haben einen offenen Saroo Brierley erleben dürfen, der uns interessante Einblicke in die Entstehung von Lion gab.

Über den Film

Dev Patel als Saroo Brierley in Lion.
Dev Patel als Saroo Brierley in Lion.

Die Geschichte geht durchaus ans Herz – in der indischen Stadt Khandwa lebt der fünfjährige Saroo (Sunny Pawar) als eines von vier Kindern einer alleinerziehenden Mutter, die unter hohen Opfern versucht ihre Familie durchzubringen. Nachdem die Bedingungen in Indien dafür denkbar schlecht sein können, betteln die Kinder notgedrungen auf dem Bahnhof – wo der Junge nach ein paar Irrfahrten mit seinem Bruder den Fehler begeht, einen Zug nach Kalkutta zu besteigen. Eine Reise von mehreren Tagen und 1300 Kilometern Distanz in einem Frachtwaggon lässt ihn desorientiert und hilflos auf dem Bahnhof Howrah Junction zurück: Eher Moloch als Teil des Nahverkehrs, es werden auf den 23 Bahngleisen täglich Millionen von Menschen abgefertigt.

Schauspieler Sunny Pawar als junger Saroo in Lion.
Schauspieler Sunny Pawar als junger Saroo in Lion.

Überaus schlechte Karten für Saroo, er verliert sich im Gewühl, gerät in seltsame Gesellschaft und landet schließlich bei der Polizei – die jedoch mit den gestammelten Angaben eines Fünfjährigen herzlich wenig anfangen kann und ihn als lost child deklariert. Zu seinem Glück landet er langfristig bei den Brierleys, die sich in ihrer australischen Heimat des Jungen annehmen – bis er sich während eines indischen Essens mit Freunden, fast 25 Jahre später, seiner Wurzeln zu erinnern beginnt und mittels Google Earth eine Spur zu seiner eigentlichen Herkunft findet.

Kinder haben’s leicht…

Das hatte es der junge Saroo Brierley – gebürtig Sheru Munshi Khan – sicher nicht. Wenn man so will, hatte er Glück im Unglück angesichts dessen, was teils tagtäglich in ähnlichen Situationen geschehen kann. Somit ist die Geschichte sicher ihre Erzählung wert.

Der Cast setzt sich, sobald die Geschichte die Kindheit Saroos hinter sich lässt, dabei durchaus namhaft zusammen: Dev Patel (Saroo Brierley) scheint dank ‚Slumdog Millionaire‘ (2008) eine naheliegende Wahl zu sein, verstärkt durch Rooney Mara (Freundin Lucy) sowie die Adoptiveltern Nicole Kidman (Sue Brierley) und David Wenham (John Brierley). Und ja, es lässt sich nicht leugnen: Die Bilder verheißen Gutes – insbesondere auffällig, dass der Film nicht die Sünde begeht, die mithin größte Stärke des Handlungsortes über Gebühr zu beanspruchen. Man erwartet mittlerweile eine Art indische Farbexplosion, und in feiner Zurückhaltung zeigen hier Regie (Garth Davis) und Kamera (Greig Fraser) ihr Können: Sie finden eine wunderschöne Mitte. Auf die Palette Indiens zu verzichten wäre sträflich – doch Lion erhält stets sein elegantes, zugleich stark kontrastiertes Bild für den Zuschauer.

Prädikat: Ein gelungenes Stück Filmgeschichte. Leider ohne Oscar®-Prämierung.

HEIMKINO-RELEASE: SWISS ARMY MAN IST EIN UNIKAT

Swiss Army Man ist vor allem eines: komplett anders. Und das ist nicht nur gut so, sondern in der heutigen Filmlandschaft schon fast einmalig. Nach allen Sommer-Reboots, Sequels und Comicverfilmungen bringt der Film endlich ‚frischen Wind‘ ins Heimkino. Mag es sich hierbei auch um eine subjektive Meinung gleich am Anfang des Artikels handeln – so muss dennoch erwähnt werden: Daniel Radcliffe besticht mit einer derartigen Authentizität, dass man keine Minute mehr an seine Zeit als Darsteller des Zauberers Harry Potter denkt. Es ist nicht nur für die Filmlandschaft, sondern auch für Radcliffe selbst ein schauspielerischer Durchbruch und Befreiungsschlag.

Worum geht es in Swiss Army Man?

Paul Dano spielt den verzweifelten Gestrandeten namens Hank.  Er hat bereits mit der Hoffnung auf Rettung abgeschlossen und versucht sich am Strand seiner Insel aufzuhängen. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass ihm das Schicksal eine Leiche (Harry-Potter-Star Daniel Radcliffe) anspült, deren laute Furzgeräusche ein friedliches Ableben unmöglich machen. Hank tauft die Leiche ‚Manny‘ und findet bald heraus, dass sie nicht ganz so tot ist, wie sie sein sollte. Neben der Flatulenz hat Manny noch einiges mehr zu bieten – seine ungewöhnlichen Kräfte ermöglichen es ihm beispielsweise, in hoher Geschwindigkeit durchs Wasser zu gleiten und auf die Jagd zu gehen.

Dieser Tote, in seiner Funktionalität dem namensgebenden Schweizer Taschenmesser in nichts nachstehend, ist jedoch nicht nur bloßes Werkzeug, sondern besitzt auch Gefühle. Zwischen Manny und Hank entwickelt sich eine tiefe, sinngebende Freundschaft, wodurch Hank beschließt, seinem Leben eine weitere Chance zu geben und gemeinsam mit Manny nach Hause zu finden.

Die „Multi-Funktions-Leiche“ Manny (Daniel Radcliffe) ist auch als Kompass einsetzbar. © capelight pictures
Die „Multi-Funktions-Leiche“ Manny (Daniel Radcliffe) ist auch als Kompass einsetzbar.

Dass beim Sundance Film Festival laut Variety zahlreiche Zuschauer beim Screening den Saal verlassen haben sollen, sei dahingestellt. Wer besonders sensibel auf das Thema Tod und die sich daraus ergebenden Prozesse im Körper eines Menschen reagiert – oder generell vor dem Fakt zurückschreckt, Daniel Radcliffe über 90 Minuten visuell als Leiche zu erleben –, der sollte sich bei Swiss Army Man entsprechend emotional darauf vorbereiten, mit diesen Bildern aufs Schärfste konfrontiert zu werden. Aber muss Kino und somit Film immer fröhlich, heiter oder unbeschwert sein? Oder wollen wir faszinierende und polarisierende Filme, die einen Spagat zwischen Absurd und Emotional, von Seltsam bis Tiefgründig, von Flatulenz bis Sinn des Lebens schaffen?

Wir sind ganz klar für Letzteres. So skurril es klingt, der Film schafft es trotz der massiven Flatulenzen von Daniel Radcliffes Charakter auch cineastisch brillante Bilder und Stimmungen einzufangen. Die Filmsets sind darüber hinaus ein visuelles Meisterwerk für sich und zeigen sich eindrucksvoll im ‚Robinson Crusoe‘-Style, der weltflüchtig romantisch wirkt. Doch zurück zum Anfang: Filme über ungewöhnliche Freundschaften gibt es viele. Aber E.T. und Free Willy erscheinen geradezu gewöhnlich verglichen mit der Idee zu Swiss Army Man. Mit seinem Regiedebüt landet das Regie-Duo Daniels, bestehend aus Daniel Scheinert und Dan Kwan, einen Überraschungshit mit Kultpotenzial.

Regisseure Daniel Scheinert & Dan Kwan aka ‚Daniels’.
Regisseure Daniel Scheinert & Dan Kwan aka „Daniels“.

Nach dem Filmerlebnis dürften sich beim ein oder anderen sicherlich Fragen aufdrängen: Wieso, weshalb, warum? Mögliche Antworten darauf findet man in den Special Features bzw. Extras der Blu-ray, die rundum überzeugen können.

Besonders hervor sticht dabei ein Feature, das wohl äußerst selten sein dürfte: Man kann den kompletten Film ohne musikalische Untermalung anschauen! Ein einzigartiges Erlebnis selbst für Filmfans, und wir kennen es sonst nur von Gravity in der Silent-Edition

Das zeigt nicht nur generell, wie essentiell Musik für einen Film ist, sondern lässt den Film auf faszinierende Weise auch noch skurriler und zum Teil positiv verstörend wirken. Besonders bei der Schlussszene sollte diese Wirkung deutlich zum Vorschein kommen.

Außerdem könnt ihr auch faszinierende Blicke hinter die Kulissen von Swiss Army Man werfen und erfahrt unter anderem, wie komplex und aufwendig es für Darsteller und Crew war, die Sets und eine Leiche realistisch in den vielseitigen Funktionen zu filmen.

Ton und Bild des Blu-ray Heimkino-Releases

Die deutsche Tonspur liegt im DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Bei der englischen Tonspur wird Dolby Atmos geboten. Das Bild liefert die Blu-ray-Variante im Verhältnis 2,40:1 bei 1080p und somit Full-HD. Sowohl Ton und Bild überzeugen in Qualität und stellen ein echtes visuelles wie auditives Erlebnis für euer Heimkino dar.

Liste der Extras

Wie auch die DVD liefert die Blu-ray-Version zahlreiche Extras, wobei für jeden Geschmack etwas Passendes dabei sein sollte:

  • Audiokommentar vom Regie-Duo Daniels mit Jason Kisvarday und Brent Kiser
  • Hinter den Kulissen
  • 5 Featurettes
  • 3 entfallene Szenen
  • Interview mit Daniel Radcliffe
  • Q&A mit Daniels und Brent Kiser
  • 2 Trailer

Besonderheiten der Blu-ray

Reißt man die Folie ab, so hält man nicht direkt die Hülle der Blu-ray in den Händen, sondern spürt zunächst die hochwertige Coverhülle aus dickerem Papier, welche man nach oben oder unten abziehen kann. Erfreulich ist hierbei bereits die Option, die FSK-12-Kennzeichnung in Stickerform abziehen zu können. Beim eigentlichen Cover der Blu-ray handelt es sich zusätzlich um ein Wendecover, wodurch sich die FSK-Kennzeichnung komplett unsichtbar machen lässt. Ein großes Plus für alle Filmfans, die ihre Sammlung mit Swiss Army Man nicht nur ergänzen, sondern auch optisch verschönern wollen! Hier darf der Independent-Verleiher Capelight Pictures durchaus lobend erwähnt werden, zumal immer weniger Verleih-Firmen an diese doch wichtigen Kleinigkeiten denken. Ein ergänzender Flyer oder Ähnliches fehlt jedoch in der Hülle. Zu guter Letzt könnt ihr Swiss Army Man noch als Limited Collector’s Edition im Mediabook mit zwei verschiedenen Covern erwerben. Damit bekommt ihr die volle Ladung des menschlichen Schweizer-Armee-Messers inklusive DVD, Blu-ray und Soundtrack-CD!

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Der Tod und andere Stunts

Daniel Radcliffe musste sich zunächst daran gewöhnen, eine Leiche zu spielen, welche den Großteil des Films ziemlich rabiat behandelt wird. Zwar gab es einen lebensgroßen Stunt-Dummie, doch Dano bevorzugte es, Radcliffes tatsächliches Gewicht mit sich herumzutragen. Vor ihrem Skypegespräch mit dem Harry-Potter-Star machten sich die Regisseure noch Sorgen, dass Radcliffe wegen der drastischen Anforderungen an seine Rolle absagen würde. „Aber Daniels erste Frage war, ob er seine eigenen Stunts durchführen dürfe“, erklärt Kwan begeistert (USA Today).

Manny (Daniel Radcliffe) mit selbstgebauten Kopfhörern. © capelight pictures
Manny (Daniel Radcliffe) mit selbstgebauten Kopfhörern.

Besonders faszinierte Radcliffe die Herausforderung, eine lebendige Leiche spielen zu dürfen. Im Interview mit Watson verriet Radcliffe, dass er zwar auf wesentliche Aspekte wie Totenstarre geachtet habe, dennoch nie wie ein Zombie erscheinen wollte. Er improvisierte demnach viel, um nicht technisch exakt zu wirken. Den Rest in Punkto Glaubwürdigkeit erledigte dann sein authentisches Make-Up – so Radcliffe. Dass der Fokus bei Radcliffes Leichen-Charakter dabei auch auf ein ganz besonderes, männliches, Körperteil gelegt wurde, störte Radcliffe offenkundig nicht – Kudos an einen wahren Schauspieler!

Mit Hilfe von Manny (Daniel Radcliffe) gelingt es Hank (Paul Dano) Feuer zu machen. © capelight pictures
Mit Hilfe von Manny (Daniel Radcliffe) gelingt es Hank (Paul Dano), Feuer zu machen.

Fazit

Ob ein Film mit einem furzenden Toten jedermanns Sache ist, bleibe dahingestellt. Swiss Army Man wirkt jedoch so herrlich absurd und neu, dass man dem Film als neugieriger und offener Mensch wohl kaum widerstehen kann. Daniel Radcliffe ziert mit Paul Dano einen Film, der origineller kaum sein könnte. Sein ‚explosives‘ Potenzial hat Swiss Army Man aber schon beim Sundance Film Festival (ausgezeichnet mit dem Regie-Award) und bei der Eröffnung des deutschen Fantasy Filmfest bewiesen. Mit dem Heimkino-Release kann man sich jetzt selbst ein Bild von der ganzen Dimension der Daniels-Regie machen und somit einen möglicherweise verpassten Kinogang nachholen oder ihn durch viele, hochwertige Extras in Form von Special-Features der Blu-ray ergänzen. Wir sagen: Nimm das, The Walking Dead!

– Stefan Fischer & Alexander Ochs


Photo Credits & Copyright: © 2016 Capelight Pictures

ALIEN: COVENANT – IM WELTRAUM HÖRT DICH NIEMAND ZWEIFELN

Um den Elefanten im Raum schnellstmöglich zu verscheuchen: ‚Prometheus‘ war schlecht. Atemberaubend schlecht. Der Mensch erinnert sich langfristig deutlicher an hervorstechend gute oder schlechte Erlebnisse, und persönlich habe ich nur den Soundtrack vergessen: Er muss wohl in Ordnung gewesen sein. Jenseits dessen konnte man nur staunen, dass niemand ein so offensichtliches 130-Millionen-US-Dollar-Debakel aufhalten konnte.

Der Trailer des zweiten Prequels darf also mit kritischen Blicken rechnen, allerdings hat Ridley Scott schon oft positiv überrascht. Man kann also gespannt bleiben.

Eine Raumfahrt, die hat’s in sich

Das Kolonieschiff Covenant steuert einen vermeintlich paradiesischen Planeten an, die Besatzung findet dort den Androiden David (Michael Fassbender) vor, den einzig Überlebenden der gescheiterten Prometheus-Expedition. Nicht jedoch der einzig Überlebende des gescheiterten Prometheus-Films (ich hör ja schon auf).

Mit Sicherheit wieder in Erscheinung treten werden auch Elizabeth Shaw (Noomi Rapace), die sich zuletzt auf dem Weg zur Heimatwelt der rätselhaften ‚Konstrukteure‘ befand, und Peter Weyland (Guy Pearce), ohne dessen finstere Machenschaften keine Fortsetzung seit ‚Aliens‘ auskam.

Alien Covenant © 2017 Twentieth Century Fox

 ‚Alien: Covenant‘ behält das beeindruckende Schauspiel Fassbenders bei, dessen bemessene, hochexakte Bewegungen die unterschwellige Bedrohlichkeit der Androiden des Alien-Universums vermitteln wie nie zuvor. Ob das seinen Doppeleinsatz in den Rollen ZWEIER Androiden (Walter und David) rechtfertigt, bleibt abzuwarten: Es gilt Screentime sinnvoll zu füllen, ohne ihn als Pflaster für Durststrecken oder Schlaglöcher im Plot zu verschwenden.

Ergänzt wird der Cast durch James Franco, dessen Charakter Branson – zumindest dem Trailer entnommen – wohl der Kommandant der Covenant ist. Es mangelt also sicher nicht an talentierten Darstellern.

Eine eindeutige Abfolge ist im Plot soweit nicht zu erkennen, aber das sei einem Trailer verziehen. Man darf jedenfalls mit nicht mehr wegzudenkenden Elementen des Franchise rechnen: Landung auf einem fremden Planeten, die Silhouette eines Konstrukteur-Raumschiffs in äußerst unfreundlicher Umgebung, und natürlich ein ledriges Ei, das sich vor einem etwas zu neugierigen Mannschaftsmitglied öffnet. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit setzt der Film also auf Altbewährtes – und das muss beileibe nichts Schlechtes sein, wirft aber ein paar Fragen auf.

Remake, Prequel, Reboot…

Eindeutig aus dem neuen, mit Prometheus übernommenen Look and Feel stammen die Szenen in weitläufigen, klinisch weißen Räumen, in denen auf gigantischen Screens fotorealistische Landschaften abgebildet sind, damit Herren in schwarz-weiß-kontrastierten Anzügen davor grübeln können. Auch in den gelungenen Landschaftsaufnahmen findet sich der Stil wieder; die Einsamkeit in den tiefblauen Bergen und karg bewachsenen Steppentälern vermittelt sich sofort.

Alien Covenant © 2017 Twentieth Century Fox

 

Und hier enden auch bereits die Gemeinsamkeiten. Der Rest des Trailers nimmt fortlaufenden, engen Bezug zum Urvater ‚Alien‘ – bis hin zu Szenen, die fast von Einstellung zu Einstellung übernommen wirken. Mit dessen größte Stärke war das utilitaristische, klobige Design des Industriefrachters Nostromo, das sich im Laufe des Films von der alltäglichen, hinreichend komfortablen Umgebung hin zu einem beklemmenden, feindseligen Labyrinth wandelte, in dem der Xenomorph alle nur erdenklichen Vorteile gegen die unbewaffnete Mannschaft besaß. Die Gänge waren eng, schlecht beleuchtet, regelmäßig von Dämpfen der Kühlsysteme vernebelt und voller Kanten und Aussparungen, über die man sich selber im Geiste ständig stolpern sah.

‚Alien: Covenant‘ ist darauf erpicht, dieses Gefühl seines Vorgängers um jeden Preis zu reproduzieren – es bleibt abzuwarten, ob sich der fromme Wunsch erfüllt. Gewiss, die Klaustrophobie setzt in den verzweifelten Sprints durch notbeleuchtete Gänge ein, und es gibt genügend Frachtnetze, Verstrebungen und scharfe Kanten, mittels derer man den unverwechselbaren Lichteinsatz (oder den Mangel an selbigem) der frühen Filme umsetzen könnte. Dem Trailer gelingt das jedoch nicht, zu plötzlich ist der Wechsel in das Cockpit des Landungsbootes oder die Mannschaftsquartiere, die in buntem LED-Licht erstrahlen wie eine Mischung aus Weihnachtsbaum und DJ-Pult.

Aber mal sehen: Was im Trailer keinem dramaturgischen Aufbau folgen muss, könnte im Film vielleicht eine gelungene Verwendung einer subtileren Farbabstufung werden. Je bedrohlicher die Handlung für die Charaktere wird, desto mehr mag auch ihre Umwelt das vermitteln. Man wagt zu hoffen.

Früher war bekanntlich alles besser, heute trägt man im Cockpit Cowboyhut

Auf die Gefahr hin zu klingen wie mein eigener Großvater, erschließt sich mir eines nicht: wo Twentieth Century Fox mit dem Franchise hin will. Die Bezugnahme auf das Original von 1979 wird schon im Plakat deutlich und der Trailer hält sich in der Optik teils sklavisch daran – nur um sich meilenweit davon zu distanzieren, sobald es um Interfaces und Inneneinrichtung geht. Natürlich wirken die technischen Elemente der alten Streifen heutzutage absolut retrofuturistisch, aber sie erklärten in Bildsprache die innere Funktion des Universums. Wenn im Trailer ein guter Teil der Flure und Gänge im hellen LED-Glanz erstrahlen, fragt man sich unweigerlich, warum andere Bereiche des Schiffes nur über dumpf zündende Leuchtstoffröhren verfügen.

Alien Covenant © 2017 Twentieth Century Fox

 

Dass dies heutzutage funktionieren kann, demonstrierte übrigens das Gamestudio Creative Assembly mit dem Release des Spieletitels ‚Alien: Isolation‘ im Jahre 2014. Man interagierte mit lichtgrauen Tastaturen mit hartem Anschlag, die Konsolen der Raumstation knackten mit ihren Leseköpfen und gaben ihre Textinfos mit den üblichen Beeps aus: Man unternahm nicht den Versuch, das zu erklären. Wenn man die Existenz des Aliens akzeptiert, sollte man geistig mit der Existenz antiquiert erscheinender Technik fertig werden, die dem Monstrum aus dem All eine gute Spielwiese bietet.

Aber vielleicht ist mein greisenhaftes Genörgel auch fehl am Platz – immerhin lässt sich Klaustrophobie auch modern erleuchtet erzeugen, und ich wünsche mir sehnlichst, dass dem Franchise neues Leben eingehaucht wird. Am 18. Mai darf man sich überraschen lassen – ‚Alien Covenant‘ mag ein Lichtblick werden. (Ganz im Gegensatz zu Prometheus‘ trüber Funzel. Ich geh ja schon.)


Photo Credits & Copyright: © 2017 Twentieth Century Fox

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